2732 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.732 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 19. Dezember 2014

Es ist Zeit, zur Ruhe zu kommen!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Cornelia Haverkamp erzählen:

„Falken, Hasen und Löwen“

„Ein Wanderer verirrte sich in einer einsamen Gegend. Er traf dort einen Einsiedler und fragte ihn, wie er es denn hier in der Einsamkeit aushalten könne.
www.kunstkopie.de
"Oh", sagte der, "Ich habe den ganzen Tag von früh bis spät zu tun. Ich muss zwei Falken zähmen, zwei Sperber abrichten, zwei Hasen beaufsichtigen, eine Schlange bewachen, einen Esel beladen und einen Löwen bändigen".

"Nun, dann hast du mit einem solchen Zoo wahrlich viel zu tun", sagte der Fremde, "aber wo sind denn deine Tiere? Ich sehe sie nicht!"

Der Eremit lächelte und sprach: "Die Tiere, die ich zähmen will, sind einem jeden Menschen eigen. Die zwei Falken sind unsere Augen, die neugierig überall umherhuschen, alles erspähen wollen und selten zur Ruhe kommen.

Die zwei Sperber, diese Greifvögel, sind unsere Hände, die alles anfassen, ergreifen und manchmal nicht mehr loslassen wollen. Doch wenn wir es schaffen, die zwei Sperber abzurichten, dann können sie lernen zu streicheln, zu besänftigen, zu helfen und loszulassen.

Die beiden Hasen sind schwer zu beaufsichtigen, denn unsere Füße sind wie zwei Hasen, die hierhin und dorthin laufen, die manchmal fortrennen wollen, weil eine Kleinigkeit sie erschreckt, die nicht standhalten wollen und jede Schwierigkeit lieber umgehen wollen.

Wenn wir sie jedoch trainieren, können die lernen, auch Probleme durchzustehen und Hindernisse zu meistern. Dann erst sind wir in der Lage, zur Ruhe zu kommen, und wir eilen dann nicht, Haken schlagend wie ausgescheuchte Hasen, durchs Leben.

Die Schlange ist am schwersten zu bändigen. Obwohl sie von einem Gitter aus zweiunddreißig Zähnen bewacht wird, kann unsere Zunge, die uns das Sprechen ermöglicht, Gift verspritzen wie eine Schlange. 

Erst wenn wir erfahren haben, was das Gift der Worte anrichten kann, können wir lernen, unsere Schlange zu beherrschen und sie lehren, die Worte der Wahrheit, des Friedens, der Freude und der Liebe zu sprechen.
Quelle: Karin Heringshausen
Der Esel, der beladen wird, ist unser Körper. Täglich laden wir ihm die Last des Alltags auf. Und wie oft denken wir: Das trägt der Esel auch noch. Doch dann wird er störrisch, er schlägt aus oder will sich nicht mehr bewegen. Er wirft die Last ab und wir müssen von Neuem lernen, ihm nur das aufzuladen, was er auch tragen kann.

Der Löwe, den wir bändigen müssen, ist unser Herz. Kraftvoll und mächtig schlägt es in unserer Brust. Hier regieren die starken Gefühle, die Liebe und der Mut, ebenso wie Wut, Hass und Neid. 

Wir müssen lernen, diesen Löwen zu bändigen, 
wenn wir nicht von ihm nach seiner Willkür regiert werden wollen.

Du siehst, dass es mir nicht langweilig wird und ich genug zu tun habe, um mit diesen Tieren, die in mir sind, fertig zu werden."
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

als ich diese Geschichte zum ersten Mal las, wurde mir wieder einmal deutlich, wie wunderbar wir Menschen ausgestattet sind, um unser Leben bewältigen und glücklich sein zu können.

Aber da wir keine Marionetten sind, sondern unseren freien Willen haben, können wir unser Herz, unsere Zunge, unsere Hände, unsere Augen, unseren Körper auf die eine oder die andere Weise nutzen:

Mit unserer Zunge können wir andere Menschen kritisieren, 
aber sie auch ermutigen.
Mit unserer Zunge können wir andere Menschen verleumden, 
aber sie auch segnen.
Mit unsere Zunge können wir Hass sähen, 
der auch Frieden stiften.

Mit unseren Händen können wir Bande der Freundschaft zerreißen, 
aber auch Versöhnung stiften.
Mit unseren Händen können wir Menschen vernichten, 
aber auch Menschen in Not helfen.
Mit unseren Händen können wir Menschen drohen, 
aber auch Menschen den Weg auf dem Dunkel weisen.
Quelle: Raymonde Graber
Mit unserem Herz können wir auf Rache sinnen, 
aber auch Liebe schenken.
Unser Herz kann ängstlich sein, 
aber uns auch helfen, mutig voranzuschreiten.
Unser Herz kann von Neid erfüllt sein, 
aber es ist auch fähig, mit dem anderen Menschen zu teilen.

Unsere Füße können z.B. vor einer Angst davonlaufen, 
aber ihr auch mutig entgegentreten.

Unsere Füße können wir unter einen Tisch stecken, 
aber uns auch mit ihnen auf den Weg zu einem anderen Menschen machen
Unsere Füße können unruhig umherlaufen, 
aber auch zur Ruhe kommen, um dem Glück die Gelegenheit zu geben, auf unserer Schulter wie ein Schmetterling zu landen.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch allen in den kommenden Tagen Zeit, Zeit, um darüber nachzudenken, was Eure Füße, Eure Zunge, Eure Hände, Euer Herz für Euch leisten können. Ich wünsche Euch, dass Ihr Ruhe findet für Euch selbst und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Astrid Müller

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Es ist Zeit, sich zu versöhnen!

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

am letzten Samstag wurde Fernsehgeschichte geschrieben:
Nach 34 Jahren und 215 Folgen wurde die Fernsehserie „Wetten dass…“ eingestellt. Aus diesem Anlass möchte ich Euch heute Abend eine kleine Geschichte von Willi Hoffsümmer erzählen:

„Unversöhnlich“

„In der Fernsehsendung „Wetten dass…“ wurden in den 34 Jahren ihrer Ausstrahlung bei der sogenannten „Saalwette“ oft die tollsten Vorschläge eingelöst.
www.morgenpost.de
Doch am 15.9.1990 gab es in der Sendung eine große Überraschung:
Als Saalwette sollten zehn miteinander in Prozesse verwickelte Nachbarn im Veranstaltungsgebäude erscheinen und dort vor dem Saalpublikum und dem Fernsehpublikum ihren Streit beenden.
Doch es erschien – kein Einziger!

Der Moderator Thomas Gottschalk musste daraufhin im Anzug eine Runde durch einen Pool schwimmen. Thomas Gottschalk versuchte zwar, der Situation noch etwas Gutes abzugewinnen und kommentierte das Vorkommnis so:
„Vielleicht gibt es in dieser Stadt gar keine verfeindeten Nachbarn!“
www.tvdigital.de
Aber die Statistiken der deutschen Gerichte und die dort unter Nachbarn anhängigen Prozesse beweisen das Gegenteil: Von Versöhnung unter verfeindeten Nachbarn kann keine Rede sein!“
www.bremen.de
Ihr Lieben,

ich las in diesen Tagen ein wundervolles Wort von Dragica Alsalk, das ich in meinen eigenen Worten etwas abgewandelt zu Euch, meine lieben Leserinnen und Leser in diesen Adventstagen sagen möchte:

Die Menschen, denen ich auf irgendeine Weise Unrecht getan habe,
die bitte ich um Verzeihung!

Bei denjenigen, denen ich habe helfen können,
wünschte ich, dass ich mehr hätte tun können.

Und den Menschen, die mir in irgendeiner Weise geholfen haben,
danke ich von ganzem Herzen und aus meiner tiefsten Seele!

Ich habe im abgelaufenen Jahr durch Euch, meine Lieben, so viel Ermutigung, so viel Freundlichkeit, so viel Aufmunterung erfahren, ohne die es mir nicht gelungen wäre, den ESELSKIND-Blog bis zum heutigen Tag fortzuführen.

Ich habe es aber leider kräftemäßig nicht geschafft, auf alle E-Mails, Telefonanrufe und Briefe, auf die ich eigentlich hätte antworten müssen, zu reagieren. 
Das tut mir von Herzen leid und deshalb wiederhole ich den obigen Satz:
Die Menschen, denen ich auf irgendeine Weise Unrecht getan habe, 
die bitte ich um Verzeihung!

Es gab in dem abgelaufenen Jahr auch einige Fälle, in denen ich ein wenig Freude weitergeben konnte, in denen ich Licht  ins Dunkel bringen konnte, in denen ich Hoffnung schenken und in denen ich die betreffenden lieben Menschen ermutigen konnte.

Aber ich musste erkennen, dass auch meine Zeit begrenzt ist und deshalb gilt:
Bei denjenigen, denen ich habe helfen können,
wünschte ich, dass ich mehr hätte tun können.

Für alle lieben Leserinnen und Leser, die mich in diesem Jahr ermutigt haben, die mir gesagt haben, dass sie sich über meine Arbeit freuen, dass sie die Geschichten auf dem ESELSKIND-Blog gerne lesen, gilt: 
Den Menschen, die mir in irgendeiner Weise geholfen haben,
danke ich von ganzem Herzen und aus meiner tiefsten Seele!
www.maehehilftheilen.at
Ihr Lieben,

die Adventszeit ist auch Vorbereitungszeit auf Weihnachten und Vorbereitungszeit auf das Neue Jahr. Wenn mich jemand in diesen Tagen fragen würde, was mein größter Wunsch ist, so würde ich ihm wie folgt antworten:

Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Menschen die Adventszeit dazu nutzen, sich zu versöhnen, alte Streitigkeiten zu begraben. Die Indianer haben früher etwas sehr Kluges getan:
www.planet-wissen.de
Wenn sie einen Krieg geführt hatten und Frieden geschlossen haben, dann wurde nicht nur Frieden geschlossen, sondern der Friede wurde durch zwei Zeichen bekräftigt:

Zum einen wurde als Zeichen des Endes des Kriegs ein „Kriegsbeil“ begraben, 
um zu betonen, dass der Friede unumkehrbar sei, und dann wurde mit dem bisherigen Feind eine Friedenspfeife geraucht, um zu verdeutlichen: 
www.bildergipfel.de
Bisher waren wir Feinde, jetzt haben wir Frieden geschlossen, aber nicht nur das, nun sind wir auch Brüder, deshalb werden wir keinen neuen Krieg gegeneinander führen.

Adventszeit ist Versöhnungszeit.
Adventszeit ist Vorbereitungszeit auf Weihnachten.
Denn wer sich versöhnt, kann voller Freude Weihnachten feiern.

Adventszeit ist auch Vorbereitungszeit auf das Neue Jahr.
Denn wer sich versöhnt, dann unbeschwert und erleichtert von der Bürde der Feindschaft und in der Freude der neuen Freundschaft fröhlich in das Neue Jahr hineingehen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch einen versöhnlichen Abend, eine versöhnliche Adventszeit und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher versöhnlicher Werner
Quelle: Astrid Müller

Dienstag, 16. Dezember 2014

Früher war alles besser oder?!


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von
Christoph Georges erzählen:

"Früher war alles besser!"


"Wenn Du als Kind in den 60er und 70er Jahren lebtest,
ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so
lange überleben konnten!


Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte
und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei
und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne
Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit
Bleichmittel.


Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für
unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie
einen Helm.

www.dksb.de
Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus
Flaschen. 


Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und
entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter,
dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir
nach einigen Unfällen klar...


Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir
blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein,
wenn die Straßenlaternen angingen.


Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal
ein Handy dabei!

www.dksb.de
Wir haben uns geschnitten, brachen uns Knochen und
Zähne und niemand wurde deswegen verklagt.
Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir
selbst. Keiner fragte nach "
Aufsichtspflicht".

Kannst Du Dich noch an "Unfälle" erinnern?
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und
blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte
die Erwachsenen nicht besonders.


Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr
viel Cola und Limo und wurden trotzdem nicht zu dick.
Naja, zumindest nicht jeder...


Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und
niemand starb an den Folgen.


Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box,
Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video oder
DVDs, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer oder
Internet-Chat-Rooms.

www.dksb.de
Wir hatten Freunde!

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße.
Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und
klingelten.


Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen
einfach hinein.
Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen
Eltern. 


Keiner brachte uns und keiner holte uns...
Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken
und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer.
Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer
lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit
den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele
Augen aus.

Quelle: Helmut Mühlbacher
Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war.
Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen
klarzukommen.


Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere.
Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten
Klassen.


Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden
oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen.
Das war klar und keiner konnte sich verstecken.


Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war
klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem
Schlamassel heraushauen.


Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie
die Polizei!

So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen
Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft
hervorgebracht.


Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und
Verantwortung.

Mit alldem wussten wir umzugehen!

Und Du gehörst auch dazu?"
www.syrakolb.de
Ihr Lieben,

Wie oft habe ich in meinem Leben schon den Satz gehört 
"Früher war alles besser!"

Wie kommt es eigentlich, dass die meisten Menschen glauben, dass dieser Satz tatsächlich stimmt? Weil wir zum Glück das meiste Schlechte und Böse in unserem Leben vergessen und uns vor allem das Gute und Schöne in Erinnerung bleibt.

Ich erinnere mich auch noch an viele schöne Dinge in der Vergangenheit.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die heutige Zeit uns auch viel Schönes bringt.


Ohne die technischen Fortschritte der letzten 20 Jahre hätte ich viele meiner lieben Blogfreundinnen und -freunde und viele meiner Freundinnen und Freunde auf Facebook niemals kennengelernt und das wäre sehr schade! 

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch morgen einen fröhlichen Tag und ganz viel Freude in Euer Herz
Euer heiterer Werner 

Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 15. Dezember 2014

Nur eine Kerze…!?

www.thueringer-wald.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Hannelore Hagedorn erzählen:

„Nur eine Kerze“

„Wir fuhren beide mit dem Bus nach Hannover zum Weihnachtsmarkt.
Meine Mutter kam aus Dedensen, ich aus Gehrden.
Mein Neffe hatte auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand, den wollte Mutter sehen.

Kaum stieg sie aus dem Bus, fing es an zu regnen. Kälte kroch unter die Jacke.
Mit den Worten „Ich bin doch keine alte Frau“ stülpte sich Mutter noch eine Plastikhaube über die Mütze. Bald erreichten wir den Markt und die Stände.

Mein Neffe bot Mutter Glühwein an, doch sie dankte höflich, aber bestimmt mit den Worten: „Ich muss erst einmal sehen, was es hier sonst noch so gibt.“

Wir zockelten so dahin. Wasser tropfte vom Schirm, es war sehr ungemütlich.
Nach einer Weile sagte Mutter: „Ich habe Hunger.“

Vorbei gehend an Kartoffelpuffern mit Apfelmus, Würstchen mit Sauerkraut und chinesischen Frühlingsrollen blieben wir an einem Pizzastand stehen. „Ja, eine Pizza wäre jetzt das Richtige!“
www.rezepte-suchen.de
Da wir aber im Warmen sitzen und nicht dem Regen weiter ausgesetzt sein wollten, gingen wir ins das Pizzalokal gleich hinter dem Markt. Da saßen wir gut und warm. Die Jacken trockneten schnell und eine gute Pizza gab es auch.

Als Mutter bezahlen wollte – das ließ sie sich nicht nehmen -, schlug ich vor, dem Ober eine kleine Honigkerze zu schenken, die ich in größerer Menge in der Tasche hatte.

„Kann man das denn machen? Was wird er dann über mich denken? Ich könnte mich doch blamieren!“, zweifelnd willigte Mutter schließlich ein. „Soll ich ihm dann auch ein Trinkgeld geben?“, fragte sie mich. „Ich denke schon“, sagte ich.

Der Ober kam. Mutter rundete den Betrag auf und meinte zu ihm:
„Ich wohne außerhalb und werde wohl nicht wieder in Ihr Lokal kommen.
Aber es hat mir so gut bei Ihnen gefallen, dass ich Ihnen diese Kerze schenken möchte.“
www.myheimat.de

Der Ober stutzte, drehte sich um, holte einen riesigen Kuchen aus dem Regal und stellte ihn mit den Worten „Frohe Weihnachten wünsche ich Ihnen auch“ vor Mutter hin. Die nahm das Gebäck sprachlos in den Arm.
Italienischer Weihnachtskuchen
www.wein-und-mehr.eu



Der Ober ging, roch wieder und wieder den Honigduft und freute sich von Herzen.
Als wir draußen waren, sagte Mutter, immer noch tief bewegt: „Ich habe ihm doch nur eine Kerze geschenkt, ich hätte nicht gedacht, was daraus werden kann!“
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

vielleicht hat der Ober in unserer heutigen kleinen Geschichte sich deshalb so sehr über die Kerze gefreut, weil ihr Duft ihn vielleicht an die wundervollen warmen Sommer in seiner italienischen Heimat erinnert hat.

Vor allem aber verdeutlicht uns diese kleine Geschichte, wie wenig es braucht, um einem anderen Menschen eine Freude zu machen. Das sollten wir in diesen Tagen nicht vergessen.

Kleine Geschenke in der Weihnachtszeit sind wie Lichter,
die wir in das Leben anderer Menschen hineintragen. 

Kleine Geschenke in der Weihnachtszeit sind ein Zeichen,
dass uns der andere Mensch etwas bedeutet. 
Quelle: Helmut Mühlbacher

Kleine Geschenke in der Weihnachtszeit sollen dem anderen Menschen signalisieren: „Ich möchte Dir eine Freude bereiten!“

Ich bin dieser Vorweihnachtszeit auch wieder unterwegs, um anderen Menschen eine kleine Freude zu machen und ich kann Euch sagen, das macht ganz viel Freude, zu sehen, wie andere Menschen sich freuen können.

Freude zu schenken und Freude zu empfinden –
das ist für mich der Sinn von Weihnachten.

Licht in die Dunkelheit anderer Menschen hineinzutragen -
das ist für mich der Sinn von Weihnachten. 

Andere Menschen zu mir nach Hause einzuladen und ihnen damit zu zeigen, dass sie mir viel wert sind - das ist für mich der Sinn von Weihnachten.
Viele Menschen freuen sich über ein gemeinsames Essen
www.chefkoch.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein offenes Herz, offene Ohren, offene Hände in dieser Vorweihnachtszeit und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Bremer Weihnachtsmarkt
www.busreisen.de


Sonntag, 14. Dezember 2014

Wie bewertest Du Dich selbst?

www.lecker.de
"Dein Selbstwert und Dein Selbstwertgefühl hängen davon ab, 
wie Du über Dich denkst."
Alexander Rykow

Ich hoffe, der Winter kommt noch mit all seiner Schönheit
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von
Orison  Swett  Marden erzählen:

"Die beiden Katzen"


Eine ganz gewöhnliche Katze und eine feine Angorakatze trafen sich häufig auf der Straße .

Die Straßenkatze machte die Beobachtung, dass die Menschen die Angorakatze sehr liebten, sie wurde gestreichelt und gefüttert und jedermann war freundlich gegen sie und lockte sie zu sich her.

www.schwarzwaelder-bote.de
 Die Straßenkatze dagegen wurde von niemand gestreichelt, nur Knaben und Hunde machten sich mit ihr zu schaffen und jagten sie, wenn sie sie sahen. 

Eines Tages fragte die Straßenkatze die Angorakatze, was wohl diesen Unterschied zwischen ihnen hervorbringe, warum sie, die Angorakatze, von jedermann so gut behandelt werde, während sie, die arme Straßenkatze, eine so schlechte Behandlung erdulden müsse. 

Die Angorakatze erwiderte:
Das kommt daher, weil ich etwas auf mich halte. Ich weiß, dass ich etwas bin.

www.angoras.de
Du wirst deshalb so schlecht behandelt, weil Dir jedermann ansieht,
dass Du Dich selbst für eine elende, verachtete Straßenkatze hältst.


Die arme Straßenkatze fühlte sich sehr niedergeschlagen
und fragte die Angorakatze, wie sie das ändern könnte. 


Die Angorakatze sagte ihr, sie solle sich selbst beständig wiederholen: 
Ich bin eine wunderbare Katze, jedermann liebt mich.

Die Straßenkatze befolgte diesen Rat, und bald machte sie die Beobachtung,
dass sich die Behandlung, die sie erfuhr, sehr wesentlich änderte. 

Quelle: Helga und Gerd Steuer
Dies machte ihr Mut, immer besser von sich zu denken.
Sie sagte sich immer wieder vor, dass sie " etwas sei ", und allmählich dachten auch die andern dasselbe von ihr, obgleich sie keine Angorakatze war.

Aber sie hatte das Selbstbewusstsein der Angorakatze angenommen.
Das Straßenkatzenbewusstsein war durch dieses breitere, reichere Bewusstsein ausgeschaltet worden.


Diese Fabel findet Anwendung auf jeden Einzelnen von uns. 
Das Bild von uns selbst, das wir in unserem Innern tragen, beeinflusst unseren ganzen Zustand sehr stark, lässt uns wachsen oder abnehmen, glücklich oder unglücklich werden.

Das, wofür wir selbst uns halten, wird durch die schöpferischen Kräfte in uns zum Leben erweckt. Wir werden der Mensch, dessen Bild wir in uns tragen.

Wirf das Straßenkatzenbewusstsein von Dir und hebe Dich selbst auf eine höhere Warte empor, indem Du besser von Dir selbst denkst und Dir das Musterbild Deiner selbst, wie du sein möchtest, stets vor Augen hältst.“

www.bizipic.de
 Ihr Lieben,

der Geschichte und ihrer Auslegung ist eigentlich nichts mehr hinzufügen.


Es ist wirklich ganz entscheidend, was wir von uns selbst halten, wie wir von uns selbst denken. Dieses Denken über uns selbst beeinflusst unser Auftreten, das andere Menschen wahrnehmen und entsprechend werden wir beurteilt.

Wenn ich durch Bremen radele, werde ich oft von Menschen gegrüßt, die ich gar nicht kenne. Das hat sicher damit zu tun, wie ich die Menschen anblicke und zwar mit einem offenen gerade Blick und einem strahlenden Lächeln. 



Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch allen, lasst Euer Denken und Handeln als Straßenkatze hinter Euch und denkt wie eine Angorakatze. Seid Euch Eures Wertes bewusst.
Herzliche Grüße aus Bremen an Euch alle
Euer fröhlicher Werner 
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 12. Dezember 2014

Sei doch kein Packesel!

www.musikverein-pallien.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Petra Hillebrand erzählen:

„Die Geschichte von den zwei Packeseln“

Es waren einmal zwei Packesel.
Jeder von ihnen beiden hatte im Laufe seines Lebens eine stattliche Anzahl an Gepäckstücken angesammelt und trug diese nun mit sich herum.
www.eichhorn-wenz.de
Irgendwann kreuzten sich die Wege der beiden Packesel, woraufhin sie ihre Reise gemeinsam fortsetzten. Eines Tages fragte die Eselin: „Wollen wir zusammenbleiben und eine Familie gründen?“

Ihr Weggefährte antwortete: „Nichts lieber als das. Lass uns überlegen, was wir machen können, um dieser großen Aufgabe gewachsen zu sein.“

Die beiden Packesel blieben stehen und dachten nach.
Schließlich sagte die Eselin: „Wir sollten einmal genauer hinschauen, was wir so alles mit und herumschleppen!“

Warum nicht!“, erwiderte ihr Partner. „Vielleicht müssen wir sogar einiges davon zurücklassen, bevor wir etwas Neues beginnen können.“ Und so begannen sie, ihr Gepäck zu sortieren.

Schicht für Schicht arbeiteten sie sich durch die Pakete, deren Inhalt sie schon lange nicht mehr hinterfragt hatten.

Sie fanden manches, das ihnen lieb und teuer war. Das packten sie sorgfältig wieder ein, um es später wieder mitnehmen zu können. 

Den Ballast aber, welcher ihnen auf ihrer bisherigen Reise schon einige Male hinderlich gewesen war, ließen sie einfach zurück.“

www.sueddeutsche.de
Ihr Lieben,

in unserer heutigen Geschichte geht es darum, wie wir unsere Altlasten, die uns belasten, loswerden können und befreit und erleichtert weiter unseren Weg gehen können.

Wie sehr uns die Lasten der Vergangenheit oft belasten können, zeigt uns das Wort „erleichtert“. Wenn wir die Lasten der Vergangenheit hinter uns lasten, dann sind wie „erleichtert“, im Sinne des Wortes also „leichter“, weil die Lasten der Vergangenheit uns nicht mehr niederdrücken.

Wichtig ist zu allererst, dass wir das Gute aus der Vergangenheit bewahren, das wir das bewahren, was uns lieb und teuer ist, denn diese Dinge bergen unsere guten Erinnerungen an die Vergangenheit.


Wichtig ist auch, dass wir das Leid und den Schmerz, den wir in der Vergangenheit erlitten haben, nicht verdrängen. Das Sprichwort „Die Zeit heilt alle Wunden“ halte ich persönlich für völligen Blödsinn.

Über manches Leid und manchen Schmerz kommen wir niemals hinweg, da können ganz viele Jahre ins Land gehen und auch das Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ halte ich für Unsinn.

Es kann wundervoll sein, wenn uns jemand hilft, Leid und Schmerz zu tragen, aber 
Leid und Schmerz werden dadurch nicht zum halben Schmerz und halben Leid.

Wichtig ist aber, dass wir uns von den unnützen Lasten der Vergangenheit trennen.
www.planet-wissen.de
Wenn uns in der Vergangenheit, z.B. in der Kindheit, Unrecht geschehen ist, dann ist das schlimm und als ESELSKIND weiß ich, wovon ich rede, aber es wird Zeit, denjenigen, die uns das Unrecht angetan haben, zu vergeben, es wird Zeit, sich mit den Tätern auszusöhnen, es wird Zeit, den Blick nach vorne zu richten und nicht immer nach hinten zu schauen, es wird Zeit, statt Böses mit Bösem zu vergelten, Gutes an den heutigen Menschen zu tun, um deren Leben zu erhellen und damit auch unser eigenes Leben hell zu machen.

Wenn wir so handeln, dann werden wir erleichtert 
unseren Weg weitergehen können.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch, dass Eure Last geringer wird, dass Ihr mehr Lebensfreude gewinnt und mit Zuversicht und Hoffnung in die Zukunft blickt.
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
www.bremen.de