2855 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.855 Geschichten und mehrmals in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Dienstag, 31. März 2015

"Lohnt sich das, wenn ich mich aufrege?"

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch einige Gedanken von Christoph Georges zu lesen geben:

"Lohnt sich das, wenn ich mich aufrege?"

„Nimm es nicht persönlich. Kennst Du das nicht auch, dass Dir irgendetwas widerfährt und Du von jetzt auf gleich wütend wirst oder ärgerlich reagierst? 

Vielleicht hast Du ja sogar einen sehr guten Grund für Deinen plötzlichen Ärger,
vielleicht ist er aber auch bei näherem Betrachten ziemlich überflüssig und nutzlos. 

Wie auch immer es sein mag, irgendetwas in Dir hat innerhalb von Sekundenbruchteilen die Kontrolle übernommen und in der mehr oder weniger gewohnten Weise reagiert. 
Quelle: Helmut Mühlbacher
Es gibt da eine alte Geschichte:
Ein Mann rudert im Dunklen über einen See und plötzlich bemerkt er, wie ihm ein anderes Boot entgegenkommt. Er regt sich fürchterlich über den anderen Steuermann auf, er ruft ihm entgegen, dass er gefälligst aufpassen und gefälligst die Richtung ändern. Doch so sehr er auch ruft und so sehr er sich auch aufregt, das andere Boot bewegt unverändert immer weiter in seine Richtung. 

Also bleibt unserem guten Mann nichts anderes übrig, als selbst den Kurs zu ändern, um den Zusammenstoß zu vermeiden. Und als er das fremde Boot so vorübergleiten sieht, bemerkt er zu seinem Erstaunen, dass gar niemand in dem Boot sitzt. 
www.ingeganzer.de
Und so schnell, wie seine Wut gekommen ist, so schnell ist sie auch wieder verraucht
- als er nämlich feststellt, dass da gar niemand ist, den er beschuldigen und über den er sich aufregen kann.

Was hält Dich eigentlich davon ab, alle Situationen in Deinem Leben wie ein leeres Boot zu betrachten? Es gibt wirklich nichts, worüber es sich aufzuregen lohnt.
Es sei denn, Du nimmst die Dinge sehr persönlich oder suchst nach einem Schuldigen.


Doch wenn Dir nur noch leere Boote begegnen, gibt es keine Schuldigen.
Also bist da nur noch Du - und wenn Du die Dinge nicht mehr so persönlich nimmst...“
Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben,

das Thema dieser heutigen kleinen Geschichte ist deshalb so wichtig, weil wir durch das Aufregen, das, wie wir unserer kleinen Geschichte entnehmen können, oft völlig sinnlos ist, unsere Lebenskräfte vergeuden.

Denn in den Zeiten, in denen wir uns aufregen, können wir nicht zur Ruhe kommen.
Denn in den Zeiten, in denen wir uns aufregen, können wir nicht fröhlich sein.
Denn in den Zeiten, in denen wir uns aufregen, können wir keine Liebe verschenken.
Denn in den Zeiten, in denen wir uns aufregen, können wir kein Verständnis zeigen.

Allerdings bin ich im Gegensatz zu unserer kleinen Geschichte nicht der Ansicht, dass es sich überhaupt nicht lohnt, sich aufzuregen, denn wir müssen lernen, zu unterscheiden, wann es sich lohnt, sich aufzuregen und wann nicht.

Meiner Meinung nach…
…sollten wir uns nicht über die Unordnung im Zimmer unserer Kinder oder Enkelkinder aufregen, aber wir sollten darüber uns aufregen, dass noch immer auf dieser Welt jeden Tag Kinder verdursten und verhungern.

…sollten wir uns nicht über die Unfreundlichkeit eines Nachbarn aufregen,
aber wir sollten uns darüber aufregen, wenn in unserer Nachbarschaft eine Frau misshandelt oder vergewaltigt oder ein Kind missbraucht wird.

…sollten wir uns nicht über das schlechte Wetter aufregen,
aber wir sollten uns darüber aufregen, dass Menschen auch in unserem Land wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden, nur weil sie Ausländer sind.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche jeder/jedem Einzelnen unter Euch die Weisheit, zwischen dem, über das wir uns aufzuregen sollten, und dem, über das wir uns nicht aufregen sollten, zu unterscheiden.
Ich schicke Euch herzliche Grüße aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Sonntag, 29. März 2015

Tue endlich das, was Dir Freude macht!

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Gina Ruck-Pauquèt erzählen:

„Der Elefant, der sang“

„Der Elefant hieß Kai-to. Er war winzigklein und stand unter dem Bauch seiner Mutter.
Die Gräser sah er, die Blumen und die Füße der anderen Elefanten. Das war seine Welt. Aber er war anders als die anderen Elefanten. Er sang.
www.mz-web.de
"Psst!" zischte die Mutter. "Sei still! Elefanten singen nicht!""Ruhe!" brüllte die Elefantenherde. "Noch nie hat ein Elefant gesungen. Wir können nicht dulden, dass du singst!"

Aber Kai-to konnte nicht still sein. Er sah den Himmel und den geheimnisvollen Urwald mit seinen Tieren, und er sang, wenn sie unterwegs waren auf den großen Elefantenstraßen, und er sang, wenn sie rasteten, und manchmal sang er sogar im Traum.

Eines Tages hatte sich der alte Leitelefant die Ohren ganz besonders gründlich gewaschen. Da hörte er Kai-tos Lied. "Noch nie hat ein Elefant gesungen", sagte er. "Also ist es verboten!" Und er jagte Kai-to fort. Wer aber einmal aus der Herde ausgestoßen ist, darf nie wieder zurückkehren.
www.planet-wissen.de
So zog nun also Kai-to allein seines Wegs; weit hinter der Herde folgte er von fern ihren Spuren, und nur manchmal konnten sie sein trauriges oder zorniges Singen noch hören.

Aber die jungen Elefanten der Herde waren unzufrieden, sie hatten Kai-to gemocht. Und sie hatten sein Lied gemocht. Sie stellten sich drohend dem Leitelefanten in den Weg und hoben gegen ihn die Rüssel: "Kai-to soll wiederkommen!" riefen sie.

Aber der alte Leitelefant sagte: "Das ist noch nie geschehen, dass man sich gegen mich stellt. Und das ein Elefant singt, das verstößt gegen ein altes Elefantengesetz."

Aber die Jungen riefen: "Wenn ein Gesetz alt ist, braucht es noch nicht gut zu sein. Denk nach und hol Kai-to zurück! Sonst gehen wir auch und gründen mit Kai-to eine neue Herde."

Da fügte sich der Leitelefant und holte Kai-to zurück, Kai-to und sein Lied. Seit damals geschieht es öfter, dass Elefanten geboren werden, die unter dem Bauch ihrer Mutter schon singen.“
Quelle: Raymonde Graber
Ihr Lieben,

wenn Menschen zu mir kommen oder mir schreiben, die unter einer Depression oder schwermütigen und traurigen Gedanken leiden, dann empfehle ich Ihnen drei Dinge, die ich von meinem Jugendfreund Hans-Christoph, der leider schon im Alter von 15 Jahren an seiner Asthmaerkrankung verstorben ist, gelernt habe:
Lächeln, Tanzen und Singen.
Hans-Christoph
Mancher/m von Euch wird das vielleicht merkwürdig erscheinen und manche/r von Euch wird wohl einwenden: „Wenn ich traurige oder depressive Gedanken habe, dann ist mir nicht danach, zu singen oder zu tanzen!“

Ich gebe Euch Recht. Wenn man traurige oder depressive Gedanken hat, dann ist einem nicht danach zumute, zu tanzen und zu singen. Und bei einer richtig schweren klinischen Depression mag das vielleicht auch nicht mehr helfen.

Aber allen anderen, die manchmal oder häufiger traurige oder depressive Gedanken haben, kann ich nur empfehlen, den Rat meines Jugendfreundes wenigstens einmal auszuprobieren. Das kostet nur wenig Überwindung und nur wenig Zeit.

Dabei ist es wichtig, dass wir bei dieser Therapie allein sind,
damit wir uns ganz ungezwungen bewegen und verhalten können.

Ich empfehle immer, sich zunächst auf einen Stuhl zu setzen 
und willentlich ein Lächeln aufzusetzen.
Wer das regelmäßig macht, wird bald den Zauber erkennen:
Man kann nicht lächeln, ohne tatsächlich mit der Zeit innerlich fröhlich zu werden.

Wenn wir tanzen wollen, dann ist es ganz wichtig, eine Musik auszuwählen, nach der wir tanzen wollen, die uns zutiefst gefällt. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir bei dieser Therapie allein sind, denn dann können wir uns beim Tanzen ganz ungezwungen bewegen.

Wer diese Tanzübung regelmäßig eine Viertelstunde täglich praktiziert, wird schon nach wenigen Tagen feststellen, dass sich die trüben Gedanken lichten und wieder Sonne in unsere Gedanken scheint und dass sich mancher depressive Gedanken verflüchtigt.

Auch das Singen kann traurige Gedanken verscheuchen und unsere Stimmung aufhellen. Dabei ist es aber wichtig, nur solche Lieder zu singen, die uns zutiefst gefallen. Es bringt nicht, wenn jemand Volkslieder singt und dieser in Wirklichkeit verabscheut. Dann ist es vielleicht besser, alte Lieder von den Beatles oder Jo Cocker zu singen.

Ich habe mir diesen drei Vorgehensweisen in meinem Leben immer großen Erfolg gehabt und sie haben mir geholfen, manche schwere Krise zu durchstehen.
Und noch einen guten Rat möchte ich Euch geben:

Einer der Gründe, warum uns manchmal traurige oder depressive Gedanken heimsuchen und sich bei uns einnisten, besteht darin, dass wir zu wenig auf die Befriedigung unserer Bedürfnisse achten.

Deshalb lautet mein gut gemeinter Rat:  
Tue in der kommenden schönen Frühlings- und Sommerzeit des Öfteren das, was Dir Freude macht, worauf Du Lust hast, was Du schon immer einmal tun wolltest.

Dafür zu sorgen, dass unsere Bedürfnisse nicht zu kurz kommen,
ist die beste Vorsorge vor traurigen und depressiven Gedanken.
Erste Frühlingsboten
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch von Herzen eine fröhliche, eine zuversichtliche und eine mutige neue vorösterliche Woche und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Geschichtenerzähler Werner
www.webshop-erzgebirge.de

Samstag, 28. März 2015

Sei liebevoll wie ein Polstersessel und nicht so hart wie ein Holzstuhl!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Willi Hoffsümmer erzählen:

„Polstersessel und Holzstuhl“

„Ein Polstersessel und ein Stuhl standen lange Zeit,
- es mögen sogar schon viele Jahre gewesen sein -, nebeneinander.
www.landhausmeile.de
Immer wieder wählten die Menschen, die an ihnen vorbeikamen und sich ein wenig von den Strapazen des Weges ausruhen wollten, den Polstersessel und der einfache Holzstuhl ging leer aus, dabei fühlte er sich kerngesund und hätte den Menschen gerne etwas Gutes getan.
www.moebelcentrale.de
„Wie kommt es eigentlich, dass man Dich so sehr bevorzugt?“, fragte der Holzstuhl eines Tages den Sessel. Der Sessel lächelte verschmitzt und antwortete: „Ich gebe nach!“

www.pfarrgemeinden-niederzier.de
Ihr Lieben,

Bevor ich es vergesse, möchte ich Euch daran erinnern, dass heute von Samstag auf Sonntag wieder auf die Sommerzeit umgestellt wird. Die Uhren werden um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Bitte denkt daran.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Nun aber zu unserer heutigen kleinen Geschichte.
Wenn wir müde von einer Wanderung, einem längeren Spaziergang oder einem Einkaufsbummel nach Hause kommen, dann tun uns oft die Beine weh und dann lassen wir uns gerne in einen Sessel fallen.

Der Sessel fängt uns auf, wir können in ihm entspannen, wir können uns in ihm ausruhen, wir können in ihm neue Kräfte sammeln.

Den harten Holzstuhl in der Küche nutzen wir höchstens dazu, die Einkaufstüten auf ihm zu platzieren, um die eingekauften Lebensmittel in Ruhe verstauen zu können.

Wenn man sich dagegen müde, abgespannt von einer Wanderung, einem längeren Spaziergang oder einem Einkaufsbummel auf einen harten Holzstuhl setzt, dann hat man das Gefühl, dass die einem die Knochen noch mehr weh tun, als sie es ohnehin aufgrund der Anstrengung bereits tun.

Aus dieser Tatsache können wir viel für unser Leben lernen.
Wenn wir bei unserer Partnerin, unserem Partner, unseren Kindern und Enkelkindern, unseren Freunden und sonstigen Mitmenschen etwas erreichen wollen, dann ist es viel vorteilhafter, wie der Polstersessel zu reagieren und nicht wie ein Holzstuhl.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in unserer Härte, sondern darin,
dass wir den anderen Menschen liebevoll auffangen.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in unserer Unnachgiebigkeit, sondern darin,
dass wir bereit sind, auch Kompromisse einzugehen.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in unserer Prinzipienreiterei, sondern darin,
dass wir auch dann liebevoll reagieren, wenn der andere Menschen Fehler macht.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in unserer Gradlinigkeit, sondern darin,
dass wir erkennen, dass auch Umwege zum Ziel führen können.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in unserer Disziplin, sondern darin,
dass wir auch einmal alle Fünfe gerade sein lassen.

Unsere Liebe zeigt sich nicht in in unserem täglichen Einerlei, sondern darin, 
dass wir zu dem Anderen sagen: „Ich habe Dich lieb!“ und dass wir ihn dies auch spüren lassen.

Unsere Liebe zeigt sich nicht darin, dass vor allem wir im Mittelpunkt stehen, sondern darin, dass wir erkennen, wie wichtig das Gegenüber, das DU, ist.

Unsere Liebe zeigt sich nicht darin, dass wir Recht behalten, sondern darin,
dass wir gemeinsam mit dem Anderen nach dem richtigen Weg suchen.
Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein Wochenende der Liebe, des Geliebtwerdens, der Freundschaft und der Hoffnung und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Donnerstag, 26. März 2015

Ein schrecklicher Flugzeugabsturz - und was dieser mit uns zu tun hat!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine kleine Geschichte von E.Wiesel erzählen:

„Gott am Galgen“

„In Auschwitz erhängte die SS zwei jüdische Männer und einen Jungen vor der versammelten Lagermannschaft. Die Männer starben rasch, aber der Todeskampf des Jungen dauerte eine halbe Stunde.

Wo ist Gott? Wo ist er?“, fragte einer hinter mir.
Als nach langer Zeit der Junge sich immer noch am Strick quälte, hörte ich den Mann wieder rufen: „Wo ist Gott jetzt?
Und ich hörte eine Stimme in mir antworten:
Wo er ist? Hier ist Er. Er hängt dort am Galgen.

Auschwitz
www.schalomnet.de

Ihr Lieben,

wenn ich solche Berichte lese, ist es mir immer ganz wichtig, dass ich nicht Berichte über Auschwitz lese, sondern Berichte von Menschen, die Zeitzeugen waren, die dabei waren.

Jedes Mal bin ich bis tief in mein Herz, ja bis ins Mark erschüttert,
was Menschen anderen Menschen antun können. 


Auch in der Tierwelt wird getötet, aber in den meisten Fällen nur,
um den eigenen Hunger zu stillen, nicht aber auf reiner Mordlust.

Und die Eigenschaft des Menschen, andere Menschen vorsätzlich demütigen, quälen und foltern zu wollen, ist in der Tierwelt völlig unbekannt.
Besonders bewegt mich aber immer wieder die Frage: Wo ist Gott? 
Wo war er in Auschwitz?

Wo ist Gott, wenn ein Unschuldiger ermordet wird, wenn eine Frau vergewaltigt, ein Kind sexuell missbraucht wird, wenn ein Menschen aufgrund einer Krankheit furchtbare Qualen leidet, wenn ein Mensch verunglückt?


Gerade gestern und heute hat uns alle das furchtbare Flugzeugunglück des Airbus A 320 mit 150 Toten erschüttert. Eine besondere Tragik liegt in der Tatsache, dass der Copilot das Flugzeug vorsätzlich gegen die Felswand gesteuert hat.
Airbus A 320
www.luftfahrt.net
In solchen Fällen können wir keinen Sinn hinter solch einem Unglück erkennen.
Junge Schülerinnen und Schüler, die ihr Leben noch vor sich hatten, sind tot.
Eltern haben ihre Kinder verloren, Kinder ihre Geschwister, Großeltern ihre Enkel, Freunde ihre Freunde, Freundinnen ihre Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen ihre Kolleginnen, Schülerinnen und Schüler ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und Schülerinnen und Schüler ihre Lehrerinnen.
Ein entsetzliches Leid!!

Antworten wie „Gott wird schon wissen, was er tut“ oder „Es hat alles seinen Sinn!“ trösten mich in solchen Fällen gar nicht. Ich gebe zu, ich kann Gott dann nicht verstehen.

Dennoch bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es Gott gibt.
Ich glaube an einen Gott, in dessen Hand ich verunglücken kann, in der ich sogar sterben kann, aus der ich aber niemals herausfallen kann, der gerecht ist, der ein Backofen voll Liebe ist, der Gewalt verabscheut.

Aber immer wieder quält mich die Frage:
Warum greift er nicht ein? Warum hält er sich aus unserem Leben heraus?
Wie kann Gott das Leid aushalten, das er sieht?
Wie geht Gott mit den Schreien der Gepeinigten, der Vergewaltigten, der Geschlagenen und der Missbrauchten um?

Ich habe auf diese Fragen keine endgültige Antwort.

Ich kann nur versuchen, es mir zu erklären:
Was unsere Erde betrifft, so hat Gott uns Menschen die Verantwortung übertragen.
Und eines Tages – die Bibel nennt das den Jüngsten Tag – wird jeder Mensch Rechenschaft ablegen müssen für das, was er in seinem Leben getan und unterlassen hat.

Wenn ein Unglück geschieht, lautet die Frage oft: „Wie kann Gott das zulassen?
Für mich lautet die Frage eher: „Wie können wir Menschen das zulassen?

Wir alle, Du, ich, wir sind verantwortlich für diese Welt.

Jeder von uns kann an dem Ort, wo er lebt, an der Stelle, 

an der er steht, zu einem Botschafter des Friedens werden.
Jeder von uns kann zu einem Licht der Liebe werden.
Jeder von uns kann zu einer Fackel der Zuversicht und der Hoffnung werden.
Jeder von uns kann zu einem Anstifter der Freude werden.

Was wir speziell aus dem Flugzeugunglück lernen können:

Wir sollten niemals die Sonne über einem Streit untergehen lassen, ohne den Versuch unternommen zu haben, uns zu versöhnen.

Wir sollten jeden Tag bedenken, dass das Leben ein kostbares Geschenk ist, das aber, wie eine wundervolle Glasvase, die uns aus der Hand fällt, zerschellen kann.
Deshalb sollten mir jede Gelegenheit dazu nutzen, unseren Lieben und unseren Mitmenschen mit Liebe uns Respekt zu begegnen.


Wir sollten keinen Tag vorübergehen lassen, ohne unseren Lieben in irgendeiner Weise zu zeigen, dass wir sie lieben, dass sie uns ganz viel wert sind, dass sie etwas Besonderes sind, dass sie einzigartig sind. Und wir sollten es ihnen nicht nur zeigen, sondern auch sagen.
www.gesund-netzwerk.de

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch nun einen ruhigen erholsamen Abend und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer nachdenklicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 24. März 2015

Warum Brot so wichtig ist!


Quelle: Helmut Mühlbacher

 Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Willi Bruners erzählen:

„Die Waage des Königs“

„Ein junger Mann wollte unbedingt von zu Hause fortgehen, um die Welt kennenzulernen. „Geh nur“, sagte seine Mutter, „Geld habe ich keines, das ich Dir geben könnte, aber ein Stück Brot will ich Dir mitgeben. Solange Du es mit anderen Menschen teilst, so lange wird es Dir nicht ausgehen.

www.baeckerei-geishecker.de
Der junge Mann machte ich auf die Wanderschaft, aß von dem Brot, wenn er Hunger hatte, und teilte es mit denen, die er traf. Und wie es die Mutter vorhergesagt hatte: Das Brot ging nie zu Ende!

Eines Tages kam er in die große Stadt eines mächtigen Königs. Der wollte seine wunderschöne Tochter nur demjenigen zur Frau geben, der noch reicher und mächtiger war als er selbst.


Auf dem Marktplatz hatte er eine riesengroße Waage aufstellen lassen: In der einen Waagschale lagen alle seine Schätze. Wer seine Tochter zur Frau haben wollte, der sollte seine Schätze in die andere Waagschale legen.
Könige aus aller Welt kamen mit alle ihrem Reichtum angereist, aber keiner vermochte es, die Waagschale zum Herabsinken zu veranlassen. Die Prinzessin fürchtete schon, den Rest ihres Lebens für immer allein leben zu müssen.

Einmal ging sie traurig und enttäuscht darüber, dass noch niemand es geschafft hatte, die Waagschale zum Herabsinken  zu bringen, am Ufer des Flusses entlang, als sie den jungen Mann traf, der gerade sein Brot aß. Er lud sie, um sie etwas aufzuheitern, zum Essen ein. Sie nahm das Brot dankend an, aß davon und konnte wieder froh sein. Gestärkt ging sie wieder nach Hause.

Am nächsten Tag kam der junge Mann an der riesigen Waage des Königs vorbei:
Wieder bemühten sich Könige, die Waagschale mit ihren Schätzen niederzudrücken.
Vergebens. Da erkannte der junge Mann in der Prinzessin das Mädchen, mit dem er sein Brot geteilt hatte.


Da trat er vor den König und sprach: „Gib mir Deine Tochter zur Frau! Ich lege meinen ganzen Reichtum, dieses Stück Brot, in die Waagschale.“
Da lachten ihn alle Anwesenden aus und der König wurde sogar zornig.
Aber die Prinzessin bat ihren Vater, den jungen Mann den Versuch unternehmen zu lassen.

Da legte der junge Mann sein Brot in die leere Schale: 
Die Waage begann sich zu neigen und sank langsam nach unten.

Niemand konnte dieses Wunder verstehen. Der König aber hielt sein Versprechen.
Der junge Mann und die junge Prinzessin wurden sehr glücklich miteinander und die Menschen in ihrem Land hatten immer Brot zu essen.“

Werners selbst gebackenes Brot

Ihr Lieben,

wenn ich dieses Märchen lese, dann weiß ich, warum ich schon immer Märchen geliebt habe: In den Märchen hat auch der vermeintlich Schwächere die Chance, etwas ganz Großes zu erreichen, ein ganz großes Ziel zu erreichen, so wie der junge Mann in unserem Märchen.

Wenn ich in diesen Tagen einkaufen gehe, um mir Lebensmittel zu besorgen, dann werde ich stets etwas traurig. In den Regalen sind bereits Lebkuchenherzen und Butterspekulatius zu finden und das Ende September. Es fehlt nur noch, dass aus einem Lautsprecher Weihnachtslieder ertönen.

Unser Märchen weist uns darauf hin, worauf es wirklich im Leben ankommt:
Nicht auf Reichtum, auf Gold, auf Geld, auf Juwelen, sondern auf etwas ganz Einfaches: Auf Brot!

Unser Märchen behauptet, nicht wiege schwerer als Brot,
dagegen seien alle Schätze dieser Welt nur Leichtgewichte.

Ich finde, daran ist viel Wahrheit:
In der jetzt vor uns liegenden Jahreszeit, besonders nachher in der Vorweihnachtszeit sollten wir immer daran denken, dass es so viele Menschen auf der Welt gibt, die sich nach einem Stück Brot sehnen. Gold, Juwelen und sonstige Schätze kann man nicht essen, nichts ist so wertvoll wie Brot.

Dabei spreche ich vor allem von dem Brot als Nahrungsmittel. Ich finde, jeder Mensch hat das recht darauf, nicht abends hungrig einschlafen zu müssen und wir sollten ein wenig von dem abgeben, das wir haben und mit denen teilen, die unsere Hilfe so dringend benötigen.

Aber ich spreche auch von dem Brot der Hoffnung.
Die Menschen sehnen sich nach dem Brot der Hoffnung.
www.robert-betz.de
Ich spreche auch von dem Brot der Liebe
Nichts heilt ein Herz besser als das Brot derLiebe.


Ich spreche von dem Brot der Zuwendung

Nichts macht einen Menschen so unverwundbar gegen die Anfeindungen und Versuchungen dieser Welt wie das Brot der Zuwendung.

Ich spreche von dem Brot der Freude

denn nichts gibt einem Menschen so viel neuen Schwung wie das Brot der Freude.


Ich spreche von dem Brot der Ermutigung

denn nichts verleiht einem Menschen so viel Kraft, niemals aufzugeben, wie das Brot der Ermutigung.

Ich spreche von dem Brot der Versöhnung, denn nichts heilt zerbrochene Herzen und zerstörte Beziehungen so sehr wie das Brot der Versöhnung.
Ich spreche von dem Brot des Glücks, denn nichts erfüllt ein Herz mit so viel Dankbarkeit und tiefer innerer Zufriedenheit  wie das Brot des Glücks.

Wir alle sollten in der kommenden Zeit Menschen sein, die Brot verschenken.

Und wer genau hinschaut, wird das Geheimnis entdecken, dass nämlich, wenn er das Brot des Glücks, der Liebe, der Hoffnung, der Zuwendung, der Freude, der Ermutigung und der Versöhnung mit anderen Menschen teilt, dieses Brot niemals weniger wird. Diese Brot ist das, worauf die Welt wartet. Deshalb sollten wir ihr dieses Geschenk nicht vorenthalten.

www.der-feinschmecker-shop.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen ruhigen, entspannten und nachdenklichen Frühlingsabend und grüße Euch ganz herzlich aus dem sonnigen Bremen
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 22. März 2015

Warum es gerade auf Dich ankommt!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von D. Steinwede nacherzählen:

„Das Märchen vom Veilchen am Nordpol“
www.badische-zeitung.de
„Alle Menschen, die davon hörten und 
denen davon berichtet wurde, waren erstaunt:

Ein Veilchen, das vor Frost zitterte, durchdrang mutig mit
seinem süßen Duft die eisige Luft, die es umwehte.
In der Nacht erbebte darum der ganze Nordpol
und das ewige Eis erzitterte und zerbrach an manchen Stellen wie Glas.
Und das Veilchen duftete, als wollte es die unendliche Eiswüste auftauen.
www.waldhang.de
Als es schließlich an Überanstrengung starb, dachte es bei sich:
„Es musste doch irgendjemand mit dem Duften anfangen!
Eines Tages werden Millionen von Veilchen hier blühen.
Das Eis wird auftauen. Es wird Inseln geben und Häuser und glückliche Kinder…“
www.dksb.de
Ihr Lieben,

wir sitzen vor dem Fernseher und uns wird über schreckliche Attentate berichtet
und wir sagen: „O, diese bösen Islamisten, die sollten alle eingesperrt werden!

Wir sitzen vor dem Fernseher und uns wird über den Krieg in Syrien berichtet
und wir stellen fest: „Wie gut, dass wir im sicheren Europa leben!

Wir sitzen vor dem Fernseher und uns wird über Hungersnöte in Afrika berichtet
und wir überlegen, welches leckere Abendessen wir uns heute gönnen wollen.

Wir sitzen vor dem Fernseher und uns wird über den Missbrauch von Kindern berichtet und wir sagen: „Gibt es denn heute gar nichts Gescheites im Fernsehen?
Quelle: Astrid Müller
Wenn wir verantwortlich mit unserem Leben umgehen wollen, wenn wir glücklich werden wollen und ein erfülltes Leben führen wollen, dass sollten wir erkennen, dass wir die Formel für ein verantwortliches, glückliches und erfülltes Leben seit über 2000 Jahren bereits kennen, wir müssen als nicht mehr danach suchen.

Unabhängig von der Tatsache, ob wir an Gott glauben oder nicht, lautet die Formel für ein verantwortliches, glückliches und erfülltes Leben:
„Liebe Deinen Nächsten und Dich selbst!“

Wir sind also nicht dazu auf dieser Welt, um möglichst viel zu feiern, möglichst viel zu essen und zu trinken und von einem Event zum nächsten zu eilen, sondern der Sinn unseres Lebens besteht darin, uns und anderen Menschen Freude zu bereiten, uns und anderen Menschen Liebe zu schenken.

Jeder von uns kann wie das Veilchen in unserer heutigen Geschichte einen kleinen Beitrag dazu leisten, diese Welt ein klein wenig besser zu machen und ein klein wenig menschlicher zu gestalten.

Ich möchte Euch heute ein wundervolles Beispiel dafür nennen, wie ein einzelner Mensch vieles bewirken kann. Ich spreche von meiner Seelenfreundin Irmi Wette, die ich aus diesem Grund selbst sprechen lassen möchte:
Irmi Wette
Quelle: Hanna Eder
Ich bin staatlich anerkannte Pädagogin. 1998 gründete ich die Konstanzer Puppenbühne. Als ich 2002 von Kindern in der Nachbarschaft in unmittelbarer Nähe einer Schule darauf angesprochen wurde, dass ein Mann versuche, Kinder in sein Auto zu ziehen, bin ich zur Polizei gefahren, um tätig zu werden. Gemeinsam haben wir das Projekt Konstanz gegen Gewalt ins Leben gerufen.

Sexuelle Belästigung und Missbrauch von Kindern verletzen nicht nur eine kleine Seele, sie zerstören die körperliche wie die psychische Entwicklung eines Kindes. Kinder, die Opfer sexueller Übergriffe werden, werden meist zusätzlich durch den Täter oder die Täterin unter Druck gesetzt. Drohungen wie „Wenn du etwas verrätst, stirbt deine Mama“ sollen den Kindern Angst machen und sie zum Schweigen bringen. 

Die Täter/-innen nutzen ihre Autoritätsposition aus, um auf Kosten des Kindes eigene Bedürfnisse zu befriedigen. In den meisten Fällen sind die Täter/-innen den Opfern bekannt. Eltern und Pädagog(inn)en wissen oftmals nicht, wie sie mit diesem sensiblen Thema umgehen sollen. Häufig fehlt ein Türöffner, um Kinder spielerisch und ohne Angst an das Thema heranzuführen und sie dafür zu sensibilisieren.

„Pfoten weg!“ – das Figurentheaterstück
Ich habe mit meinem Figurentheaterstück „Pfoten weg!“ den künstlerischen Weg gewählt, feinfühlig an das sensible Thema Prävention von Kindesmissbrauch heranzugehen und damit aktive Präventionsarbeit zu leisten. Auf diese Weise erreiche ich die Kinder ohne Umwege und Berührungsängste und mache sie sanft und kindgerecht mit diesem schwierigen Thema vertraut.

Die Geschichte zu „Pfoten weg!“ habe ich selbst geschrieben, die Figuren und das Bühnenbild in liebevoller Handarbeit selbst hergestellt. Über das Medium Figurentheater wird Kindern spielerisch vermittelt, ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen, zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen zu unterscheiden, offen darüber zu sprechen, nein zu sagen und sich zu wehren – um ihnen so zu ermöglichen, zu starken Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Die Hauptprotagonisten des Theaterstückes sind Katzen. Katzen sind bei den meisten Kindern Sympathieträger – bekannt als Schmusekatzen, die jedoch ganz klar und deutlich ihre Krallen zeigen, wenn sie etwas nicht (mehr) mögen. „Pfoten weg!“ erzählt die Geschichte von Salome, Tom und Lotte, die Besuch von Onkel Burschi und Tante Herzi bekommen sollen. Eigentlich eine schöne Abwechslung, sollte man meinen. Den Katzenkindern ist jedoch nicht wohl bei dem Gedanken, wieder einmal krakenartige Umarmungen und feuchte Schlabberküsse von den Verwandten aushalten zu müssen. Durch die Ratschläge ihrer Freunde Igel und Hase und den Wildschweinen Sausi und Brausi sowie der Katzenfee lernen sie jedoch, stark zu werden und sich zu wehren.
Quelle: Wolfgang Langlois
Mit Musik, Spiel und Interaktion werden den Kindern bei den Auftritten über die Puppen wertvolle pädagogische Botschaften vermittelt.

Pfoten weg!“ – die Aktionstage
Das Figurentheaterstück „Pfoten weg!“ bzw. der gleichnamige Film werden im Rahmen von Aktionstagen aufgeführt. Vor den Aufführungen wird zur Vorbereitung auf das Projekt „Pfoten weg!“ mit den Kindern das Lied der Katzenfee auf die bekannte Melodie von Hänschen klein gelernt und am Ende des Stücks gemeinsam mit der Katzenfee gesungen.

Das Konzept der Aktionstage
Mit den Pfoten-weg-Aktionstagen möchte ich so viele Kinder und Erwachsene wie möglich erreichen. Es ist unheimlich wichtig, über Prävention sexualisierter Gewalt zu sprechen, bevor es zu Übergriffen kommt: Kinder, Eltern und Pädagogen brauchen fundierte, verlässliche Informationen, die nicht nur sachlich richtig, sondern auch kindgerecht aufbereitet sind. Ganz wichtig ist, dass die Aktionstage für das Publikum kostenfrei sind: Auch Familien mit geringem Einkommen müssen uneingeschränkt Zugang zu diesen Informationen haben können. Wir sind als gesamte Gesellschaft dafür verantwortlich, unsere Kinder zu schützen und gleiche Möglichkeiten für alle zu schaffen.

Für wirksame Präventionsarbeit muss das Umfeld der Kinder miteinbezogen werden, deshalb laden wir neben den Eltern auch Pädagogen, alle interessierten Erwachsenen sowie die Erzieherfachschüler in den jeweiligen Landkreisen zu den Aktionstagen ein.

Für Eltern und Pädagogen: die Elternbroschüre
Eltern und Pädagogen werden durch einen obligatorischen Elternabend (von der Polizei, dem Kinderschutzbund o. a.) vor der Aufführung mit den Inhalten des Theaterstückes und dem Thema Prävention vertraut gemacht.

Ergänzend habe ich eine Elternbroschüre erarbeitet, die neben reichhaltigen Informationen zum Thema Prävention von Missbrauch auch Adressen der örtlichen Hilfsorganisationen des jeweiligen Landkreises enthält. Die Broschüre erklärt die Begriffe ‚sexueller Missbrauch‘ und ‚sexuelle Gewalt‘; sie nennt Warnhinweise, beschreibt Täterprofile und bietet Anlaufstellen für Kinder und Erwachsene. 

Alltagsnahe Tipps und Hinweise erleichtern den Umgang mit diesem schwierigen Thema. Eltern und Pädagogen werden so fachkundig beraten und darin gestärkt, liebevoll und mit Leichtigkeit an das Thema heranzutreten. „Pfoten weg!“ dient hier als Türöffner im täglichen Umgang mit den Kindern.
Quelle: Wolfgang Langlois
Für die Kinder: Bastelmaterial aus der Nachbereitungsbroschüre
Nach den Aufführungen stehen liebevoll vorbereitete Basteltische für die Kinder bereit. Mit den Materialien der Nachbereitungsbroschüre können sie hier die Inhalte des Films und des Theaterstückes vertiefen und nachhaltig verinnerlichen. Die Broschüre enthält u. a. Flachfiguren zum Selbstgestalten, mit denen die Geschichte nachgespielt werden kann, sowie eine Gefühlsuhr und Gefühlszuordnungskarten-spiele, zum Beispiel für Pantomime-Spiele. 

Die Kinder beschäftigen sich spielerisch mit den Figuren aus dem Film, sie identifizieren sich mit ihnen und setzen sich so in entspannter Atmosphäre mit den Botschaften von „Pfoten weg!“ auseinander.

Zusammen mit ihren Eltern, den Erziehern im Kindergarten oder den Lehrern in der Grundschule können die Kinder mit den zusätzlichen Materialien der Broschüre arbeiten: Verschiedene Fragen zu „Pfoten weg!“ und zu ihren eigenen Gedanken und Gefühlen helfen ihnen dabei, ein Bewusstsein für das Thema sexualisierte Gewalt zu entwickeln und sich selbstbewusst damit auseinanderzusetzen. Für Eltern enthält die Nachbereitungsbroschüre Informationen der Polizei sowie Adressen von Hilfsorganisationen.

An weiteren Basteltischen können sie sich verschiedene Kätzchen mit verschiedenen „Schweregraden“ basteln.  An der Schminkbühne dürfen die Kinder sich selbst auch in ein Kätzchen schminken lassen, damit sie sich selbst wie ein Kätzchen fühlen. 


Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern
Ein wichtiger Bestandteil der Pfoten-weg-Aktionstage ist die Kooperation mit verschiedenen ortsansässigen Organisationen und Einrichtungen, die sich in der Prävention von sexualisierter Gewalt engagieren. Durch die Aktionstage soll das gemeinsame Engagement gestärkt werden. 

Die Kooperationspartner sind bei den Aktionstagen mit Informationsständen vertreten: Sie stellen ihre Hilfsangebote vor und zeigen Betroffenen mögliche Wege im Umgang mit dem schwierigen Thema sexualisierte Gewalt auf. Die Beratung an den Infoständen durch Fachkräfte ist unverbindlich und hilft Besuchern die hohe Hemmschwelle zu überwinden, die mit dem Thema sexualisierte Gewalt verbunden ist. 

Die Aktionstage dienen zudem der Vernetzung: Über die angebotenen Informationen und die Ansprechpartner stellen die Kooperationspartner in angenehmer Atmosphäre erste Kontakte zu Eltern und Pädagogen her – und bauen so Brücken, die den Weg zur richtigen Anlaufstelle erleichtern, wenn Kinder Hilfe brauchen.
Seit März 2014 haben wir eine bundesweite intensive Kooperation mit dem WEISSEN RING e.V.

Zu den Kooperationspartnern gehört seit inzwischen zwölf Jahren neben dem WEISSEN RING die Polizei. Bei den Aktionstagen arbeite ich seit vielen Jahren unter anderem mit Hänsel + Gretel, profamilia, Terre des Femmes, Grauzone e. V., Frauen helfen Frauen in Not e. V., Unicef, , Caritas, Diakonie, den verschiedenen Jugendämtern/Kreisjugendämtern Wendepunkt, Phönix, Mebes und Noak (Buchfachhandel) und anderen zusammen.

Seit 2013 lade ich  auch Karateschulen o.ä. Selbstbehauptungsinitativen ein, sich an unseren Aktionstagen zu beteiligen.

In manchen Orten haben wir um die Aufführungsserien herum auch Workshops, Vorträge und Fortbildungen organisiert. Diese ebenfalls kostenfrei für Pädagogen, Erzieherfachschüler, Eltern und andere Interessierte.


„Pfoten weg!“ – die DVD
Der gleichnamige Film zum Theaterstück „Pfoten weg!“ ist 2010 auf DVD erschienen. Dieses Werk wird dieses Jahr überarbeitet und mit den neuesten Erkenntnissen so wie mit den neuesten Materialien ausgestattet. Sie enthält neben der Studioaufnahme von „Pfoten weg!“ umfangreiches und künstlerisch wertvolles Bonusmaterial als Bildschirmspiele und zum Ausdrucken, das die Inhalte des Filmes vertieft und die Kreativität der Kinder anregt. Damit auch Kinder und Familien erreicht werden, die nicht oder nicht gut deutsch sprechen, enthält die DVD englische, russische, türkische und bosnisch/kroatisch/serbische Untertitel.

Ich versuche über Sponsoren und Fördergelder bundesweit so viele Kindergärten und Schulen wie möglich mit der Pfoten-weg-DVD und der Nachbereitungsbroschüre auszustatten. Es ist mir wichtig, dass die Kinder die Materialien kostenfrei erhalten können: Präventionsarbeit darf nicht an finanziellen Hürden scheitern.

Inzwischen haben weit über 35 000 Kinder „Pfoten weg!“ als Aufführung  gesehen.
Schirmherr für das Projekt „Pfoten weg!“ ist Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten.

Die Resonanz beim Publikum und in der Presse ist sehr groß und durchweg positiv. Die Polizei Baden-Württemberg konnte dies für das Theaterstück anhand einer Evaluation im Rahmen der Kooperation 2003 bis 2006 auch nachweisen. Um so viele Menschen wie möglich mit unserem Projekt zu erreichen und mit ihnen zu interagieren, nutzen wir neben unserer Website inzwischen auch die Social-Media-Plattformen Facebook und Weblog.

„Pfoten weg!“ – das Bilderbuch
Ein Foto-Bilderbuch mit der Geschichte von „Pfoten weg!“ ergänzt das Projekt. Es erzählt die Geschichte von Salome, Tom und Lotte mit unterhaltsamen Texten und zahlreichen Fotos der Katzenkinder und ihrer Freunde – zum Vorlesen und Selber lesen. 

Dazu gibt es eine CD-ROM mit dem „Pfoten weg!“ Hörspiel, Hintergrundinformatio-nen, Bastelbögen und Spielen sowie Tipps zur Prävention sexualisierter Gewalt sowie viele Hyperlink zu Adressen von Hilfsorganisationen und Vereinen. 

Außerdem sind informative Broschüren vom WEISSEN RING e.V. und dem DEUTSCHEN SPORTBUND auf der Scheibe enthalten. Das Bilderbuch soll später ebenfalls in verschiedene Sprachen übersetzt werden, um es Familien mit Migrationshintergrund leichter zu machen, über sexualisierte Gewalt und Prävention zu sprechen. Auch hier will ich wie bei der DVD versuchen, so vielen sozialen Einrichtungen wie möglich das Bilderbuch über Sponsoren kostenfrei zu ermöglichen.

Für die Zukunft ist außerdem ein Brettspiel in Planung. Ich entwickle das Projekt „Pfoten weg!“ seit Jahren beständig weiter, damit Kinder und Erwachsene auf vielfältige Weise mit den Inhalten des Theaterstücks arbeiten können – kindgerecht, angstfrei und nachhaltig.

Das Projekt „Pfoten weg!“- Kurzbeschreibung
„Pfoten weg!“ ist ein Projekt zur Prävention von sexualisierter Gewalt. Es richtet sich an Kinder (ab 4 Jahren), Eltern, Pädagogen, Erzieherfachschüler und interessierte Erwachsene.

Das Ziel von „Pfoten weg!“: Eine kindgerechte, realitätsnahe und angstfreie Präventionsarbeit, die Kinder und Erwachsene aus allen Bevölkerungsschichten erreicht. 

Kernstück des Projektes ist das Figurentheaterstück „Pfoten weg!“. Das Stück erzählt die Geschichte von drei Katzenkindern, die von Onkel und Tante bedrängt werden und lernen, wie sie sich wehren können. Die Zuschauerkinder identifizieren sich über die Katzenkinder als Sympathieträger mit der Handlung von „Pfoten weg!“ und nehmen so spielerisch und kindgerecht die Botschaft des Stückes auf: Du bestimmst über deinen Körper! Die Kinder erfahren, dass es wichtig ist, den eigenen Gefühlen zu vertrauen, sich zu wehren und sich Hilfe zu holen.

Das Figurentheaterstück ist der Türöffner, der Einstieg in das sensible Thema sexualisierte Gewalt. Die Präventionsarbeit von „Pfoten weg!“ baut darauf auf und bezieht dabei das soziale Umfeld der Kinder mit ein – denn die meisten Übergriffe geschehen innerhalb des Familien- und Bekanntenkreises. 

Über die Pfoten-weg-Elternbroschüre erhalten Eltern und Pädagogen wertvolle Informationen, Erklärungen und Tipps zum Thema sexualisierte Gewalt und erfahren, wohin sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen. 

Die Pfoten-weg-Nachbereitungsbroschüre enthält ebenfalls Informationsmaterial, außerdem verschiedene Bastel- und Spieleangebote zu „Pfoten weg!“ sowie kleine Aufgaben für Kinder, die ihnen dabei helfen, sich kindgerecht mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinanderzusetzen.

Das Figurentheaterstück „Pfoten weg!“ wird im Rahmen von Aktionstagen aufgeführt, die ich gemeinsam mit Kooperationspartnern wie dem WEISSEN RING und der Polizei durchführe. Die Kooperationspartner stellen an Informationsständen ihre Arbeit und ihre Hilfsangebote vor. Dieser erste Kontakt baut die oft vorhandenen Hemmungen bei den Besuchern ab und macht es ihnen leichter, sich Hilfe zu holen, wenn sie sie brauchen. Dieses Angebot soll allen Familien offenstehen: Die Aktionstage werden über Sponsoren und Fördergelder finanziert und sind für das Publikum kostenfrei.

„Pfoten weg!“ gibt es auch als DVD. Die DVD wird 2015 überarbeitet. Ergänzend zum Figurentheaterstück enthält sie Informationen, Adressen und Tipps für Erwachsene sowie Bastel- und Spielmaterialien für Kinder. Die DVD ermöglicht Präventionsarbeit ohne Sprachbarrieren: Für Familien mit Migrationshintergrund enthält sie englische, russische, türkische, bosnisch/kroatisch/serbische Untertitel.

Ihr Lieben,
unter allen, die gerne das Bilderbuch „Pfoten weg“ und die DVD für ihre Kinder und Enkelkinder haben möchten und mir unter das-eselskind@email.de schreiben, verlose ich 10 Exemplare dieses Bilderbuchs und der DVD!
Wer Irmi Wette direkt ansprechen möchte oder Fragen an sie hat, hier ihre E-Mail-Anschrift: irmi.wette@konstanzer-puppenbuehne.de
Quelle: Wolfgang Langlois
Wir sollten uns Irmi Wette zum Vorbild nehmen und überlegen, was wir mit unseren Mitteln dazu beitragen können, diese Welt friedevoller, liebevoller und freudevoller gestalten können.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen verantwortungsvollen Start in die neue Woche mit viel Freude für Euch und Euren Nächsten und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Helmut Mühlbacher