3000 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.000 Geschichten und zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Montag, 25. Juli 2016

Ferien müssen auch mal sein!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

da ich Euch in Zukunft wieder frische, neue und vor allem ermutigende und fröhliche Geschichten erzählen möchte, macht der ESELSKIND-Blog zum ersten Mal seit 5 Jahren (!) eine kleine Pause bis Dienstag, den 09.August 2016. Dann geht es wieder weiter. 

Ich hoffe, Ihr habt Verständnis dafür
In tiefer Freundschaft zu Euch verbunden grüße ich Euch herzlich

Euer fröhlicher Werner aus Bremen
Quelle: Helmut Mühlbacher

Mittwoch, 20. Juli 2016

Ich schenke Euch Tulpen aus Amsterdam!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,


ich möchte Euch heute eine Geschichte von Emily Pearl Kingsley erzählen:


„Willkommen in Holland“
www.autismus-kultur.de

„Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie planen einen fabelhaften Urlaub und freuen sich auf die Reise nach Italien. Sie kaufen sich einen Haufen Reiseführer und machen wundervolle Pläne. 

Sie freuen sich auf das Kolosseum, den Petersdom und den David von Michelangelo in Rom. Sie träumen von dem Markusplatz  und den Gondeln in Venedig. Vielleicht lernen Sie sogar ein paar nützliche Redewendungen auf Italienisch. Es ist alles sehr aufregend.
Markusplatz in Venedig
www.italien-aktuell.de

Nach Monaten freudiger Vorbereitungen ist der Tag schließlich da. Sie packen Ihre Koffer, und los geht’s. Ein paar Stunden später landet das Flugzeug. Die Flugbegleiterin kommt herein und sagt: Willkommen in
Holland.


Holland, sagen Sie. Was meinen Sie mit Holland?? Ich habe Italien gebucht. Ich sollte in Italien sein. Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, nach Italien zu reisen.


Aber es hat eine Änderung des Flugplans gegeben. Sie sind in Holland gelandet, und dort müssen Sie bleiben.


Das Entscheidende ist, dass man Sie nicht an einen schrecklichen, widerwärtigen, ekligen Ort voller Hunger und Krankheit verfrachtet hat. Es ist einfach nur ein anderer Ort.


Also müssen Sie losziehen und neue Reiseführer kaufen. Und Sie müssen eine völlig neue Sprache lernen. Und Sie werden ganz andere Menschen treffen, denen Sie sonst nie begegnet wären.


Es ist nur ein anderer Ort. Hier geht alles langsamer als in Italien, weniger aufregend. Aber wenn Sie dort erst einmal eine Weile gewesen und zu Atem gekommen sind, sehen Sie sich um… und Sie stellen fest, dass es in Holland Windmühlen gibt,… und in Holland gibt es Tulpen. In Holland gibt es sogar Rembrandts.
www.gerber-reisen.ch

Doch all ihre Bekannten waren in Italien oder wollen dort hin,… und sie alle prahlen damit, was für eine tolle Zeit sie da hatten. Und bis ans Ende Ihres Lebens werden Sie sagen: Ja, dahin hatte ich auch gehen wollen. So hatte ich es geplant.


Und dieser Schmerz wird niemals, wirklich niemals vorübergehen… denn der Verlust dieses Traumes ist ein sehr, sehr schwerwiegender Verlust.


Aber… wenn Sie Ihr Leben damit verbringen, der Tatsache nachzutrauern, dass Sie nicht nach Italien gekommen sind, werden Sie niemals frei sein, die ganz speziellen, wunderschönen Dinge zu genießen,… die es in Holland gibt.“
www.gerber-reisen.ch

Ihr Lieben,


als ich das erste Mal nach Rom kam, das war im Jahre 1968, da habe ich mich unsterblich in diese Stadt verliebt. Ich wohnte damals zusammen mit einigen anderen jungen Leuten in einem Pilgerheim in Trastevere, einem Stadtteil von Rom. Mir gefiel damals vor allem die unkomplizierte Lebensart der Italiener.
www.planet-wissen.de
Von daher kann ich es verstehen, wenn jemand unzufrieden ist, wenn er eine Reise nach Italien geplant und gebucht hat und dann plötzlich in Holland landet.


In unserem Leben kommt das häufiger vor, dass wir ein Ziel haben, dass wir einen Traum haben und dass wir weder das Ziel erreichen, noch den Traum verwirklichen können. 
 
Die geplante „Reise“ führt also nicht an ihr Ziel.

Als ich mein Studium vor vielen Jahren in Göttingen beendete, da wurde ich zu meiner großen Freude Dozent für Theologie an der Universität Göttingen. Die Arbeit mit den jungen Studentinnen und Studenten machte mir unendlich viel Freude. 
www.goettingen.de
Wir arbeiteten gemeinsam in Seminaren, wir dachten nächtelang über den Sinn des Lebens nach, wir suchten nach Wegen, diese Welt zum Guten zu verändern, wir feierten wundervolle Feste an Wochenenden auf dem Schloss Adelebsen bei Göttingen und verzehrten bei diesen Festen manchen halben Ochsen.


Leider war meine Anstellung als Dozent zeitlich befristet und so endete meine Zeit nach 8 Jahren an der Universität. Die „Reise“, die ich gerne fortgesetzt hätte, war zu Ende, eine neue „Reise“ begann.
 
Aber ich versank nicht in Enttäuschung und Resignation, sondern ich wandte mich einem neuen Ziel zu, das mich zu meinem heutigen Beruf als Lektor führte, den ich über alles liebe, und das mich zu diesem Blog und der wunderbaren Begegnung mit Euch führte!


Es kommt in unserem Leben häufiger vor, dass wir andere Wege einschlagen müssen, als wir das ursprünglich wollten. Aber wir sollten uns diesen neuen Wegen nicht verschließen, denn auch neue Wege können reizvoll sein.


Holland ist ein völlig anderes Land als Italien. Aber wer einmal zur Tulpenblüte in Amsterdam war, weiß, wie wunderschön Holland sein kann. Wer einmal Urlaub in Holland gemacht hat, weiß, wie reizvoll Radtouren durch die dortige unberührte Natur sein können.


Holland ist völlig anders als Italien, aber auf seine Weise ebenso schön.

Den Fehler, den wir Menschen leider häufig machen, ist, dass wir, wenn wir ein Ziel nicht erreichen können, wenn wir einen Traum nicht verwirklichen können, so traurig, so enttäuscht sind, dass wir nicht merken, dass auch andere Ziele, auch andere Träume reizvoll sein können.


Dass das so ist, hat viel mit unserer falschen Erwartungshaltung zu tun.
Ich las in diesen Tagen ein sehr gutes Wort von Bärbel Kiy:

„Früher erwartete ich alles und konnte mich über kaum etwas freuen.
Heute erwarte ich gar nichts und kann mich über alles freuen.“


Wenn wir ein Ziel haben, einen Traum haben, dann ist das etwas Wundervolles, aber wir sollten nicht zu viel erwarten. Eine zu hohe Erwartungshaltung bedeutet, dass ich mich nur mit dem besten Ergebnis zufriedengebe. 

Ich habe z.B. einen guten Freund, der im Sommer gerne Radtouren macht. Regelmäßig nimmt er sich aber zu große Tagesstrecken vor. Wenn er dann statt der geplanten 70 Kilometer pro Tag nur 50 Kilometer erreicht, dann ist er unzufrieden und bezeichnet die Radtour am Ende als misslungen.
www.hundeschule-ludwigshafen.de


Wichtig ist es, sich solche Ziele, wie z.B. solch eine Radtour, zu setzen. Aber - um bei der Radtour zu bleiben - dann sollte die eigene Erwartungshaltung heruntergeschraubt werden.


Wenn ich, um das Wort von Bärbel Kiy aufzunehmen, alles erwarte, dann tritt schnell der Fall ein, dass ich enttäuscht bin. Wenn ich aber wenig erwarte oder gar nichts, dann kann ich mich über jede Kleinigkeit freuen.


Dann kann ich mich auf einer solchen Radtour über die Blumen, die Vögel, die wundervollen Landschaften, durch die ich radele, freuen, weil sich die Erwartungshaltung nicht auf die Erreichung des Tagespensums richtet, sondern weil ich Zeit habe, die Schönheit der Natur zur Kenntnis zu nehmen.


Dann kann ich mich freuen über Begegnungen mit Menschen, die ich kennenlerne auf meiner Radtour, weil ich mir Zeit nehmen kann für ein Gespräch mit ihnen.


Dann kann ich das Essen in einem schön gelegenen Landgasthaus in aller Ruhe genießen und muss nicht eine Currywurst eiligst herunterschlingen, um schnell weiterradeln zu können.


Ihr seht, manchmal kann die Bereitschaft, weniger zu erwarten, zu einer viel höheren Lebensqualität führen. 

Ich habe das hier so ausführlich erzählt, weil ich ursprünglich meine eigenen Radtouren auch danach geplant habe, was ich an Kilometern pro Tag schaffen wollte. Erst nachdem ich meine Erwartungen heruntergeschraubt hatte, begriff ich, wie wunderbar Radtouren wirklich sein können.
 
Und manchmal bin ich auch der Einladung anderer Radfahrer gefolgt und habe meine geplante Route verlassen und bin ihrem Weg gefolgt und habe so Dinge und Menschen kennengelernt, die ich sonst niemals kennengelernt hätte.


Auch in unserem Leben sollten wir bereit sein, nicht immer nur nach unseren großen Zielen und Träumen zu streben. 
Wir sollten auch offen sein für die Blumen am Weg, für die Menschen, die uns begegnen, für andere Eindrücke und wir sollten immer daran denken: 
Italien ist wunderschön, aber Holland auch.



Ihr Lieben,
ich wünsche Euch jeden Tag eine gute Reise durch Euer Leben.
Ich wünsche Euch jeden Tag liebevolle Begegnungen.
Ich wünsche Euch jeden Tag einen Brunnen von Hoffnung und Zuversicht.
Ich wünsche Euch jeden Tag eine Zeit des Innehaltens und Genießens.
Euer fröhlicher Werner mit herzlichen Grüßen aus Bremen
Quelle: Karin Heringshausen

Samstag, 16. Juli 2016

Unser Leben braucht eine Ausrichtung, wir brauchen einen Leuchtturm, an dem wir uns orientieren können, und wir sollen ein Leuchtturm für Andere sein!!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Klemens Jockwig erzählen:

„Den lebensrettenden Weg finden“

„Zwischen der Insel Pellworm
www.pellworm.de
und Süderoog liegt ein 14 Kilometer langer Weg durchs Wattenmeer. Dreimal wöchentlich geht der Postbote fünf Stunden, um einem Pächterehepaar, den einzigen Bewohnern der kleinen Insel, die Post zu bringen.

Für seinen Marsch durch das Watt braucht er vor allem einen Kompass, den Gezeitenkalender und den Wetterbericht, denn ein unerwarteter Sturm kann den Botengang lebensgefährlich werden lassen.

Am bedrohlichsten aber ist aufkommender Nebel.

Wenn die schwarzen Orientierungspfähle im dichten Nebel verschwinden, wenn die Angst hochkommt, dann kann nur noch der Kompass den richtigen Weg weisen.

Bei Nebelgefahr, so erinnert sich der Postbote, nahm sein Großvater immer ein Nebelhorn mit, ein zweites besaß die Großmutter. Sie stand am Pellwormer Ufer und gab dann Signale, um den Großvater so auch dem Heimweg sicher nach Hause zu lotsen.“

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

wenn man diese Geschichte liest, dann weiß man, warum ein rein wirtschaftlich denkendes Unternehmen niemals den gesamten Briefverkehr übernehmen kann und warum gesetzlich festgelegt ist, dass die Deutsche Post gezwungen ist, jeden Brief zuzustellen. 

Denn welches Unternehmen, das gewinnorientiert ist, würde wohl für 55 Cent Briefe an solche Orte bringen, wie in unserer Geschichte beschrieben.

Unsere kleine Geschichte zeigt uns ganz deutlich, 
wie wichtig es ist, im Leben eine Orientierung zu haben. 

Wenn wir in die Nebel unseres Lebens geraten, wenn Schwierigkeiten uns Sorgen bereiten, wenn Angst uns überflutet, wenn Sorgen uns die Luft zum Atmen nehmen, dann brauchen wir einen Ausrichtung, an der sich unser Lebensschiff ausrichten kann.

Für den einen kann das der Glaube an Gott sein, der ihm Halt gibt, für den anderen Menschen mag das eine geistige Einstellung sein.  Entscheidend ist, dass wir eine Orientierung haben, dass wir uns Hilfe und Ermutigung holen können.

Wichtig ist es auch, Menschen an seiner Seite zu haben, oder Menschen zu kennen, die uns in Notlagen oder schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Und auch wir sind gefragt, für andere Menschen Leuchtturm zu sein, 
damit sie sich orientieren können.

Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Orientierung.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Liebe.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Ermutigung.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Hoffnung und Zuversicht.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf Dein mutmachendes Wort.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf Dein herzerfrischendes Lachen.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf das Geschenk Deines Lächelns.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Sonntagund grüße Euch alle ganz 
herzlich aus  Bremen
Euer fröhlicher Werner



Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 12. Juli 2016

So wie Großmutter Ruby möchte auch ich lieben können!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Lynn Robertson erzählen:

„Großmama Ruby“

„Als Mutter von zwei sehr aktiven Jungen im Alter von sieben und eins mache ich mir manchmal Sorgen, dass sie mir das ganze Haus verwüsten.

Bei ihren Spielen werfen sie gelegentlich in aller Unschuld meine Lieblingslampe um oder bringen meine wohl durchdachten Arrangements durcheinander.

In diesen Augenblicken, in denen ihnen nicht mehr heilig zu sein scheint, denke ich an die Lektion, die ich von meiner weisen Schwiegermama Ruby erhalten habe.

Ruby ist Mutter von sechs Kindern und die Großmutter von dreizehn Enkeln.
Und sie ist die Sanftheit, Liebe und Geduld in Person.

Bei einem Famileintreffen waren wie üblich alle Kinder und Enkel in ihrem Haus versammelt.

Sie hatte sich erst vor einem Monat einen wunderschönen weißen Teppich gekauft, nachdem sie über fünfundzwanzig Jahre immer „denselben alten Teppich“ gehabt hatte.

Sie war überglücklich über diesen neuen Glanz in ihrem Heim.

Mein Schwager Arnie hatte gerade alle seine Geschenke an seine Nichten und Neffen verteilt – köstlichen Honig aus der Produktion seiner Bienenstöcke. Die Kinder freuten sich sehr.

Aber wie das Schicksal es wollte, verschüttete die achtjährige Sheena ihr Honigglas auf Großmamas neuem Teppich und zog eine Honigspur durch das ganze Haus.

Weinend rannte sie in die Küche und in Großmama Rubys Arme.
„Großmama, ich habe meinen Honig auf Deinen neuen Teppich verschüttet.“

Großmama Ruby kniete nieder, blickte zärtlich in Sheenas tränenfeuchte Augen und sagte: „Mach Dir keine Sorgen, mein Liebes, wir können Dir noch mehr Honig besorgen!!



Ihr Lieben,

Wer schon einmal aus Versehen Honig verschüttet hat und sei es auch nur eine kleine Menge, der weiß, wie klebrig Honig ist und wie schwer es ist, ihn wieder zu beseitigen.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, so lieben wie Großmama Ruby, das kann nur eine Mutter oder einen Großmutter. Männer sind zu einer solchen Liebe nicht fähig. Aber dennoch sollte eine solche Liebe auch uns Männern immer als Vorbild dienen, dem es nachzueifern gilt.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Was ist das Besondere der Liebe der Großmama Ruby?

Als ihre Enkelkind zu ihr kommt und ihr berichtet, was geschehen ist, spricht sie nicht von ihrem Teppich, sondern sie interessiert sich nur für den Verlust, den die Enkelin erlitten hat. 

Sie spricht nicht davon, dass der Teppich gereinigt werden muss, 
sondern davon, dass sie der Enkelin neuen Honig besorgen wird.

Eine solche tiefe Liebe hat nicht das Eigene im Blick, sie schaut vor allem auf den anderen Menschen und ist vor allem daran interessiert, dass er glücklich ist. 

Diese Liebe ist in ganz besonderem Maße für Kinder und Enkel wichtig. Kinder und Enkel, die eine solche Liebe erleben, fühlen sich geborgen, angenommen und können sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln.

Das Zweite, dass diese Liebe der Großmama Ruby auszeichnet, ist das Wissen und die Erkenntnis, dass das Wohlergehen eines Menschen immer wichtiger ist als eine Sache.

Bestimmt war die Großmama auch traurig darüber, dass ihr neuer Teppich mit Honig bekleckert worden ist, aber das Glück ihrer Enkelin war ihr tausend Mal wichtiger.

Ihr war bewusst: Einen Teppich kann man reinigen, viel wichtiger aber ist, dass die Enkelin wieder fröhlich ist, dass sie weiß, ich bin geliebt, hier kann ich glücklich sein.



Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch einen fried- und liebevollen Abend und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner



Quelle: Karin Heringshausen

Samstag, 9. Juli 2016

Lass Dir und Anderen Raum zur Entfaltung!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Nicole Schneider erzählen:

„Feste Vorstellungen“

"Wie kannst Du nur?", fragte der Mann verbittert seinen Sohn, der ihm gerade mitgeteilt hatte, dass er jetzt nach dem Abschluss seines Studiums erst einmal ein halbes Jahr auf Reisen gehen wollte, um etwas von der Welt zu sehen.

"Ich habe gedacht, Du würdest Dir so schnell wie möglich eine Arbeit suchen, statt Dich herumzutreiben.Der Sohn schwieg, aber er war verletzt und zornig.
Wie oft gab es solche oder ähnliche Diskussionen, wenn er irgendetwas tat, was sein Vater anders sah als er.

Noch schlimmer aber waren die unausgesprochenen Vorwürfe, die in den sorgenvollen Blicken seines Vaters lagen und ihm das Gefühl gaben, ein Versager und ein schlechter Sohn zu sein.

So wie sonst schluckte er auch jetzt seine Wut und seine Tränen hinunter und verließ wortlos die Küche, in der sie noch vor wenigen Minuten gemütlich Tee miteinander getrunken hatten.


Quelle: Helmut Mühlbacher
Innerlich war er hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, seinem Vater zu gefallen und dem Verlangen, seine eigenen Ideen und Träume durchzusetzen.

Der Vater verließ ebenfalls die Küche und ging in den Garten, um wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Er wollte doch nur das Beste für seinen Sohn!

Während er sich langsam beruhigte, fiel sein Augenmerk auf den Rosenstrauch, den er vor einiger Zeit unter dem Küchenfenster gepflanzt und seitdem voller Vorfreude gehegt und gepflegt hatte.

Mit gerunzelter Stirn blickte er auf die erste Blüte, die sich heute geöffnet hatte.

"Du bist ja weiß! Ich wollte eine gelbe Rose!", sagte er enttäuscht und ein leiser Vorwurf schwang in seiner Stimme mit. 

 "Ja, ich bin weiß!", bestätigte die Rose und hob ihm selbstbewusst ihre Blüte entgegen.


"Ich finde aber gelbe Rosen schöner!", murmelte der Mann.
 "Sei nicht kindisch!", erwiderte die Rose. "Ich fürchte, es ist nicht der Sinn meines Daseins, Dir zu gefallen.

In meinem Kern war angelegt, dass ich weiß werde. Natürlich konntest Du das nicht wissen, aber genau das ist das Problem. Du hast Dir die junge Pflanze besorgt und warst überzeugt, dass ich eine gelbe Rose werde.

Dem ist aber nicht so. Und nun bist Du enttäuscht, weil ich nicht Deiner Vorstellung entspreche. Wenn Du Dich dann besser fühlst - was ich bezweifele - kannst Du natürlich unzufrieden mit mir sein.


Du kannst mich gelb ansprühen oder mich immer nur durch eine gelb getönte Brille ansehen.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Aber das wird nichts daran ändern, dass ich in Wirklichkeit weiß bin. Und wenn Du mich so nicht haben willst, dann war es vielleicht ein Irrtum von Dir, mich zu pflanzen. 

Und noch einmal: Es ist nicht der Sinn meines Daseins, so zu sein, wie Du mich haben willst. Entscheide Dich, mich entweder so zu mögen, wie ich bin, oder lass es, aber in jedem Fall akzeptiere es und hör bitte auf, mich zu kritisieren. Oder erwartest Du von mir, dass ich meine Blätter welken lasse, damit sie gelblich werden?

Bestimmt bin ich nicht perfekt und eine Menge Sachen an mir könnten anders sein - aber ich bin weiß. Genauso wie Dein Sohn ebenso ist wie er ist!" Die Rose hatte freundlich, aber bestimmt gesprochen.

"Woher weißt Du...?", stammelte der Mann. Die Rose wies mit einem ihrer Blätter auf das offene Küchenfenster. Der Mann blickte beschämt zu Boden und schlich davon.

Die Rose wandte ihre Blüte und damit auch ihre Aufmerksamkeit wieder der Sonne zu.

Ein paar Tage lang machte der Mann einen weiten Bogen um die Rose und mied ihren Blick, doch eine Woche später war ihr Beet sauber geharkt und das Unkraut war gejätet, damit die strahlend weiße Blüte vor dem dunklen Erdboden besonders gut zur Geltung kam.“

Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte sollten wir vielen jungen Eltern, aber auch vielen Großeltern zu lesen geben.

Unsere Kinder und Enkelkinder sind nicht dazu da, um uns zu gefallen, um unsere Hoffnungen und Wünsche zu erfüllen.

Das „Beste“ für unsere Kinder und Enkelkinder ist selten das Richtige für sie, 
das, was sie sich von ihrem Leben ersehnen und erhoffen.

Vor allem ist es aber wichtig, dass wir uns das Beispiel der Rose vor Augen führen:

Eine weiße Rose ist eine weiße Rose und aus einer weißen Rose wird keine gelbe Rose, weil wir das so wollen. So ist das auch mit unseren Kindern und Enkelkindern.

Wenn ein junger Mensch z.B. für einen handwerklichen Beruf geeignet ist und darin seine Berufung sieht, ist es unmenschlich, ihn zu einem Studium zu zwingen.

Wichtig ist, dass wir zu unseren Kindern und Enkelkindern stehen, dass wir sie lieben und dass wir sie bei ihrem (nicht unserem!) Streben unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden!
Aber die kleine Geschichte gilt auch für uns Eltern und Großeltern.
Wir sind nicht auf der Welt, um den Wünschen, Hoffnungen oder Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen, sondern wir sind auf der Welt, damit unsere eigenen Talente, Fähigkeiten und Begabungen erkennen und tapfer Schritt für Schritt unseren Weg gehen.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch eine gute und erholsame Nacht und am Sonntag den Mut, Euren eigenen Weg zu gehen und darüber nachzudenken, was für Euch (nicht für Andere!) das Richtige ist.
Ganz liebe herzliche zuversichtliche, liebevolle, hoffnungsvolle, humorvolle, freundliche, fröhliche, heitere Grüße schicke ich Euch aus Bremen
Euer fröhlicher seine Freiheit liebender Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Liebe gibt uns die Chance zu einem erfüllten Leben!


Quelle: Helmut Mühlbacher
„Ehe Du empfangen wurdest, ersehnte ich Dich.
Ehe Du geboren wurdest, liebte ich Dich.
Ehe Du eine Stunde hier warst, wollte ich für Dich sterben.
Das ist das Wunder der Liebe

Maureen Hawkins
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Joseph C. Rosenbaum erzählen:

„Die meisten Kinder werden nur einmal geboren“

„Mutter ist immer da, wenn Du sie brauchst. Sie hilft, beschützt, hört zu, berät und nährt physisch und moralisch. Sie sorgt dafür, dass ihre Familie vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und zweiundfünfzig Wochen im Jahr geliebt wird.

Jedenfalls war meiner Erinnerung nach meine Mutter so, in den wenigen kostbaren Jahren, in denen mir vergönnt war, sie zu haben. Aber keine Worte können das Opfer beschreiben, das sie aus Liebe zu mir, ihrem Sohn brachte.

Ich war neunzehn Jahre alt und sollte zusammen mit einer großen Gruppe anderer Menschen in ein Konzentrationslager abtransportiert werden. Es war klar, dass uns der Tod bevorstand. 
Plötzlich aber tauchte meine Mutter auf und trat an meine Stelle. Und obwohl das fünfzig Jahre her ist, werde ich nie ihre letzten Worte an mich und ihren Abschiedsblick vergessen: „Ich habe lang genug gelebt. Du muss am Leben bleiben, weil Du so jung bist“, sagte sie.

Die meisten Kinder werden nur einmal geboren.
Ich wurde zwei Mal geboren – von derselben Mutter!“

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

wenn ich solche Geschichten erzähle, dann geht es mir vor allem darum, auf die stillen Helden im Alltag aufmerksam zu machen. Zu solchen Opfern wie in unserer Geschichte sind wohl nur Mütter fähig. Es ist sicher die größte Liebe, das eigene Leben für einen anderen Menschen zu opfern.

Aber bei allem guten Willen werden die allermeisten von uns niemals in unserem Leben die Gelegenheit haben, das eigene Leben für einen anderen Menschen zu opfern.

Aber aus der Dankbarkeit heraus, niemals vor einer solchen Entscheidung zu stehen, sollten wir uns täglich bemühen, Liebe in diese Welt hineinzutragen.

Es gibt in dieser Welt so viele, so kostbare und edle Dinge, die man für Geld erwerben kann, aber eines steht fest:
Die Dinge, auf die es in diesem Leben wirklich ankommt, wie Liebe, Zuwendung Freude, Zuversicht, Hoffnung, Ermutigung, die kosten gar nichts, die können wir jeden Tag verschenken.

Und mit nichts können wir den Menschen mehr helfen, ein erfülltes Leben zu führen, als mit Liebe, Zuwendung Freude, Zuversicht, Hoffnung, Ermutigung.


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch morgen einen liebe-vollen Donnerstag und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 3. Juli 2016

Verliere nicht Deine Mitte!

Quelle: Margarete Feuer
"Das Wunderbare zu sehen im Augenblick,
darin besteht das Lebensglück."

Ulla Keleschovsky


Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autor erzählen:


„Der Mensch, der seine Mitte verlor.“
Es war einmal ein Mensch mit großem Wissen und vielen besonderen Fertigkeiten, der sehr herzlich zu allen Menschen war. Deshalb wurde er sehr beliebt und er war sehr gefragt. Aber er konnte zu keinem Menschen NEIN sagen. 

So kam es, dass sein Herz immer weniger dabei war. Schließlich öffnete er nur noch seine ,,inneren Schubladen“, aus denen heraus er verteilte. Natürlich wurde er sehr gut bei den Menschen angesehen und wurde von ihnen gelobt. Aber je bekannter er wurde, umso mehr „funktionierte“ er nur noch. Die Menschen sagten es ihm nicht, wenn sie etwas ohne sein Herz bekamen. Sie taten, als seien sie mit allem zufrieden.


Eines Tages war dieser Mensch so erschöpft, das er zusammenbrach. 
Traurig erkannte er: 
Ich habe meine Mitte verloren, weil ich glaubte, das alles leisten zu können, ja zu müssen. Ich wollte ja keinen enttäuschen.

Und er war sehr, sehr traurig, dass er nicht auf sein eigenes Herz gehört hatte. 

Er hatte sich ja nie Zeit genommen, auszuruhen, seine Mitte wieder mit Liebe, Güte und Herzlichkeit aufzufüllen.

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

es gibt in unserer Gesellschaft mehr Hilfsbereitschaft, als wir oft glauben. 
Die meiste Hilfe wird im Stillen geleistet:


Da ist die Mutter und die Familie, die sich um den pflegebedürftigen Sohn kümmern.

Da sind die Angehörigen, die sich um die alte Großmutter kümmern.
Da ist jede Mutter und jeder Vater, jede Großmutter und jeder Großvater, die sich ernsthaft, intensiv und unter großem Zeitaufwand für ihre Kinder und Enkelkinder da sind.
Da sind all die vielen Ehrenamtlichen, die sich in unserem Land für eine gute Sache engagieren und ihre Freizeit opfern.

Das alles ist wunderbar, solange wir daran denken, dass wir nicht immer nur geben können, sondern auch tanken müssen.

So schmerzhaft diese Einsicht auch ist: Wir müssen begreifen lernen, dass wir nicht alles leisten können, dass wir auch Zeiten der Ruhe, des Auftankens, der Stille brauchen.

Wir dürfen uns nicht wundern, wenn wir eines Tages zusammenbrechen oder ausgebrannt sind, wenn wir uns selbst schlechter behandeln als unser Auto.

Quelle: Astrid Müller

Jede Autofahrerin, jeder Autofahrer weiß, dass man ab und zu Motorenöl nachfüllen muss und dass, wenn man das nicht tut, irgendwann ein Motorschaden die Folger ist.

Jede Autofahrerin, jeder Autofahrer weiß, dass man regelmäßig eine Tankstelle aufsuchen muss, um Benzin oder Diesel zu tanken, weil das Auto sonst einfach unterwegs plötzlich den Dienst verweigert.


So ist das auch mit uns. Dabei sind wir unendlich viel wertvoller als ein Auto.

Auch wir brauchen Zeiten, in denen wir auftanken können, in denen wir zur Ruhe kommen können, in denen wir Kraft tanken und in der Stille Freude in uns hineinströmen lassen können.

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch allen eine fröhliche und gute neue Woche und grüße Euch alle herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen