2732 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.732 Geschichten und dienstags und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Dienstag, 21. Oktober 2014

Von der Hoffnung, wo eigentlich nichts zu hoffen ist!

Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch ein Märchen von Christoph Georges erzählen:

„Hoffen, wo eigentlich nichts zu hoffen ist!“

„Drei junge Menschen, die etwas von der Welt sehen wollten und neue Erfahrungen machen wollten, begaben sich eines Tages gemeinsam auf Wanderschaft. Sie feierten ein großes Abschiedsfest, zu dem sie ihre Familien, ihre Freunde und Bekannten einluden.
www.bernerzeitung.ch
Am nächsten Morgen brachen sie auf. Gegen Abend, die Sonne ging schon unter, kamen sie an einen großen dunklen Wald. Sie begaben sich in den Wald auf der Suche nach einem sicheren Platz, an dem sie übernachten konnten.

Weitab von ihrem eigenen Zuhause kamen die drei in dem Wald aber vom Wege ab, irrten umher und fielen in eine Höhle. Diese war sehr tief, doch alle drei blieben unverletzt. Als sie dort auf dem weichen Moos auf dem Grund der Höhle lagen und sich ihrer Lage bewusst wurden, da richtete sich ihr Blick nach oben und sie sahen den Mond, der ihr Elend beschien.

„Es ist hoffnungslos“, begann der Eine von ihnen, „wir kommen aus eigener Kraft aus dieser Höhle nicht mehr heraus. Man wird uns nicht finden, denn der Wald liegt weit entfernt von jeder menschlichen Behausung. Unsere Schreie werden in der Einsamkeit verhallen. Wenn Ihr hier vor mir sterben solltet, bleibe ich allein und einsam. Soll ich darauf warten? Und soll ich ein Samenkorn pflanzen, dessen Früchte ich nicht mehr ernten kann – welchen Sinn macht das?“
Dann beugte er sich nieder, weinte laut schluchzend, wurde still und tat seinen letzten Atemzug.
www.schoener-reisen.at
Da sprach der Zweite von ihnen: „So geht es mir auch, doch untätig auf den Tod warten, das will ich nicht.“ Daraufhin begann er, an den steilen Wänden der Höhle hinauszuklettern, er erreichte wohl die halbe Höhe, rutschte dann aber ab. Im Fallen schlug er gegen die Wand der Höhle und blieb auf dem Grund der Höhle tot liegen.

Der Dritte von ihnen blickte voll Traurigkeit auf seinen beiden toten Freunde und dachte bei sich: „Angst, einmal allein zu bleiben, muss ich nun nicht mehr haben, denn ich bin nun allein. Schwach, wie ich bin, kann das Warten mich nur stärken.“
Dann blickte er um sich, sah Pflanzen und Sträucher auf dem Grund der Höhle und hörte hinter sich eine sprudelnde Quelle. 
www.sagen.at
Da fuhr er mit der Hand durch das Wasser und streichelte den Boden, der ihm Nahrung geben konnte. Und wie er das tat, fiel sein Blick auf eine Kastanie, die er seit seinen Kindertagen bei sich trug und die ihm beim Sturz in die Höhle aus der Tasche gefallen war. Er nahm die Kastanie an sich und pflanzte sie in die Erde.
www.chemiereport.at
Am nächsten Morgen fielen Sonnenstrahlen in die Höhle, die wärmten den jungen Mann. Kräuter, Beeren und Wasser halfen ihm, zu überlegen und wurden zu seiner täglichen Nahrung.

Die Kastanie aber keimte und über die Tage, Wochen und Jahre wuchs der Keimling
www.wikimedia.org
zu einem Trieb und der Trieb zu einem Baum und seine Krone strebte der Höhlenöffnung entgegen.
www.kastanienland.ch
Da dankte der junge Mann Gott für das Wachsen des Baumes, kletterte am Stamm der Kastanie empor, verließ die Höhle und kehrte nach vielen Jahren zu seinen inzwischen alten Eltern zurück, die mit ihm zusammen seine Heimkehr feierten.

www.chefkoch.de
Ihr Lieben,

Mein Großvater sagte immer: „Das Leben ist nicht fair, deshalb müssen wir uns anstrengen, das Beste daraus zu machen!“ Ich kann meinen Großvater sehr gut verstehen. Das Leben besteht eben nicht aus einer stetigen Aneinanderreihung von schönen Festen, fröhlichen Tagen und immer währenden Erfolgen.

Oft trifft uns durch den Tod eines lieben Menschen tiefes Leid.
Oft werden wir durch eine schwere Krankheit heimgesucht.
Oft widerfährt uns unerwartet ein harter Schicksalsschlag.
Oft haben wir mir starken, fast unüberwindlichen
Schwierigkeiten in unserem Leben zu kämpfen.

Oft fühlen wir uns müde und ausgelaugt und wollen aufgeben.

Unsere heutige kleine Geschichte stellt uns drei junge Männer vor und wenn wir genau hinsehen, dann erkennen wir, dass diese drei jungen Männer sich genauso verhalten, wie sich die meisten Menschen verhalten, wenn sie durch ein Unglück getroffen werden.

Die erste Möglichkeit, mit einem Unglück umzugehen, ist,
sofort zu resignieren und aufzugeben.

Der erste junge Mann ist aufgrund des Unglücks so von Angst um die Zukunft und von der Angst vor dem Alleinsein erfüllt, dass er bereits kurz nach dem Unglück stirbt.

Ich kenne viele Menschen, die ähnlich wie der erste junge Mann mit einem Unglück umgehen. Sie geben auf, sie versinken in Traurigkeit, sie beerdigen ihre Träume und Ziele und sie sind im übertragenen Sinne schon tot, auch wenn sie rein körperlich noch leben.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Die zweite Möglichkeit, mit einem Unglück umzugehen, ist, sofort aktiv zu werden.
Eigentlich müsste man den zweiten jungen Mann aus unserer heutigen Geschichte deshalb bewundern. Aber sein Fehler besteht darin, dass ohne Plan, ohne groß nachzudenken, aktiv wird und so seine wertvolle Kraft vergeudet.

Ich kenne zahlreiche Menschen, die ähnlich wie der zweite junge Mann mit einem Umglück umgehen. Sie verfallen in eine hektische Aktivität und wenn ihnen das, was sie vorhaben, nicht gelingt, beschleicht sie das Gefühl, wertlos, unnütz und unbrauchbar zu sein und das drückt sie dann noch mehr nieder.

Die dritte Möglichkeit, mit einem Unglück umzugehen, besteht darin, zur Ruhe zu kommen, innezuhalten, die vorhandenen Kräfte zu sparen und wie der dritte junge Mann zunächst einmal gründlich darüber nachzudenken, wie man die gegenwärtige Lage verbessern kann.

Dabei ist es wichtig, einen langen Atem zu haben und die Hoffnung niemals aufzugeben, auch wenn es Rückschläge oder Schwierigkeiten gibt.


Ihr Lieben,
ich wünsche Euch für Euer Leben ganz viel Zuversicht, ganz viel Hoffnung, ganz viel langen Atem und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhliches ESELSKIND Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 20. Oktober 2014

Ich bin auch so ein Mensch mit einem kaputten Krug!

Quelle: Karin Heringshausen

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Heiko Bräuning erzählen:

„Den staubigen Weg zum Blühen bringen.“

„Zu jener Zeit, als es in unserem Dorf noch kein fließend kaltes oder warmes Wasser gab, machte sich jeden Tag zur gleichen Zeit eine Gruppe Frauen auf den Weg, um aus dem sauberen Fluss unten im Tal frisches Wasser zu holen.

Der Weg war beschwerlich und mühsam. Vor allem der Rückweg, wenn die Frauen das Wasser in Tonkrügen auf dem Kopf balancierten und gleichzeitig auf den steinigen, staubigen Weg hinaus zum Dorf achten mussten. Eine junge Frau war eines Tages auf dem Weg nach Hause durch einen bunten Schmetterling einen kurzen Augenblick abgelenkt und daher unaufmerksam.
www.wikimedia.org
Das wurde ihr zum Verhängnis. Sie rutschte mit ihrem Krug aus und fiel zu Boden. Glücklicherweise verletzte sie sich dabei nicht. Aber ihr Krug wurde beschädigt. Durch einen kleinen Riss lief das Wasser heraus.

Zuhause angekommen, hörte sie von ihrer Mutter die vorwurfsvollen Worte:
Du bist doch wirklich zu nichts zu gebrauchen. Noch nicht einmal zum Wasserholen. Warum warst Du nur so ungeschickt. Nimm Dir ein Beispiel an den anderen Frauen, sie sind einfach geschickter als DU.“

Die Tochter wollte sich entschuldigen und beweisen, dass sie es doch besser machen konnte. Aber ihre Familie hatte kein Geld für einen neuen Krug. So wickelte sie notdürftig ein Tuch um den kleinen Riss in dem Krug und holte damit weiterhin täglich Wasser.

Dabei ging jedoch mehr Wasser verloren, als zuhause ankam.
Die Enttäuschung der jungen Frau war groß. Und mit der Zeit wuchsen auch die Bitterkeit und die Überzeugung in ihr: „Ich kann nichts. Ich bin ungeschickt. Ich bin zu nichts zu gebrauchen.

Eines Tages aber, als die anderen Frauen die Traurigkeit der jungen Frau mit dem beschädigten Krug bemerkten, sprachen sie zu ihr: „Sieh Dir doch einmal diese vielen kleinen, wunderschönen Blumen am Wegesrand an! Wie hübsch sie anzusehen sind mit ihren roten, gelben und weißen Blüten.
Quelle: Astrid Müller
Dort, wo der Wegesrand sonst nur staubig ist, wachsen jetzt plötzlich die schönsten Blumen. Weißt Du warum?“ Die junge Frau konnte sich dieses kleine Wunder zunächst gar nicht erklären.

Da sprachen die anderen Frauen: „Schuld sind die Wassertropfen, die aus Deinem beschädigten Krug auf den Weg getropft sind und noch tropfen. Sie haben den staubigen Weg zum Blühen gebracht!“
Da verwandelte sich die Traurigkeit der jungen Frau in ein wundervolles Glücksgefühl.“
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

irgendwann in meiner Kindheit habe ich aufgehört, zu zählen, wie oft ich zuhause und vor allem in der Schule Sätze hörte, wie „Du taugst gar nichts!“ „Du hast zwei linke Hände, Du bist einfach nur ungeschickt!“ „Du bist zu dumm, um irgendetwas Gutes zu leisten!“ „Wenn es Dich nicht geben würde, wäre das auch kein Verlust!

Deshalb kann ich die junge Frau aus unserer heutigen Geschichte auch so gut verstehen. Solche entmutigenden Sätze verbergen in sich aber eine ganz große Gefahr:

Wenn wir sie immer wieder hören, dann glauben wir am Ende, sie könnten wahr sein.
Wir übersehen dabei, dass es sich bei solchen Sätzen erst einmal nur um die Meinung eines Menschen handelt, dass diese Sätze gar nicht mit uns selbst zu tun haben.

Jeder von uns, ja auch DU ist etwas ganz Besonderes!
Jeder von uns, ja auch DU hat einzigartige Talente und Möglichkeiten in sich!“
Jeder von uns, ja auch DU ist liebenswert, wert, geliebt zu werden!“
www.bizipic.de
Auch wenn andere Menschen vielleicht geschickter sind als wir oder dieses oder jenes besser können als wir, so bedeutet das nicht, dass wir deshalb weniger wert sind.
Das ist die wundervolle Botschaft unserer heutigen Geschichte.

Auch wenn wir ungeschickt sind, auch wenn der Krug unseres Lebens beschädigt ist, so bedeutet das nicht, dass wir nicht zu einem Segen werden können, dass wir nicht viel Gutes auf dieser Welt bewirken können.

Auch wenn der Krug unseres Lebens beschädigt ist, so können wir doch die Blumen am Wege unseres Lebens zum Blühen bringen. Vielleicht ist ja gerade das unsere Lebensaufgabe:

Uns und anderen Menschen Freude zu bereiten, Fröhlichkeit in unsere Leben und das Leben anderer Menschen zu bringen. Liebe zu schenken, Hoffnung zu wecken, Zuversicht zum Blühen zu bringen.

Blumen der Hoffnung
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen ruhigen Feierabend, eine geruhsame Nacht und einen entspannten Tag morgen und ich grüße Euch herzlich aus Bremen vom Freimarkt
Euer fröhlicher Werner
www.bremen-tourismus.de


Sonntag, 19. Oktober 2014

Du musst nehmen Messer und stoßen in Bauch!


„Kritisieren, wenn die Zeit für Kritik ist, und Loben, wenn die Zeit für Lob ist – das kann doch jeder! Versuche doch einmal das Gegenteil: Kritisiere, wenn die Zeit für Lob ist, und lobe, wenn die Zeit für Kritik ist – und Du wirst ein kleines Wunder erleben.“
Alexander Rykow

www.planet-wissen.de

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte erzählen, die ich selbst erlebt habe:


„Zoran Zivkovic und das Messer im Bauch“

Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre war ich Dozent in Göttingen an der Universität Göttingen und in meiner Freizeit trainierte ich Jugendmannschaften im Handball.

Um mich fortzubilden, besuchte ich jedes Jahr die sogenannte 
„Freiburger Handballschule“.

Bei der Freiburger Handballschule handelte es sich um ein einwöchiges Seminar, das jedes Jahr in Freiburg stattfand. Das Besondere an dieser Handballschule war, dass dort Seminare für Jugendtrainer wie mich angeboten wurden, aber auch Seminare für Herren- und Damentrainer und Seminare für Bundesligatrainer Damen und Herren und Nationaltrainer Damen und Herren aus den verschiedenen Ländern.

Ich habe dann immer das Jugendtrainerseminar besucht. 

Abends, wenn alle Seminare beendet waren, zogen die Bundesliga- und Nationaltrainer noch in die Restaurants und Kneipen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. 

Ich habe mich dann immer ganz frech mit an die Tische dieser Trainer gesetzt und meinen Mund gehalten, denn jeder dieser Trainer hatte ja unendlich viel mehr Ahnung von Handball als ich.

Wenn dann die richtigen Trainer beisammen saßen, die im Alltagsgeschäft keine Konkurrenten waren, - z.B. ein Bundesligatrainer Damen, ein Bundesligatrainer Herren und ein Nationaltrainer irgendeines Landes -, dann haben die sich in den Nächten, wenn der Alkohol schon etwas die Zunge gelockert hatte, gegenseitig häufig ihre Tricks verraten und da konnte ich oft in einer Nacht mehr lernen als in 10 Jahren in der Sporthalle!

Bei einer solchen Gelegenheit lernte ich Zoran Zivkovic kennen, den Trainer des damaligen jugoslawischen Handballweltmeisters.

www.ebay.de
 Eines Abends fragte er mich, was für eine Mannschaft ich trainieren würde und ich erzählte begeistert von meinen Jugendmannschaften und besonders von meiner sehr guten B-Jugend, die in der höchsten Jugendspielklasse, der Oberliga, spielte.

Zoran Zivkovic fragte mich dann in einem gebrochenen Deutsch:
Was Du machen, wenn es läuft mit Mannschaft schlecht?

Ich antwortete: 
"Dann kann ich sauer werden und kritisiere die Mannschaft und dann scheuche ich die Mannschaft durch die Halle und lasse sie besonders hart trainieren.“


Zivkovic fragte weiter: „Und was Du machen, wenn es läuft mit Mannschaft gut?“

Ich antwortete: 
„Dann freue ich mich und lobe die Mannschaft und lade sie z.B. zum Pizzaessen ein.“

Ich höre noch heute die Antwort von Zoran Zivkovic, weil sie sich mir so unauslöschlich eingebrannt hat: 
„VÖLLIG FALSCH!
Wenn es läuft mit Mannschaft schlecht, du musst sein ganz lieb zu Mannschaft und sie streicheln und ihre guten Anlagen und Fähigkeiten loben. 
Aber wenn es läuft mit Mannschaft gut, dann Du musst nehmen Messer und stoßen in Bauch!“
 

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
in dem Augenblick habe ich begriffen, wie man Weltmeister macht und wie man Menschen, auch gerade junge Menschen motivieren kann.

Ihr wisst, dass ich ein ganz großer Freund davon bin, Kinder und Jugendliche durch ein Lob zu ermutigen, aber sicher muss auch ab und zu berechtigte Kritik sein.
 


Ich habe aber festgestellt, dass Lob und Kritik viel wirkungsvoller sind, wenn man den Zeitpunkt, zu dem man lobt und kritisiert, anders wählt.

Loben, wenn Lob angebracht ist, und Kritisieren,
wenn Kritik angebracht ist – das kann doch jeder!


Versucht es doch bei Euren Kindern und Enkelkindern einmal umgekehrt:


Wenn es mit Euren Kindern und Enkelkindern schlecht läuft, dann steht fest zu ihnen, dann vertraut ihnen, dann schützt sie, haltet Euch mit Kritik zurück und lobt dagegen ihre ansonsten guten Fähigkeiten!



Wenn es aber mit Euren Kindern und Jugendlichen gut läuft, dann ist es die Zeit, auch einmal eine sachliche Kritik anzubringen an Dingen, die Euch nicht gefallen.

Probiert es aus, einmal umgekehrt zu handeln
und Ihr werdet erstaunliche Dinge erleben!


Freimarkt in Bremen
www.kreiszeitung.de
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch  einen zuversichtlichen und mutigen Wochenanfang und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner vom Weserstrand 



Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 17. Oktober 2014

Füreinander da sein!

"Als sie die ersten Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
denn ich war kein Kommunist. Als sie die ersten Juden holten, habe ich geschwiegen; denn ich war kein Jude. Als sie die ersten Katholiken holten, habe ich geschwiegen; denn ich war kein Katholik. Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme hätte erheben können."

Martin Niemöller

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch zu Beginn des Wochenendes eine Geschichte von
Christoph Georges erzählen:

"Im nächsten Herbst, wenn du die Gänse südwärts fliegen siehst, wo sie überwintern ... in einer V-Formation fliegend ...dann erinnere Dich, was die Wissenschaft als Grund entdeckt hat für diese Art des Fliegens: 

Mit jedem Flügelschlag erschafft der eine Vogel einen Aufwind für den Vogel, der ihm unmittelbar folgt. Durch den Flug in V-Formation fügt der ganze Schwarm 71% an Flugreichweite hinzu gegenüber dem, was ein einziger Vogel fliegen könnte.
 
Menschen, die eine gemeinsame Richtung und den Sinn für Gemeinschaft teilen, können gemeinsam ihr Ziel weitaus schneller und leichter erreichen, weil jedem Einzelnen die Schubkraft aller Anderen in der Gemeinschaft zugute kommt. 

Wenn eine Gans aus der Flugformation der Gänse herausfällt, um es doch alleine ohne den Leitvogel zu versuchen, fühlt sie plötzlich den Zug und Widerstand - und schnell kehrt sie in die Formation 
zurück , um den Vorteil zu nutzen, den die auftreibenden Kräfte des Leitvogels bieten.
www.natur-porträt.de
Wenn wir Menschen nur so viel Verständnis wie eine Gans hätten, dann würden wir in einer Formation mit jenen Menschen stehen, die in dieselbe Richtung unterwegs sind wie wir.

Wenn die führende Gans ermüdet, dann rotiert sie zurück in die Seitenlinien
und eine andere Gans führt die Flugformation an.


Entscheidend bei dem Erfüllen gemeinsamer herausfordernder Aufgaben ist es, zu wechseln. Das gilt bei den Menschen genauso wie bei den Gänsen, die nach Süden fliegen. 

Die Gänse von hinten quaken, um die Gänse vorne zu ermutigen, ihre Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten.

Was sagen wir, wenn wir von hinten angefeuert werden?
Schließlich - und dies ist wichtig - wenn eine Gans krank wird, oder durch Gewehrschüsse verletzt wurde, und aus der Formation herausfällt, fallen zwei andere Gänse mit dieser Gans heraus und folgen ihr hinunter, um ihr zu helfen und um sie zu schützen.

Sie bleiben so lange bei der gefallenen Gans, bis sie wieder fliegen kann oder bis sie stirbt; und dann starten sie wieder auf eigene Faust oder mit einer anderen Formation, um wieder an ihre Gruppe anzuschließen."

Wenn wir dieses Verständnis wie die Gänse hätten, würden wir genauso zueinander zueinander halten und stehen.

www.hof-hilge.de
Ihr Lieben,

als ich in meiner Kindheit und Jugend so viel Böses und Schreckliches als
ESELSKIND erlebte, da habe ich in jeder freien Minute Bücher gelesen. Ich habe dies, wie ich heute weiß, getan, weil ich durch das, was ich den in Büchern las, zumindest in Gedanken den Schrecken meiner Kindheit und Jugend entkommen konnte.

Quelle: Thomas Etzensberger
Eines meiner Lieblingsbücher war das Buch von Selma Lagerlöf

Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen.


www.casparworld.com

Dieses Buch gestattete es mir, in meiner Gedanken und meiner Fantasie mit Nils Holgersson und den Wildgänsen auf Reisen zu gehen. 

Dieses wundervolle Kinderbuch ist eigentlich auch ein Buch, das jeder Erwachsene lesen sollte, denn das Besondere an diesem Buch ist, dass der Nils sehr viel von den Gänsen lernt, besondern was das Zusammenhalten, die Liebe, die Freundschaft, die Hoffnung un Zuversicht und das Niemals-Ausgeben betrifft.


Auch das wunderbare Beispiel aus der Tierwelt in unserer heutigen Geschichte zeigt uns, dass uns die Tiere, denen wir uns ja soooo total überlegen fühlen, oft viel klüger sind als wir und viel klüger handeln.

Es wäre schön, wenn auch wir Menschen das begreifen würden.
Egal, wo und wofür wir uns engagieren, es ist immer wichtig, dass wir das in einer Gemeinschaft tun, denn gemeinsam sind wir stärker. In der Gemeinschaft können wir uns gegenseitig mit unserer Begeisterung anstecken, uns gegenseitig motivieren, und gegenseitig Mut zusprechen, wenn wir einmal müde oder verzagt werden.


www.planet-wissen.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein motiviertes und engagiertes Wochenende und ich grüße Euch alle ganz herzlich aus Bremen, wo heute der Freimarkt begonnen hat.
Euer fröhlicher Werner
www.kreiszeitung.de

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Leben wie im Märchen - nur ein Märchen?


"Es genügt nicht, nur zu sagen: "Ich liebe Dich." Diese Liebe muss sich auch im Handeln zeigen."
Alexander Rykow
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch nur einen einzigen Satz aus einem Märchen erzählen und Euch dann meine Gedanken dazu mitteilen:


“Der Prinz und die Prinzessin feierten eine große Hochzeit und sie lebten glücklich bis an ihr Ende. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.”

www.hna.de
Ihr Lieben,

wie ich Euch schon berichtet habe, bin ich Lektor von Beruf, das heißt, ich korrigiere den ganzen Tag Texte auf Rechtschreibe- und Satzzeichenfehler.

Ich finde, ich habe den schönsten Beruf der Welt: 
Ich darf den ganzen Tag lesen und dafür werde ich auch noch bezahlt! 

Als Kind bekam ich oft Schläge, weil ich über dem Lesen z.B. vergaß, für die Familie einzukaufen, heute werde ich für das Lesen bezahlt, wenn das kein Aufstieg ist (Schmunzeln)!

www.meister-gartenshop.de
Besonders gerne habe ich als Kind Märchen gelesen, ja ich muss fast sagen, ich habe sie geradezu verschlungen.

Dabei stellte ich als Kind etwas Sonderbares fest: 
Die Märchen verliefen ganz anders als das normale Leben und damit komme ich wieder auf das obigen Satz über den Prinz und die Prinzessin.

Fast jedes Märchen beginnt mit irgendwelchen Schwierigkeiten, einem Kampf um eine Prinzessin, einer Mutprobe, einem Unglück und am Ende geht das Märchen in der Regel gut aus. 

Dornröschen
www.planet-wissen.de
Ich glaube, das ist es auch, was uns an den Märchen so sehr fasziniert, nämlich die Tatsache, dass sie gut ausgehen.

"Der Prinz und die Prinzessin feierten eine große Hochzeit
und sie lebten glücklich bis an ihr Ende."


Unsere Lebenswirklichkeit ist häufig eine ganz andere, sie sieht häufig umgekehrt aus: Unsere Ehen, Lebensgemeinschaften und Beziehungen beginnen zumeist "auf Wolke sieben" und enden oft nach vielen Kämpfen und großem Ärger vor dem Scheidungsrichter oder in einer Trennung.
Wie wunderbar wäre es doch, wenn es uns gelingen würde, mit unserer Partnerin, unserem Partner "glücklich zu leben bis an unser Ende."

Ein wenig sind wir selbst schuld daran:
Ich habe schon viele Ehen und Lebensgemeinschaften beobachtet, in denen es zu Beginn ein "Feuerwerk" an Liebesbeweisen gab, bei denen das Leben bunt und abwechslungsreich war und die dann in der Öde und Routine des Alltags endeten und versauerten.


Ein Mittel, um Ehen und Lebensgemeinschaften mit Leben zu erfüllen, ist, dass wir uns immer wieder die Mühe machen, etwas Besonderes, etwas Ungewöhnliches, etwas Verrücktes zu tun.

Quelle: Raymonde Graber
Von einem alten Ehepaar hier in Bremen habe ich
dazu ein wunderbares Rezept gehört: 


Beide, die Frau und der Mann, sind seit sehr vielen Jahren verheiratet und auch sie erlebten, wie ihre Ehe in der Eintönigkeit zu enden drohte. Sie setzten sich aber rechtzeitig zusammen und unterhielten sich darüber, was sie anders machen wollten.

Daher entdeckten sie drei wichtige Dinge:

Sie lernten neu, sich gegenseitig zu sagen, was ihnen wichtig war, was ihre Bedürfnisse waren und was sie ärgerte und sie nicht wollten. Sie hörten sich gegenseitig wirklich zu und waren bereit, auf den Anderen einzugehen.

Sie lernten, sich gegenseitig Freiheit zu lassen, damit jeder seinen eigenen Interessen und Bedürfnissen nachgehen kann.

Sie nahmen sich vor, jeden Tag für den Anderen etwas Besonderes zu tun. 

Dabei handelt es sich meist nicht um großartige Dinge, sondern um ganz Alltägliches: Eine kleine Liebeserklärung, einen bunten Blumenstrauß, eine besonders herzliche Umarmung, einen Zettel mit einem ermutigenden Spruch, ein gemeinsames Essengehen. Darüber hinaus unternimmt das Ehepaar viel, um seinen Alltag bunt und heiter zu gestalten.
www.chefkoch.de
Und das ist das Entscheidende an diesem Rezept: 
Dieses ältere Ehepaar hat sein Denken verändert:
Sie beschäftigen sich nicht mehr damit, sich über die Eintönigkeit ihrer Ehe zu beklagen und darüber nachzudenken, sondern ihr ganzes tägliches Denken ist darauf ausgerichtet, sich gegenseitig den Tag zu verschönern und sich gegenseitig Freude und Liebe zu schenken.

www.weber-grill.de
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass auch Ihr ein glückliches, fröhliches Leben führen könnt und ich grüße Euch mit einem Herzen voll Zuversicht und Fröhlichkeit aus Bremen
Euer fröhliches ESELSKIND Werner vom Weserstrand
Quelle: Karin Heringshausen










Mittwoch, 15. Oktober 2014

Es gibt nichts Schöneres als die Liebe!

 "Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst."
Victor Hugo
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Christoph Georges erzählen:
"Comeback für die Liebe"

"Auf der Fahrt zum Ferienhaus am Meer fasste Manuel einen wichtigen Vorsatz: 
Zwei Wochen lang wollte er ein liebevoller Ehemann und Vater sein. Rundum liebevoll, ohne jedes Wenn und Aber. 

Dieser Gedanke war ihm gekommen, als er im Wagen eine Kassette hörte. Der Kommentator sprach über rücksichtsvolle Ehemänner. Dann fuhr er fort: "Liebe ist ein Willensakt. Man kann sich für die Liebe entscheiden."
Diesen Satz von Albert Schweitzer sollte sich jeder übers Bett hängen!
www.gesund-netzwerk.de
Was ihn betraf, so musste er zugeben, dass er ein egoistischer Ehemann gewesen war, seine Gefühllosigkeit hatte seine Ehe öde werden lassen. Es waren die Kleinigkeiten: Er meckerte mit seiner Frau Evelyn wegen ihrer Langsamkeit, bestand auf dem Fernsehprogramm, das er sehen wollte, warf die Zeitungen vom Vortag weg, auch wenn Evelyn sie noch nicht gelesen hatte. Das alles sollte jetzt für zwei Wochen anders werden.

Und so geschah es von dem Augenblick an, da er Evelyn an der Tür einen Kuss gab. Er sagte: "Der neue gelbe Pulli steht Dir ausgezeichnet!" "Dass Du das merkst, Tom!" sagte sie überrascht und erfreut, vielleicht sogar ein wenig verwirrt.

Nach der langen Fahrt wollte er sich ein bißchen ausruhen und lesen. Evelyn schlug einen Spaziergang am Strand vor. Als er gerade Nein sagen wollte, fiel ihm ein, dass sie ja die ganze Woche mit den Kindern hier gewesen war und nun sicher mit ihm ein wenig allein sein wollte. Sie schlenderten am Strand entlang.

www.nordsee24.de
So ging es weiter. Zwei Wochen ohne Anruf in seiner Firma, in der er einer der Direktoren war. Dafür besuchte er mit ihr das Muschelmuseum, obwohl er Museumsbesuche hasste. Und er hielt getreu seinem Plan seine Zunge im Zaum, als sie für eine Verabredung zum Abendessen mit Freunden wieder einmal Ewigkeiten brauchte, sodass sie schließlich sogar zu spät kamen. 

Der ganze Urlaub war so erholsam und tief beglückend, dass er erneut einen Vorsatz fasste: Nämlich nicht zu vergessen, dass man sich für die Liebe entscheiden kann.
Als sie sich am letzten Abend zum Schlafengehen fertiggemacht hatten, blickte Evelyn ihn tieftraurig an. Tom fragte: "Was hast du denn?" "Tom", sagte sie bedrückt, "weißt Du etwas, was ich nicht weiß?" "Wie meinst du das?" "Na ja…, die Vorsorgeuntersuchung vor ein paar Wochen.
 

Unser Arzt…, hat er dir etwas über mich gesagt? Tom, du warst so lieb zu mir wie nie zuvor, muss ich sterben?" Er brauchte eine Weile, bis er begriff, doch dann lächelte er geheimnisvoll, nahm sie zärtlich in seine Arme und flüsterte: "Nein, mein Liebling, du musst nicht sterben. Aber ich fange gerade erst an, zu leben."

Quelle: Raymonde Graber
Ihr Lieben,

immer wieder begegnen mir Menschen im Alltag, die sehnen sich mit heißem Herzen nach Liebe, nach Zuwendung und dennoch sind sie allein und einsam.
Der Fehler liegt darin, dass diese Menschen die Liebe von Anderen erwarten.

Ich möchte einmal ein wenig übertreiben:
Wenn ich zuhause bleibe, meine Wohnungstür abschließe, die Jalousien herunterlasse, mein Telefon abschalte und den Computer herunterfahre, dann werde ich sicher nicht viele Menschen kennenlernen, ich werde sicher nicht viele Gelegenheiten haben, geliebt zu werden.

Aber viele Menschen verhalten sich genauso.

Dabei ist die Lösung so einfach: 
Liebe bekommt nur der, der auch bereit ist, Liebe zu geben.

Und Liebe fällt auch nicht irgendwie und irgendwann vom Himmel und wir wachen auch nicht eines Morgens auf und sind von da an liebevoll zu anderen Menschen, sondern Liebe ist etwas, zu dem wir uns entschließen können. 

Wir können jeden Morgen neu beschließen,
an dem kommenden Tag den Menschen mit Liebe zu begegnen. 


Lasst uns endlich aufhören, auf den Engel zu warten, der uns die Liebe auf einem Silbertablett serviert, lasst uns endlich damit anfangen, jeden Tag unser Licht der Liebe hinauszutragen und die Menschen mit unseren kleinen Taten der Liebe zu erfreuen, sie zu wärmen, ihnen Lebensmut und Lebenshoffnung zu schenken. 



Es gibt so viele Gelegenheiten für die Liebe jeden Tag im Alltag. 

Lauft nicht mit einem griesgrämigen Gesicht herum,
sondern lächelt den Menschen, die Euch begegnen, zu.

Schenkt Eurem Briefträger doch einfach mal mitten im 
Jahr ohne Anlass eine gute Tafel Schokolade, 
ladet einen einsamen Menschen zu Euch zum Kaffee ein.

Die Möglichkeiten sind unendlich vielfältig.
Quelle: Helga und Gerd Steuer
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch heute einen Abend der Liebe, der Freude, der Zuwendung und ich grüße Euch ganz herzlich aus dem herbstlichen Bremen
Euer fröhlicher Werner



Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt