2602 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.602 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Dienstag, 1. Mai 2012

Ich möchte Dir gerne ein rosa Tütchen schenken!



Ihr Lieben,

wie Ihr wisst, nutze ich gerne Feiertage, um den Menschen eine Freude zu machen, die mich bitten, diese oder jene Geschichte noch einmal zu erzählen. Heute erzähle ich daher noch einmal die Geschichte vom rosa Tütchen, das von einer unbekannten Autorin stammt:

„Das rosa Tütchen“

„Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist Du so traurig?"

"Ach" sagte ich „ Ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich.

Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll".
Hmmm", meinte das Mädchen, „Wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen."
www.alleikunst.de
"Was für ein rosa Tütchen?" fragte ich sie verwundert.
"Ich habe nur ein schwarzes Tütchen." Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!"

"Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern."
„Hier nimm", meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. "Sieh hinein!"
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war. Wo ist Dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig.

"Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum" sagte sie.
"Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein.

Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser.
Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. 

Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.

Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

Ich wünsche Dir ein stets volles, rosa Tütchen!“


Ihr Lieben,

Ich kenne einen sehr glücklichen Menschen, der hat vor Jahren diese Geschichte zum Anlass genommen, sich selbst eine rosa Tüte und ein schwarze Tüte zu basteln.

Er stellt an jedem Montagmorgen diese rosa Tüte und diese schwarze Tüte auf seinen Schreibtisch. Immer wenn er gekränkt oder beleidigt wird, immer wenn er sich an schwere Zeiten oder großes Leid erinnert oder aus diesem oder jenem Grund traurig ist, so schreibt er das jeweils auf eine sehr kleine Karteikarte auf und steckt diese Karteikarten dann in die schwarze Tüte.

Immer am Sonntagabend nimmt er dann die schwarze Tüte und leert sie in seinen Mülleimer aus, um sich selbst damit klar zu machen: „Ich will mich mit diesen negativen Gedanken, mit diesen traurigen Angelegenheiten nicht weiter beschäftigen, ich will mein Herz damit nicht weiter belasten!“

In der rosa Tüte dieses Menschen, von dem ich Euch berichte, befindet sich eine lange Liste mit fröhlichen Erinnerungen, mit fröhlichen Liedern, mit fröhlichen Erfahrungen und immer wenn er etwas erlebt, dass ihn froh macht, das ihm Mut macht, das ihn glücklich macht, dann schreibt er dies auf diese Liste und immer, wenn er traurig ist, öffnet er die rosa Tüte, nimmt die Liste heraus und liest in ihr und dann wird er wieder fröhlich.

Ich wünsche Euch auch, dass Ihr ein rosa Tütchen in Eurem Leben habt und dass Ihr das schwarze Tütchen bzw. seinen Inhalt wegwerft.

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

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