2732 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.732 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Donnerstag, 27. November 2014

Auch Du bist wertvoll!

"Lange bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy,
was Liebe wirklich heißt: nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.
Jim Nelson

www.planet-wissen.de
Ihr Lieben,

heute möchte ich euch eine Geschichte von
Aljoscha Gottheis erzählen, die auch für unsere Kinder und Enkelkinder wichtig und hilfreich ist:
"Die Werkzeuge in der Werkstatt"

Die Werkzeuge in der Werkstatt des Zimmermanns hielten eine Versammlung ab.
www.hmb.ch
Bruder Hammer war der Vorsitzende.
Die Anwesenden teilten ihm mit, dass er sein Amt abgeben müsse,
weil er zu laut sei. 

Er protestierte: „Wenn ich deshalb die Werkstatt verlassen muss, dann hat Bruder Bohrer auch zu gehen. Als kleiner Bohrer ist er doch ohnehin unbedeutend. Wo kann man sehen, was er geleistet hat?“

Der kleine Bruder Bohrer stand auf und erklärte: “Also gut. Aber Bruder Schraube muss dann auch aufhören. Ihr müsst ihn nur dauernd drücken und drehen, damit er überhaupt etwas tut.“

Darauf protestierte Bruder Schraube: „Wenn ich gehe, dann muss Bruder Hobel auch gehen. Seine Arbeit ist oberflächlich, er hat keinen Tiefgang!“

Bruder Hobel erwiderte: „Und was ist mit Bruder Zollstock? Er legt dauernd seinen Maßstab an Andere an und tut dabei so, als sei er der einzig Richtige!“

Bruder Zollstock erhob darauf Vorwürfe gegen Bruder Sandpapier.

„Mir ist es sowieso egal, was ihr macht. Aber seht ihn an! Er ist viel rauer, als er zu sein hat, reibt sich dauernd an Anderen, und dazu noch in der falschen Richtung!“

Mitten in der Diskussion kam der Zimmermann in die Werkstatt. Er band sich eine Schürze um und schritt hinüber zur Hobelbank. Er wollte ein edles Möbelstück bauen. Dazu gebrauchte er die Schraube, den Bohrer, das Sandpapier, die Säge, den Hammer, den Hobel und all die anderen Werkzeuge."
www.hsrb.ch

Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte beinhaltet eine tiefe Wahrheit.  

Keiner von uns ist etwas Besseres, keiner etwas Minderwertiges, auch wenn wir das manchmal glauben. Jeder Mensch hat seine besonderen Begabungen und Talente und jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll.

Diese kleine Geschichte zeigt auf eine feine Weise, dass kein Mensch eine bessere Arbeit leistet, sondern dass jeder seinen Beitrag zum Gelingen beiträgt. Wichtig ist, dass wir das, was wir tun, gerne tun und dass wir es mit Freude, großer Motivation und Hingabe tun.

Ich möchte jeder Einzelnen, jedem Einzelnen von Euch zurufen :
DU bist etwas Besonderes,
DU bist wertvoll,
DU bist einzigartig.
 
www.dekozauber.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch morgen einen wundervollen kraftvollen und selbstbewussten Tag und grüße Euch alle ganz herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner



                                                                     

Dienstag, 25. November 2014

Weihnachtswünsche

www.gengenbach.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Bruno Horst Bull erzählen:

„Dinis Weihnachtswunsch“

„Dini hatte alles, was sie sich wünscht:
Drei Schränke voll Kleider und Pullover. Einen eigenen Fernseher, einen Computer und ein Videogerät. Sie besitzt 27 Puppen, drei Teddybären und über dreihundert CDs.

„Was soll ich Dir nur zum Weihnachtsfest schenken?“, seufzte der Vater.
„Das Beste wird sein, ich schenke Dir einen vergoldeten Zweihunderteuroschein.“
Dinis Eltern sind reich. Geld spielt bei ihnen keine Rolle.
www.t-online.de

Die Mutter sagte: „Ich schenke Dir einen selbsttätig fahrenden Puppenwagen mit Elektromotor.“ 
„Und von mir bekommst Du einen leuchtenden Bernsteinring mit eingebauter Taschenlampe“, schmunzelte der Opa. Die Oma meinte: „Ich stricke Dir eine Schutzhülle für Deine Zahncremetuben.? Bruder Ricky tat sehr geheimnisvoll: „Von mir bekommst Du eine vollautomatische Bleistiftanspitzmaschine aus Silber.“
Batteriebetriebene Bleistiftanspitzmaschine
www.zc77.de
Dini aber murrte vernehmlich: „Ich will keine vollautomatische Bleistiftanspitzmaschine, Och will keine Schutzhülle für meine Zahncremetuben, keinen Puppenwagen mit Elektromotor, keinen Taschenlampenring und auch keinen goldenen Zweihunderteuroschein.“

„Ja, was möchtest Du denn geschenkt bekommen?“, fragte die Mutter erstaunt.
„Dass Ihr mich liebt und Zeit für mich habt!“, antwortete Dini.

Der Vater überlegte lange. Dann schüttelte er bedenklich den Kopf.
„Aber Dini“, sprach er, „was Du nur für ausgefallene Wünsche hast!
Liebe, Zuneigung und Zeit kann man doch nirgend kaufen!“

Ja, gerade darum wünsche ich sie mir!“, antwortete Dini.“
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

in dieser Vorweihnachtszeit begegnen mir zurzeit jeden Tag Menschen, die darüber nachdenken, was Sie ihrem Partner, ihrer Partnerin, ihren Kindern, Verwandten, Freunden und Bekannten zu Weihnachten schenken sollen.

Das, was mich dabei am meisten erschreckt, ist die Tatsache, dass in nahezu 100% aller Fälle nur über materielle Dinge nachgedacht wird. Der Wert eines Geschenkes wird vor allem an seinem Geldwert bemessen.
www.weber-grill.de
Und für den Fall, dass das Geschenk dem Beschenkten nicht gefallen sollte, wird diesem in unserer schnelllebigen Wegwerfgesellschaft gleich noch der Einkaufsbeleg mitgeliefert, damit er das Geschenk nach dem Fest umtauschen und zu Geld machen kann.

Heute sprach Papst Franziskus im Europaparlament. Auch wenn ich nicht katholisch bin, so hat mich seine Rede doch sehr berührt. Er sprach davon, dass Europa sich wie eine müde alte Großmutter benehme und dass es Zeit sei, dass wir uns wieder auf unsere Werte besinnen.
www.ruhrnachrichten.de
Warum glauben wir eigentlich, dass Liebe, Zuneigung und Zeit keine geeigneten Geschenke für Weihnachten sind?

Gerade jetzt in dieser dunklen Vorweihnachtszeit freuen sich unsere Lieben, unsere Verwandten, Freude und Bekannten, unsere Nachbarn und alle Menschen, denen wir begegnen, über das Geschenk der Liebe, der Zuneigung und der Zeit.
www.gesund-netzwerk.de
Ihr Lieben,


ich wünsche Euch für die kommenden Wochen recht viel Zeit,

Zeit, um auszuruhen,
Zeit, um nachzudenken,
Zeit, um zuzuhören,
Zeit, um anderen etwas vorzulesen,
Zeit, um mit anderen zusammen zu sein,
Zeit, um dem anderen zu sagen: „Ich habe Dich lieb!“
Zeit, um mit anderen spazieren zu gehen.
Zeit, um für andere Zeit zu haben,
Zeit, um zu genießen,
Zeit, um glücklich zu sein,
Zeit, um einen anderen Menschen in die Arme zu schließen;
Zeit, um einem anderen Menschen ein Lächeln zu schenken.
Zeit für Euch selbst und Eure Bedürfnisse.
Zeit
www-dock-nord.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen ruhigen, gelassenen Abend und morgen einen kraftvollen Tag und ich grüße Euch herzlich aus dem herbstlichen Bremen
Euer fröhlicher Werner
Das einzig wirklich Wichtige!
Quelle: Raymonde Graber


Montag, 24. November 2014

Wir brauchen Brot für das Herz

www.robert-betz.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Dagmar Ehm erzählen:

„Brot für das Herz“

„Der König freute sich sehr, als sein kleiner Sohn geboren wurde.
„Nichts soll ihm zustoßen“, sagte er, „ich will ihm ein eigenes Schloss bauen lassen,
in dem er ganz alleine wohnen kann.“
www.planet-wissen.de
Sobald der Knabe heranwuchs, durfte auch die eigene Mutter nicht mehr in seine Nähe. Diener brachten ihm seine Kleider und legten ihm das Essen hin, dann mussten sie sich sofort wieder entfernen.
www.welt.de
Der König dachte, dass es dem Prinzen an nichts fehlte. Aber als er wieder einmal durch die großen Fenster zu ihm hineinschaute, musste er zu seinem Entsetzen sehen, dass der kleine Prinz regungslos und bleich in seinem goldenen Stuhl lehnte.

Schnell holte der König die besten Ärzte herbei und ließ den Prinzen untersuchen. Die Ärzte steckten die Köpfe zusammen und meinten schließlich, dass der Prinz das üppige Essen nicht vertragen würde. Sie verschrieben ihm zum Frühstück ein einfaches frisches Brot.
Frühstücksbrot
www.marions-kochbuch.de

Der König bestellte sogleich beim besten Bäcker des Landes das Frühstücksbrot.
Der Sohn des Bäckers durfte das Brot liefern und es wurde dem Prinzen von den Dienern serviert. Dann blickten alle gespannt durch die großen Fenster, ob dem Prinzen das Brot schmecken würde. Aber er rührte es nicht an, obwohl es durch das ganze Schloss duftete.

Das konnte der Bäckersohn nicht begreifen. Als alle weggegangen waren, schlüpfte er unbemerkt in das Schloss, trat vor den Prinzen hin und sagte: „Warum isst Du mein Brot nicht, ich habe mir solche Mühe damit gegeben?“
www.baeckerei-geishecker.de
Der Prinz hob erstaunt seinen Kopf und sagte: „Wer bist Du und wie bist Du hereingekommen?“ „Ich habe Dir Brot gebracht“, sagte der Junge „und ich mache mir große Sorgen um Dich.“ Der Prinz musste lächeln. „Willst Du nicht bei mir bleiben, ich fühle mich so einsam“, sprach er.

Das ließ sich der Junge nicht zweimal sagen. Er plauderte mit dem Prinzen und spielte mit ihm im Schlossgarten. Schließlich bekamen beide Hunger und aßen mit großem Appetit gemeinsam das Brot auf.

Als der König wieder nach seinem Sohn sah, konnte er ihn fast nicht wieder erkennen. Der Prinz hatte rote Wangen und lachte über das ganze Gesicht. „Das Brot hat ihm gut getan“, dachte er. Da entdeckte er den Bäckerjungen und rief erbost: „Werft ihn hinaus, sperrt ihn ein!“

Am nächsten Tag war der Prinz wieder allein, saß traurig in seinem Stuhl und wollte weder Brot noch sonst etwas essen. Der König musste wohl oder übel den Bäckerjungen holen lassen und bat ihn um Hilfe.

Der Junge nahm seinen ganzen Mut zusammen und sagte: „Lieber Herr König, der Prinz braucht nicht nur Brot für den Magen!“ Der König hatte aber noch nie von einem anderen Brot gehört. „Kannst Du auch so ein Brot backen?“ fragte er.

„Jeder kann so ein Brot backen“, antwortete der Junge „es enthält Liebe, Freundschaft und Aufmerksamkeit, es vertreibt den Hunger der Einsamkeit und Traurigkeit.“
www.der-feinschmecker-shop.de
„Ich weiß, was Du meinst“, sagte der König und nickte mit dem Kopf. „Es ist das Brot für das Herz, und jeder Mensch braucht es genau so dringend wie das Brot für den Magen, ob König oder Bettelmann.“

Dann nahm er die Königin bei der Hand und ging mit ihr zu ihrem Sohn. Sie nahmen auch den Bäckerjungen mit und alle, die den Prinzen lieb hatten. Von nun an war der Prinz nie mehr allein.“

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

Brot ist, wenn es gut gebacken wird, etwas ganz Köstliches. Ich selbst backe mir auch gerne ein Brot und es schmeckt mir wundervoll. 

Mein selbstgebackenes Brot
Aber es genügt nicht, dass wir dafür sorgen, dass unsere Lieben, unsere Partnerin/ unser Partner, unsere Kinder und Enkelkinder, unsere Freunde, Bekannten und Verwandten und alle Menschen, denen wir begegnen, etwas zu essen bekommen.
Wir brauchen nicht nur Brot für unseren Körper, sondern auch Brot für unsere Seele.

Der Fremde, der Ausländer braucht von uns das Brot des Respekts,
um sich geachtet zu fühlen.


Unsere Partnerin, unser Partner braucht von uns das Brot der Liebe,
um sich bei uns geborgen zu fühlen.


Unsere Kinder und unsere Enkelkinder wollen von uns das Brot der Zuwendung bekommen, denn sie brauchen Menschen, die zu ihnen stehen und für sie da sind.

Unsere Freunde brauchen unser Brot der Ermutigung,
damit sie tapfer ihren Weg gehen können.


Unsere Bekannten brauchen unser Brot der Zuversicht und Hoffnung
um im Alltag nicht verzagen zu müssen.

Unsere Nachbarn brauchen unser Brot des Lächelns
um die Dunkelheit aus ihrem Leben vertreiben zu können.

Alle Menschen, denen wir begegnen, brauchen unser Brot der Gemeinschaft
um ihre Einsamkeit zu überwinden.

Wir selbst brauchen das Brot des Herzens,
um unsere eigenen Bedürfnisse zu erfüllen:

Um glücklich zu werden, um anerkannt und geliebt zu werden!


Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein besonders wohlschmeckendes Brot zum Abendessen und zum Frühstück und ganz viel Brot des Herzens für Eure Seele!
Ganz liebe Grüße
Euer fröhlicher Werner
Abendsonne an der Weser

Sonntag, 23. November 2014

Immer fröhlich – das gibt es doch gar nicht!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Roland Kübler erzählen:

„Die Schattenwölfe“

„Dalan, der junge Abenteurer, wusste aus alten Legenden, dass die Schattenwölfe eine Spur, die sie einmal gewittert haben, niemals wieder verlieren. Gegen sie hilft keine Waffe – sie hetzen ihre Opfer erbarmungslos, bis diese zusammenbrechen.

Dalan lief, so schnell er konnte, in die große Höhle hinein, doch das Rudel der Schattenwölfe rückte ihm in großen Sätzen immer näher. Er wusste, lange würde er nicht mehr durchhalten können. Er strauchelte, er schrie, er stürzte hart auf einen Stein.
www.aggertalhoehle.de
Hilflos suchte er seinen Kopf mit den Armen zu schützen. Jeden Moment mussten die Schattenwölfe über ihn herfallen und ihre Reißzähne in seinen Leib schlagen. Er hielt den Atem an. Doch nichts geschah. Vorsichtig richtete er sich ein wenig auf. Kaum drei Armlängen von ihm entfernt saßen die Schattenwölfe und starrten ihn an. Ihre schemenhaften Körper zitterten leicht.

Fast unmerklich kroch Dalan ein Stück weiter. Die Wölfe kauerten sich zusammen und beobachteten ihn. Dalan stand auf und ging – die Wölfe im Auge behaltend – einige Schritte. Das Rudel erhob sich. Mit einem Ruck drehte sich Dalan um und rannte los. Bald waren die Schattenwölfe wieder dicht hinter ihm. Dalan lief langsamer. Die geifernden Wölfe kamen nicht näher.

Als Dalan vor sich einen Lichtschein sah, atmete er erleichtert auf.
Schattenwölfe scheuen das Licht, so viel wusste Dalan.
Ein kühler Lufthauch ließ ihn zurückschrecken. Zögernd tastete er sich weiter, bis er merkte, dass der Höhlengang abrupt abbrach.

Lockend winkte ihm das warme Licht von der anderen Seite des Spaltes. Entsetzt schüttelte sich Dalan. Wäre er in schnellem Lauf vor den Schattenwölfen geflüchtet, läge er jetzt zerschmettert auf dem Grund dieser Höhle.
www.vier-pfoten.de
Die Wölfe lauerten dicht hinter ihm, kamen aber nicht näher. Entschlossen ging Dalan einen Schritt auf sie zu. Unruhig bewegten sich die mächtigen Köpfe. Dalan ging weiter auf sie zu. Die Schattenwölfe drückten sich aneinander. Dann drehten sie sich langsam um und schlichen, die Körper flach an den Höhlenboden gepresst, davon. Als Dalan ihnen mit festen Schritten folgte, flohen die Schattenwölfe in die Dunkelheit des Höhlenganges…“
www.sueddeutsche.de
Ihr Lieben,

In dieser Woche bekam ich von einem Leser des ESELSKIND-Blog eine E-Mail, in der er sich heftig beschwerte und mir mitteilte, das sei doch völlig unglaubwürdig, dass ich unser meine Geschichten immer schreiben würde „Euer fröhlicher Werner“, denn kein Mensch könne immer fröhlich sein, auch ich hätte sicher Augenblicke, in denen ich traurig sei, Angst hätte oder mit dem Leben hadere!“

Wenn jemand unter Euch glaubt, dass unter Fröhlichsein zu verstehen ist, dass ich hier zuhause den ganzen Tag lache, dann bin ich sicher nicht immer fröhlich.
Fröhlich zu sein, bedeutet für mich, das Fröhlichsein als Lebenshaltung zu praktizieren.

In unserer heutigen Geschichte erkennen wir, wie wir in richtiger Weise mit unserer Lebensangst, die uns ab und zu überfällt, umgehen können.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Das Geheimnis besteht darin, dass wir unsere Angst nur dann besiegen können, wenn wir uns unserer Angst stellen. Wenn wir vor unserer Angst davonlaufen wie in eine dunkle Höhle, dann werden wir irgendwann zusammenbrechen und ohne Hoffnung und Zuversicht sein.

Das Geheimnis der Angst besteht darin, dass sie nur dann Besitz von uns ergreifen kann, wenn wir das zulassen. Die Angst bleibt gerne in unserer Nähe und sie nimmt wie ein Wolf unsere Spur auf, wenn wir vor ihr davonlaufen.

Ich habe in meiner Kindheit und Jugend so viel Schreckliches und Böses erlebt, dass mein Leben von Angst erfüllt war. Durch liebe, gute Menschen habe ich gelernt, mit der Angst umzugehen.

Und jetzt komme ich zurück zum Fröhlichsein:
Meine tägliche und ausdauernde Fröhlichkeit besteht vor allem darin, dass ich der Angst, der Mutlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit, der Entmutigung in meinem Leben keinen Raum gebe.
Quelle: Astrid Müller
Weil ich weiß, dass die Angst die Dunkelheit liebt, 
bewege ich mich viel im Licht, im Hellen, in der Sonne.

Weil ich weiß, dass die Angst die Mutlosigkeit liebt,
traue ich mir immer wieder etwas Neues zu, strebe ich ein neues Ziel an.

Weil ich weiß, dass die Angst niemals lacht, 
bin ich gerne mit fröhlichen, lachenden Menschen zusammen. 

Weil ich weiß, dass die Angst immer nur den einzelnen Menschen anfällt
liebe ich die Gemeinschaft mit anderen Menschen. 

Weil ich weiß, dass die Angst es liebt, wenn ein Mensch nichts tut und tatenlos seinem eigenen Leben zuschaut, 
werde ich von mir aus aktiv und unternehme etwas. 

Weil ich weiß, dass die Größe meiner Lebensangst davon abhängig ist, wie ich mit ihr umgehe, trete ich ihr jeden Morgen entgegen und begrüße sie mit den folgenden Worten: „Du bist ein Teil meines Lebens, das muss ich akzeptieren, aber Du hast nicht über mein Leben zu bestimmen, über mein Leben bestimme ganz alleine ich!“

Meine tägliche Fröhlichkeit besteht nicht darin, dass ich den ganzen Tag lache, sondern darin, dass das Fröhlichsein mein Handeln und Tun bestimmt und alles in meinem Leben darauf ausgerichtet ist, mutig zu sein, zuversichtlich zu sein, hoffnungsvoll zu sein, fröhlich zu sein und niemals aufzugeben.
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch eine gute neue zuversichtliche und mutige Woche und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 21. November 2014

Was machst Du aus Deinem Leben?

Herzrose
www.planet-wissen.de
Ihr Lieben,

ich möchte euch heute Abend eine kleine Geschichte von Kristina Reftel erzählen:

„Der Herzschlag“

„In einem Kinderkrankenhaus hatte ein junger Arzt die vertrauensvolle Aufgabe, die Kinder, die in das Krankenhaus eingeliefert wurden, auf die Untersuchungen und die gegebenenfalls nötigen Operationen vorzubereiten.

Bevor der junge Arzt einen seiner kleinen Patienten abhörte, ließ er das Kind selbst mit dem Stethoskop auf den eigenen Herzschlag hören. Auf diese Weise nahm er dem Kind ein wenig die Angst vor der bevorstehenden Untersuchung.
Stethoskop
www.planet-wissen.de
Eines Tages untersuchte der junge Arzt einen kleinen vierjährigen Jungen. Er setzte das Stethoskop wie üblich an seine Brust und ließ den kleinen Jungen zuhören.
„Was meinst Du,was ist das für ein Geräusch, das Du hören kannst?“, fragte er ihn freundlich.

Der kleine Junge hörte sehr genau hin, sah aber ganz verwirrt aus.
Er zog die Augenbrauen hoch und biss sich nachdenklich auf die Unterlippe.
Aber plötzlich lockerte sich sein Gesichtsausdruck und er lächelte strahlend und fragte: „Ist das Gott, der da bei mir anklopft?
Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben,

wenn Kinder krank sind, das ist immer eine ganz besondere Situation.
Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen jüngeren Sohn, als er vier Jahre alt war.


Er hatte regelmäßig Pseudokrupp-Anfälle und konnte dann kaum atmen.
Bei Pseudokrupp handelt es sich um plötzliche Hustenanfälle mit gleichzeitig auftretender Atemnot. Der kleine Kerl hat mir immer sehr leid getan, denn er musste, wenn ein solcher Anfall auftrat, immer eine Weile warten, bis der alarmierte Arzt eintraf und ihm die krampflösende Spritze gab.
www.lifeline.de
An unserer heutigen Geschichte fasziniert mich die Frage des kleinen Jungen, als er durch das Stethoskop seinen eigenen Herzschlag hört: „Ist das Gott, der da bei mir anklopft?"

Unser Herz ist ein wahres Wunder: Es schlägt ununterbrochen, es macht niemals Pause, er hat kein Anrecht auf Urlaub, es ist immer für uns da!

Ganz unabhängig von der Frage, Ihr Lieben, ob wir an Gott glauben oder nicht, sollten wir vielleicht gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ab und zu innehalten, ab und zu uns eine Verschnaufpause gönnen und ab und zu auf unseren Herzschlag hören und und fragen:
Ist das Gott oder das Leben, der/das da bei mir anklopft?
Quelle: Astrid Müller
Vielleicht hat der kleine Junge aus unserer heutigen Geschichte ja recht, vielleicht ist jedes Herzklopfen, das wir vernehmen, tatsächlich ein Anklopfen Gottes oder des Lebens am unsere Tür.

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:

„Wem hast Du heute ein freundliches Lächeln geschenkt?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:
„Welchem Menschen hast Du heute etwas Gutes getan?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:

„Hast Du heute auch an Deine eigenen Bedürfnisse gedacht?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:
„Welchen Menschen hat Du heute ermutigt?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:

„Hast Du Deine Partnerin, Deinen Partner heute in den
Arm genommen und ihm gesagt, dass Du sie/ihn liebst?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:
„Hast Du Dir heute Zeit für Kinder und Enkelkinder genommen?“
www.dksb.de
Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends, 
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:
„Hast Du heute Liebe verschenkt?“

Vielleicht richtet der Herzschlag, den wir abends,
wenn wir uns ins Bett legen, hören, die Frage an uns:
„Hast Du heute Zuversicht und Hoffnung geweckt?

Seit ich diese kleine Geschichte vor längerer Zeit zum ersten Mal gelesen habe,
begreife ich meinen Herzschlag als ein Anklopfen Gottes
und dann stelle ich mir die oben genannten Fragen.

Mein Lebensschiff fährt seitdem in immer ruhigeren Gewässern.

Vielleicht solltet Ihr das Klopfen Eures Herzens auch als eine Fragestellung begreifen, damit Euch immer deutlicher wird, wozu Ihr lebt und welchen Sinn Euer Leben hat.
www.dessau.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein Wochenende der Ruhe, der Fröhlichkeit und Hoffnung und ein Wochenende des bewussten Lebens und ich grüße Euch herzlich aus dem schönen Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Helmut Mühlbacher

Donnerstag, 20. November 2014

Ich habe so Angst! Wie gehe ich damit um?


Das Bild "Der Schrei" von Edvard Munch
www.haz.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Irmela Brender nacherzählen:

„Die Angst überwinden“

„Es war einmal ein junger Mann, der hatte Angst vor allem und jedem:
Vor der Dunkelheit, vor der Krankheit, vor der Zukunft, vor der Arbeitslosigkeit, vor Entmutigung, vor Autos, vor Menschen und Tieren und vor den gleichen Ängsten, wie Du und ich sie haben.

Er wollte aber gerne mutig sein und so zog er eines Tages aus,
die Angst zu verlernen.

Zunächst ging er zu einem Piloten. Der steuerte sein Flugzeug hoch in die Luft, weit übers Meer. Wer das tut, meinte der junge Mann, der hat gewiss keine Angst.
„Hast Du Angst?“, fragte der junge Mann den Piloten und der nickte.
www.austrianwings.info
„Ich habe Angst, mein Funkgerät könnte im Nebel ausfallen und ich bliebe mit meinem Flugzeug an einem Berg hängen. Ich habe Angst, jemand könnte eine Bombe im Flugzeug verstecken. Ich habe Angst, ich könnte krank werden, und manchmal habe ich auch einfach Angst und weiß gar nicht, wovor.“

„Was tust Du gegen die Angst?“, fragte ihn der junge Mann.
Der Pilot antwortete: „Ich fliege, so gut ich kann. Ich bin so vorsichtig.
Und ansonsten mache ich eben weiter!“

Danach ging der junge Mann zu einem Rennfahrer.
Der fuhr Rennen auf Strecken, auf denen schon viele Rennfahrer verunglückt waren.
„Hast Du Angst?“, fragte der junge Mann, und der nickte.
www.planet-wissen.de
„Ich habe Angst, ich würde aus der Bahn getragen und mein Wagen würde sich überschlagen und in Flammen aufgehen. Ich habe Angst, ein anderer Rennfahrer könnte mit mir zusammenstoßen und wir wären beide  für immer verletzt und invalide. Ich habe Angst vor dem Augenblick, in dem ich nicht mehr gewinnen kann, und manchmal habe ich auch einfach Angst und weiß gar nicht, wovor.

„Was tust Du gegen die Angst?“, fragte ihn der junge Mann.
Der Rennfahrer antwortete: „Ich mache alles, so gut ich es kann,
und ansonsten mache ich eben weiter!“

Als Nächstes hing der junge Mann zu einem Stierkämpfer.
Der stand oft einem gereizten Stier gegenüber und musste ihn töten, wenn er nicht von ihm getötet oder verletzt werden wollte. 
www.duden.de
„Hast Du Angst?“, fragte ihn der junge Mann, und der nickte.
„Ich habe Angst, der Stier könnte schneller sein als ich und mich auf die Hörner nehmen. Ich habe Angst, ich könnte einen schlechten Kampf liefern und das Publikum würde mich auslachen. Ich habe Angst vor dem Augenblick, in dem ich nicht mehr kämpfen kann, und
manchmal habe ich auch einfach Angst und weiß gar nicht, wovor.

„Was tust Du dagegen?“, fragte ich der junge Mann.
Der Stierkämpfer antwortete ihm: „Ich mache alles, so gut ich kann, und ansonsten mache ich eben weiter.“

Da verglich der junge Mann die drei Antworten miteinander und fand, dass sie sehr ähnlich waren. Und er hörte auf zu fragen und machte alles, so gut er konnte, und ansonsten machte er eben weiter.“
Ruheplatz am Abend
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

gönnt mir zunächst eine kleine Bemerkung, die nur meine Meinung widerspiegelt und nicht Eurer Meinung entsprechen muss:
Pilot zu sein, ist ein sehr ehrenwerter Beruf, ohne ihn wäre es uns nicht möglich, per Flugzeug rund um die Welt zu reisen.

Inwieweit es aber sinnvoll ist, als Rennfahrer im Zeitalter des Umweltschutzes immer im Kreis um eine Rennstrecke zu fahren, dabei sein Leben zu riskieren und und auf 100 Kilometern 70 (!) Liter Benzin zu verbrauchen, das begreife ich nicht.

Völlig ablehnen tue ich aber Stierkämpfe. Ich esse auch Fleisch, aber ich möchte nicht, dass Tiere unnötig leiden und ein Stierkampf hat ja überhaupt keinen Nutzen, die Qual und der Tod des Stiers dienen nur dazu, die Zuschauer zu ergötzen.

Nun aber zu unserer heutigen kleinen Geschichte,
aus der wir dennoch viel lernen können.

Das Schlimmste an der Angst ist, dass wir fast alle an eine große Lüge glauben:
Wir glauben, Angst sei etwas Unnormales und wer Angst habe, sei nicht stark genug für das Leben. Und wir glauben, nur wir selbst hätten Angst, alle anderen Menschen seien dagegen stark und würden keine Angst verspüren.

Dabei hat jeder Mensch in seinem Leben Angst, 
wir Menschen gehen nur unterschiedlich mit der Angst um.

Wir können aber lernen, mit der Angst richtig umzugehen.

Das Erste und Wichtigste ist, der Angst einen Namen zu geben.

Indem wir uns klar machen, wovor genau wir Angst haben, verringert sich unsere Angst bereits etwas. Nicht umsonst bezeichnet unsere Sprache die größte Angst, die uns quälen kann, als die „namenlose Angst“.

Das Zweite, das wir tun können, ist, uns zu weigern, uns mit denjenigen Ängste, die mit der Zukunft verbunden werden, zu beschäftigen.
Indem wir uns intensiv mit der Gegenwart beschäftigen, indem wir den gegenwärtigen Tag mit Freude und Zuversicht füllen, vertreiben wir aus unserem Herzen die Angst vor den Dingen, die uns angeblich in der Zukunft bedrohen könnten.

Das Dritte, das wir tun können, besteht darin, nicht vor unserer Angst wegzulaufen.
Je mehr wir vor unserer Angst davonlaufen, desto schneller rennt sie hinter uns her und desto größer wird sie. 
Wenn wir uns aber unserer Angst stellen und den Mut finden, auf sie zuzugehen, wird sie sich verringern. Wenn wir das nicht allein schaffen, dann sollten wir den Mut aufbringen, uns Hilfe zu holen, damit wir bald einigermaßen angstfrei leben können.
www.esslinger-zeitung.de
Ganz werden wir die Angst nicht aus unserem Leben verbannen können, ab und zu wird sie wie eine kleine Maus durch unser Leben huschen. Aber es liegt an uns, ob sie eine kleine Maus bleibt oder ob wir es zulassen, dass aus ihr ein riesiger Elefant wird.
www.planet-wissen.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen ruhigen, stressfreien und angstfreien Abend, eine ebensolche Nacht und morgen einen zuversichtlichen Tag
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen