2708 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.708 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Samstag, 28. April 2012

Ungehorsam kann das Leben retten!


www.gaertnerblog.com
Ihr Lieben,

heute Nachmittag möchte ich Euch eine Geschichte von Franz Führmann erzählen.
Viele von Euch kennen sicher das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein.
Franz Führmann hat dieses Märchen einmal auf eine ganz andere Art nacherzählt:

„Lob des Ungehorsams“

„Sie waren sieben Geißlein und durften überall hineinschauen, nur nicht in den Uhrenkasten. Das könnte die Uhr verderben, hatte die Mutter gesagt.

Es waren sechs artige Geißlein, die wollten überall hineinschauen, nur nicht in den Uhrenkasten. Das könnte die Uhr verderben, hatte die Mutter gesagt.

Es war ein unfolgsames Geißlein, das wollte überall hineinschauen, auch in den Uhrenkasten. Da hat es die Uhr verdorben, wie es die Mutter gesagt.

Dann kam der böse Wolf.

Es waren sechs artige Geißlein, die versteckten sich, als der Wolf kam, unterm Tisch, unterm Bett, unterm Sessel und keines im Uhrenkasten. Sie alle fraß der Wolf.

Es war ein unartiges Geißlein, das sprang in den Uhrenkasten, es wusste, dass er hohl war. Dort hat es der Wolf nicht gefunden. So ist es am Leben geblieben.
Da war Mutter Geiß aber froh.“


Ihr Lieben,

die meisten von uns haben Kinder und Enkelkinder.

Von Kindern verlangen wir häufig, dass sie das tun, was wir wollen:
„Räum Dein Zimmer auf!“, „Geh zur Schule!“, „Fass die heiße Herdplatte nicht an!“
„Sei höflich und zuvorkommend!“

Manches von dem, was wir von unseren Kindern und Enkelkindern verlangen, ist auch sinnvoll, wie z.B. die Aufforderung, die heiße Herdplatte nicht anzufassen.

So sinnvoll die einzelne Aufforderung an unsere Kinder und Enkelkinder auch sein mag, so gefährlich ist es, wenn wir grundsätzlich von unseren Kindern und Enkelkindern verlangen, immer das zu tun, was wir verlangen. 

Früher nannte man das Verhalten der Kinder, dass aus einem solchen Verlangen resultierte, Gehorsam. Von den Kindern und Enkelkindern wurde nicht nur verlangt, im Einzelfall das zu tun, was Erwachsene von ihnen verlangten, sondern es wurde daraufhin gearbeitet, dass die Kinder insgesamt gehorsam wurden.

Und welche Folgen Ungehorsam angeblich hatte, zeigten solche brutale Erzählungen wie "Der Struwwelpeter " oder "Max und Moritz" (die am End beide umgebracht werden).

Im Fall der heißen Herdplatte mag ein solcher Gehorsam ja noch sinnvoll sein, aber er ist es dann nicht, wenn das Kind, erwachsen geworden, verinnerlicht hat, es müsse alles tun, was man von ihm verlange.

Dieses falsche Verständnis von Gehorsam führte dazu, dass Menschen auf Menschen geschossen haben, nur weil es ihnen befohlen wurde, dass Menschen andere Menschen gequält haben, nur weil ihnen gesagt wurde: „Tu es!“
www.gehorsam.com


Menschen, die nichts anderes gelernt haben, als gehorsam zu sein, glauben dann, dass das, was sie gelernt haben, auch für ihre Kinder und Enkelkinder gut sei.

Da gibt es Menschen, die schlagen ihre Kinder, weil sie geschlagen wurden.
Da gibt es Menschen, die verprügeln ihre Frauen, weil sie verprügelt wurden.
Da gibt es Menschen, die entmutigen andere Menschen, weil auch sie nur entmutigt wurden.
Da gibt es Menschen, die demütigen andere Menschen, weil auf ihnen nur herumgehackt wurde.
Da gibt es Menschen, die missbrauchen Kinder, weil auch sie als Kinder missbraucht wurden.

Auch hinter alle diesen Verhaltensweisen steckt das Prinzip des Gehorsams.
Ich tu nur das, was mir angetan wurde, ich bin auch heute noch meinen Peinigern gehorsam, indem ich dasselbe tue wie sie.

Nicht nur in dem Märchen, sondern im übertragenen Sinn kann auch heute Ungehorsam unser Leben retten.

Bei allem, was wir tun, sollten wir uns ehrlich vor uns selbst fragen, tue ich das, weil ich das persönlich so beschlossen habe, weil ich persönlich das so will oder tue ich das, weil ich das so gelernt habe, weil ich noch im Gehorsam gegenüber denen stehe, die mir das beigebracht haben.

Ich rufe Euch herzlich zum Ungehorsam auf!

Handelt nicht so oder so, weil das auch schon Eure Eltern oder Großeltern so gemacht haben, sondern macht das, was Ihr tut, zu Eurer eigenen Entscheidung.
Zerbrecht die Kette des Gehorsams!
www.sport-enziger.de
Auch mir ist es vor vielen Jahren gelungen, aus dem Teufelskreis des Gehorsams auszubrechen, denn ich musste zuhause und in der Schule über Jahreausschließlich das tun, was Andere von mir verlangt haben. Ich habe es erlitten und durchlitten, aber ich bin nicht gehorsam geworden, denn dann wäre ich so geworden wie meine Peiniger.


Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein freies Leben im Ungehorsam, einzig verpflichtet Eurer eigenen Meinung und Entscheidung und ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende.

Genießt es in vollen Zügen und freut Euch des Lebens. Ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher unbeschwerter Werner
Quelle: Karin Heringshausen



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