2602 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.602 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 16. September 2011

Du bist anders als Andere? Dann bist Du ja einzigartig und etwas Besonderes!


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Barbara Böckmann erzählen, die auch wunderbar dazu geeignet ist, dass wir sie unseren Kindern und Enkelkindern erzählen:

„Die Geschichte vom roten Pinguin


Es war einmal ein kleiner Pinguin, der war rot. Er war zur Stunde des Sonnenaufgangs geboren, wo der Himmel von gleitendem Rot übergossen schien, was in der Antarktis sehr selten vorkam. Und in eben diesem Augenblick kam er zur Welt. Die Sonne hatte ihm etwas von ihrem Rot gelassen, und vor allem sein Herz war rot und voller Wärme.


Doch niemand, nicht einmal der kleine Pinguin selbst, wusste davon; sie sahen alle nur das Rot seines Pelzes, und er war ihnen fremd. Er trug nicht den normalen schwarzen Frack über dem weißen Daunenkleid und beim Versteckspielen verlor er auch immer, denn in der weißen Schnee- und Eislandschaft sah man ihn schon aus mehreren Kilometern Entfernung.


Manchmal saß der kleine Pinguin auf einer Eisscholle und weinte. Warum war er rot? Warum war er anders? Und warum lachten ihn alle aus? Was ist so schlimm an der Farbe, dass man ihn deshalb ausschloss?

Oft weinte er nächtelang.

Eines Tages fasste er den Entschluss, seinen Koffer zu packen und wegzugehen. Vielleicht gab es irgendwie viele rote Pinguine und er war einfach nur verloren gegangen, oder vielleicht gab es irgendwo eine Pinguinfamilie, die ihn aufnahm, so wie er war.


So zog er eines Nachts los und ging auf die Suche.

Es folgte eine mühevolle Reise.

Er kam an vielen Pinguinfamilien vorbei, doch die kleinen Pinguine liefen voller Furcht zu ihren Müttern; sie hatten Angst vor ihm. Er weinte immer mehr. Alles um ihn herum wurde nass von Tränen. Plötzlich wunderte er sich. Warum gefroren seine Tränen nicht, wie er das von anderen Pinguinen kannte? Sie weinten und hinterließen Eisperlen und Tropfen aus Eis. Doch seine Tränen bildeten eine Pfütze, obwohl es weit unter dem Gefrierpunkt war. Der kleine Pinguin wunderte sich sehr, aber er fand keine Erklärung.

So wanderte er Jahr für Jahr durch die Eiswüste, einsam und verloren.

Eines Tages jedoch war da ein ganz kleiner Pinguin, der hinter einem Schneehaufen saß und weinte. Er fragte ihn, warum er weine, und der kleine weiße mit dem schwarzen Frack erzählte ihm, warum er so traurig war und merkte gar nicht, dass der rote Pinguin rot war oder gar angsteinflößend. Er drückte seinen Schnabel ganz fest in dessen rote Daunen und spürte eine nie gekannte Wärme. Lange weinte der Kleine noch und tankte von dieser wohligen Wärme, die ihn umgab wie eine schützende Hülle.

Als er sich beruhigt hatte, merkte er plötzlich, dass der andere von roter Farbe war. Er wunderte sich, hatte aber keine Angst, denn wer in dieser kalten Gegend so viel Wärme besaß, konnte doch nicht böse sein. Er fragte natürlich, woher die Farbe komme, aber er gab sich mit einem "Das weiß ich auch nicht" zufrieden.


Der kleine Frackträger nahm den roten Pinguin an die Hand und nahm ihn mit zu seiner Familie. Die anderen reagierten in gewohnter Weise auf sein Erscheinen, aber der Kleine erzählte sofort, was ihm widerfahren war und beharrte darauf, dass er bleiben durfte. So geschah es.

Mit der Zeit werde der rote Pinguin zum festen Bestandteil der Familie. Er hörte den anderen zu, er konnte ihre kalten verhärteten Herzen schmelzen, er konnte aber auch famose Geschichten erzählen und die kleinen Pinguine erfreuen, schon allein deshaln, weil es bei ihm immer so wohlig warm war. So wurde der rote Pinguin glücklich und fühlte sich endlich zu Hause.


Und eines Morgens, als er früh auf einen Eisberg gestiegen war, um die Aussicht zu genießen und um die Sonne aufgehen zu sehen, erblickte er, als sie über den Horizont lugte, um die Nacht zu vertreiben, wie der ganze Himmel wie mit roter Farbe begossen schien.

Auf einmal hatte er das Gefühl, die Sonne habe ihm zugeblinzelt und gesagt:
"Ich habe Dir die rote Farbe verliehen. Ich bin froh, dass Du Deine Fähigkeiten gesucht und entdeckt hast und dass Du Deine Wärme an andere verschenkst. Du bist eine lebendige Sonne."


Fröhlich pfeifend schlenderte der rote Pinguin später den Berg hinab. Er war glücklich! Glücklich, eine Aufgabe zu haben! Und schon von Weitem sah und hörte er, wie die kleinen Pinguine auf ihn zuliefen und es gar nicht mehr erwarten konnten, dass er eine neue Geschichte erzählte.“


Ihr Lieben,

jeder von uns hat etwas von diesem roten Pinguin in sich. Wir alle haben Eigenschaften, durch die wir uns von Anderen unterscheiden und manchmal fühlen wir uns deshalb minderwertig und ziehen uns zurück. Aber mit uns ist alles in Ordnung.


Wir dürfen nur niemals ausgeben, sondern wir müssen immer bereit sein,
uns der Welt zu stellen.


Unser Talent, unser Können sind in dieser Welt gefragt.
Und es gibt in dieser Welt ganz bestimmt Menschen, die Dich, lieber Leser, lieben und die Dich brauchen, die sich über ein gutes Wort von Dir freuen, die einfach froh sind, dass es Dich gibt und dass Du da bist!!!


Wie uns unsere heutige Geschichte zeigt, ist „Anderssein“ nichts Negatives, das reden wir uns nur ein oder das lassen wir uns nur einreden.

Anderssein bedeutet in Wirklichkeit: Ich bin einzigartig, ich bin etwas Besonderes!

Wenn Ihr anders seid als andere Menschen, solltet Ihr Euch nicht minderwertig fühlen, sondern stolz auf Euch sein, denn es ist allemal besser ein Original zu sein, als die billige Fotokopie eines anderen Menschen.

Originale gibt es zu wenige in unserer Welt, Fotokopien dagegen viel zu viele!

Sei Du selbst, Du kannst stolz auf Dich selbst sein.


Nimm Dich, so wie Du bist, selbst an und mache dann das Beste aus Deinen Möglichkeiten, Talenten und Fähigkeiten.


Ich wünsche Euch von Herzen ein fröhliches und zuversichtliches Wochenende und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Eselskind-Pinguin Werner 


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt
 

1 Kommentar:

  1. Lieber Werner,
    vielen Dank für diese Geschichte. Ich habe eine Geschichte gesucht für kleine Kinder, denen ich erklären möchte, wie wertvoll sie sind. Und mit dieser Geschichte bin ich auch schon an meinem Ziel. Vielen Dank!

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