2708 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.708 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 8. Juli 2011

Statt traurig zu sein über Deine Schwächen, solltest Du Deine Stärken nutzen!


„Du bist traurig über die Narben an Deinem Körper?

Dazu hast Du keinen Anlass! Freue Dich vielmehr:
Die Narben auf Deinem Körper sind der Beweis, dass Du gelebt hast
Du bist traurig über die Narben an Deiner Seele?“
Dazu hast Du keinen Anlass! Freue Dich vielmehr:
Die Narben auf Deinem Körper sind der Beweis, dass Du beliebt hast.“
Alexander Rykow
 

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Cheryl Costello-Forshey erzählen:

„Die schönste Blume“


"Die Parkbank war verlassen, als ich mich dort unter einer alten Weide zum Lesen hinsetzte. Ich war vom Leben enttäuscht und hatte allen Grund, ein säuerliches Gesicht zu machen – irgendwie hatte sich die ganze Welt gegen mich verschworen.

Und als ob es mir nicht schon schlecht genug ginge, kam plötzlich ein Junge auf mich zu, noch ganz außer Atem vom Spielen. Er stellte sich mit gesenktem Kopf vom mich hin und sagte aufgeregt: „Guck mal, was ich gefunden habe!“


In seiner Hand hielt er eine alte, verblühte Blume, ein wirklich erbärmlicher Anblick.

Sie hatte offenbar nicht genug Licht oder Regen abbekommen, jedenfalls hingen ihre Blütenblätter alle schlapp herab. Ich lächelte gekünstelt, damit mich der Junge endlich in Ruhe ließ.

Aber anstatt zu gehen, setzte er sich neben mir auf die Bank. Er hielt sich die Blume an die Nase und erklärte in gespielter Überraschung: „Die riecht ja ganz gut. Und schön ist sie auch. Deshalb habe ich sie ja auch gepflückt. Hier, sie ist für dich.“


Die Pflanze hatte keinerlei Leben mehr in sich, sie war nur noch ein farbloses Gewächs. Aber mir war klar, dass der Junge nicht eher gehen würde, als bis ich sie angenommen hatte. Also griff ich nach ihr und sagte: „Danke, so etwas hat mir gerade noch gefehlt.“


Aber der Junge hielt die Blume nur weiterhin sinnlos in die Luft.

Erst in diesem Moment bemerkte ich, dass er meine geöffnete Hand nicht sah – er war blind.

Mit zitternder Stimme bedankte ich mich, dass er die Schönste ausgesucht hatte. Und während mir Tränen in die Augen schossen, sagte er: „Keine Ursache“, lächelte und machte sich wieder ans Spielen. Er hatte nicht bemerkt, was er bei mir bewirkt hatte.

Ich saß da und fragte mich, wie er es geschafft hatte, eine in Selbstmitleid versunkene Frau auf einer Parkbank zu sehen. Wie wusste er von meiner selbst verursachten Trübsal? Vielleicht hatte er es im Herzen gespürt, mit dem er mehr sehen konnte als mit den Augen.


Durch die Augen eines blinden Kindes konnte ich schließlich sehen, dass nicht die Welt das Problem war, sondern ich. Und so schwor ich mir, für all die vielen Male, da ich selbst blind gewesen war, nun das Schönste im Leben zu sehen und mich über jede Sekunde meines Lebens zu freuen.

Dann hielt ich mir die verwelkte Blume an die Nase und atmete den Duft einer wunderschönen Rose ein. Ich musste lächeln, als ich den Jungen sah, der mit einer neuen Blume in der Hand auf einen alten Mann zuging, der noch nichts von seinem Glück ahnte."



Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte enthält eine tiefe Wahrheit, die unser ganzes Leben verändern kann.

Wir alle erleben Zeiten des Missmutes, der Traurigkeit, ja auch manchmal des Selbstmitleids.


Aber wir selbst bestimmen, wie wir damit umgehen, ob wir in unserer Traurigkeit und unserem Selbstmitleid versinken oder aber die Schönheit des Lebens sehen und im wahrsten Sinne des Wortes aus unserer Situation das Beste machen.
Dabei kann uns der kleine Junge aus unserer Geschichte ein ganz großes Vorbild sein.
Blind zu sein, ist ein sehr hartes Schicksal und der Junge hätte sicher alles Recht der Welt, sich selbst zu bemitleiden. Aber das tut er nicht, stattdessen bringt er noch Freude in das Leben anderer Menschen. Sein Herz ist erfüllt von Freude und Liebe und die trägt er hinaus in seine kleine Welt.
Er richtet seinen Blick nicht auf seine große Schwäche, das Nicht-Sehen-Können, sondern er nutzt seine große Fähigkeit, das Lieben-Können.

Deshalb möchte ich heute Morgen jedem Einzelnen von Euch zurufen:
Hör auf, gebannt wie das Kaninchen auf die Schlange, auf Deine Schwächen zu schauen!
Blicke lieber auf Deine Stärken und trage durch Deine Stärken dazu bei, Dein eigenes und das Leben Deiner Mitmenschen mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Ich wünsche Euch heute einen liebe-vollen Tag und grüße Euch alle ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt
 

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