3000 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.000 Geschichten und zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Dienstag, 23. August 2016

Behalte Dein Ziel im Blick!

Quelle: Raymonde Graber
"Es mag sein, dass ich meine Ziele nie erreichen werde, aber ich kann sie schauen,
mich an ihnen erfreuen und sehen, wohin sie mich leiten.“
Louisa May Alcott
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Behalte Dein Ziel im Blick!“ 

„Florence Chadwick hatte sich in den Kopf gesetzt:
"Ich will als erste Frau den Kanal überqueren - schwimmend!"

Nach langem hartem Training startete sie 1952 ihren ersten Versuch in Calais.
Sie schwamm und schwamm, angespornt von den vielen Zurufen aus ihren Begleitbooten.


Kurz vor der englischen Küste zog dicker Nebel auf und das Wasser wurde immer kälter. Ihre Mutter feuerte sie von einem Boot aus an: "Los, Florence! Du schaffst es! Es sind nur noch wenige Meilen!"

Doch schließlich ließ sich die erschöpfte Florence an Bord ziehen - ein paar hundert Meter vor ihrem Ziel. Später antwortete sie den Reportern: "Ich will mich nicht entschuldigen, aber ich glaube, ich hätte es geschafft, wenn ich nur mein Ziel hätte sehen können."  

Florence Chadwick versuchte es später noch einmal. Dieses Mal konzentrierte sie sich darauf, die Küste von Dover vor ihrem inneren Auge zu sehen. Jedes Detail malte sie sich aus und je dichter der Nebel und je kälter das Wasser wurde, desto klarer erschien ihr das Bild der Küste, desto näher sah sie sich ihrem Ziel - welches sie am Ende auch tatsächlich erreichte.  
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich gebe gerne zu, das Ziel von Florence Chadwick wäre nichts für mich gewesen:
Ich bin kein sehr guter Schwimmer und vor allem schwimme ich nicht gerne in eiskaltem Wasser.


Das ist also das Erste, was wir aus dieser kleinen Geschichte lernen können: 
Das Ziel, das wir erreichen wollen, muss auch zu uns passen. 
Es würde zum Beispiel nicht sehr Erfolg versprechend sein, wenn ich mich mit meinen 67 Jahren entschließen würde, als Ziel zu wählen, Olympiasieger im 100-Meter-Lauf werden zu wollen. Da würde ich mich nur lächerlich machen.

Mein Traum war es vor vielen Jahren, mit Lesen Geld zu verdienen.
Inzwischen bin ich Lektor, lese von morgen bis abends wissenschaftliche Arbeiten und verdiene mit dem Lesen meinen Lebensunterhalt. Ich habe also mein Ziel erreicht.

Mein zweites Ziel war es immer, dass ich anderen Menschen und mir selbst Freude bereite und anderen Menschen Mut und Zuversicht vermittele und auch diesem Ziel komme ich immer näher.

Aber diese beiden Ziele konnte ich nur deshalb erreichen,
weil diese Ziele zu mir persönlich passen.


Also, Ihr Lieben, wenn Ihr Euch ein Ziel auswählt, dann prüft Euch im Stillen,
ob dies Ziel für Euch das richtige ist und ob das Ziel realistisch ist. 

Aber, und das ist das Zweite, das wir aus dieser Geschichte lernen können: 
Wenn Ihr Euch für ein Ziel entschieden habt, dann behaltet es im Blick, dann wandert mutig auf dies Ziel zu und lasst Euch von niemandem (ich wiederhole: VON NIEMANDEM) entmutigen oder von Eurem Ziel abbringen.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ich möchte aus gegebenem Anlass noch einige Anmerkungen anfügen.
Ich wurde in diesen Tagen mehrfach danach gefragt, ob ich im Fernsehen fleißig die Olympischen Spiele verfolgt habe. Ich musste diese Frage verneinen.
Mich haben die Olympischen Spiele nicht interessiert und das aus drei wichtigen Gründen:

Der Begründer der neuzeitlichen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin hat einmal einen ganz wichtigen Satz gesagt:

„Das Wichtige an den Olympischen Spielen ist nicht zu siegen, sondern daran teilzunehmen; ebenso wie es im Leben unerlässlich ist, nicht zu besiegen, sondern sein Bestes zu geben.“

Von diesem Grundgedanken ist nichts mehr übrig geblieben. Nur der Sieger steht im Rampenlicht, schon der Vierte oder Siebte gilt als Versager, dabei finde ich es grandios, wenn ein Sportler der Viert- oder Siebtbeste der Welt ist.

Im alten Griechenland fanden regelmäßig die Vorläufer der heutigen Olympischen Spiele in Olympia statt. Dabei galten zwei Grundregeln, die erste lautete:

Die durch die Spiele verursachten Kosten werden von allen Staaten,
aus denen Sportler teilnahmen, gemeinsam getragen.


Heute werden die veranstaltenden Staaten mit den Kosten allein gelassen.
Brasilien, das ohnehin mit wirtschaftlichen Problemen und großer Armut in der Bevölkerung zu kämpfen hat, muss die Kosten von 11 Milliarden Euro allein stemmen, die Gewinne aus den Spielen fließen allein dem Olympischen Komitee zu.


Die zweite Grundregel, die ebenfalls strikt eingehalten wurde, lautete:
Während der Olympischen Spiele stellten alle beteiligten Staaten, die Krieg führten, für die Dauer der Olympischen Spiele alle Kriegshandlungen ein. 

Welche ein menschlicher Fortschritt wäre das, wenn zumindest diese Grundregel auch heute noch gelten würde!
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt. 
Und ich wünsche Euch Mut, Zuversicht und ganz viel innere Freude, dieses Ziel auch zu erreichen.
Ich wünsche Euch heute einen zuversichtlichen Tag und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner von Weserstrand
Quelle: Helmut Mühlbacher

Donnerstag, 18. August 2016

Worte können Wunder wirken!


Quelle: Jürgen Tesch
Nicht Worte sollten wir hören, sondern den Menschen, 
den wir hinter den Worten fühlen.

Samuel Butler

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben, heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

"HEILENDE WORTE"

"Vor langer Zeit wanderte ein weiser Mann durch das Land.

Eines Tages, als er an einem Dorf vorbeikam, wurde er von einer Frau angesprochen, die ein krankes Kind auf dem Arm hatte. Er solle diesem Kind helfen.

Er ging mit ihr in das Dorf zu dem Kind und eine Menschenmenge versammelte sich um ihn. Er sprach ein Gebet für das Kind und wollte das Dorf wieder verlassen.

Einer der Dorfbewohner schrie ihn an und sagte:"Glaubst du denn wirklich,
dass da ,wo alle Medizin versagt hat, ein Gebet helfen kann?" 
Der weise Mann sagte zu ihm:
"Du hast ja keine Ahnung und das, was Du sagst, ist ziemlich dumm!"

Da wurde der Dorfbewohner zornig und schäumte vor Wut. Sein Herz schlug schnell, er schwitzte und seine Fäuste ballten sich. Er presste die Zähne aufeinander, sodass es fast weh tat.

Der weise Mann schaute ihn an und bevor der Dorfbewohner ihn angreifen konnte, sprach er:
"Wenn Dich ein einziger Satz so wütend macht und solche körperlichen Symptome bei Dir verursacht, wieso sollen dann, bitte schön, meine Worte nicht dieselben Kräfte haben?"
Und an diesem Tag hatte der Weise gleich zwei Menschen geheilt......"
Quelle: Romana Huber

Ihr Lieben,

ich habe in den letzten Jahren in meiner Umgebung zwei Begebenheiten erlebt:

In dem einen Fall bekam jemand einen Brief eines Rechtsanwalts, in dem ihm ein großes Erbe angekündigt wurde. 

In dem Brief standen, auf weißes Papier mit schwarzen Worten gedruckt, nur Worte. Worte, die aber eine ganz gewaltige Wirkung hatten: Diese Worte lösten große nachhaltige Freude aus und sorgten dafür, dass erste Zukunftspläne geschmiedet wurden!

In dem anderen Fall bekam jemand ebenfalls einen Brief, in dem ihm die Nachricht von dem Tod eines sehr guten Freundes übermittelt wurde. 

Wieder waren es nur Worte, aber in diesem Fall lösten sie tiefe Traurigkeit, Lähmung und Trauer aus.

Worte, nichts als Worte und doch ist ihre Wirkung soooo unterschiedlich!!!

Deshalb ist unsere heutige kleine Geschichte so wichtig: 
Wenn wir das Geschehen aus unserer kleinen Geschichte im Alltag ausprobieren würden, indem wir jemanden beleidigen oder ihn zu Unrecht beschimpfen, würden wir das gleiche Ergebnis wie in der Geschichte erreichen.

Jeder von uns weiß ganz genau, wie sehr Worte verletzen können, wie sehr Worte das Selbstbewusstsein beschädigen können, wie sehr Worte uns in Traurigkeit oder in eine depressive Stimmung stürzen können.

Leider weiß nicht jeder, dass man mit Worten 
ebenso positive Wirkungen erzielen kann.

Es gibt…
fröhliche Worte,
mutmachende Worte,
anerkennende Worte,
Worte der Hoffnung,
Worte der Zuversicht,
Worte des Lobes,
Worte der Liebe...
Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben, 
ich kann nur jedem von Euch empfehlen, es auszuprobieren.
Schimpfen, kritisieren und negativ reden, das kann doch jeder.

Ihr aber seid etwas Besonderes und es wäre schön, 

Ihr würdet das auch Eure Mitmenschen in Euren Worten spüren lassen.

Und wenn Ihr durch Eure Mut machenden und anerkennenden und fröhlichen Worte andere Menschen glücklich macht, werdet Ihr entdecken, dass Ihr selbst auch immer glücklicher werdet.

Probiert es doch im Kreise Eurer Lieben, Euer Kinder und Enkelkinder aus,
Ihr werdet wahre Wunder erleben!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch heute einen Abend des guten Wortes, einen Abend der Freude und des Mutes und ich grüße Euch ganz herzlich vom Weserstrand
Euer fröhlicher Euch Mut machender Werner

Quelle: Karin Heringshausen


Samstag, 13. August 2016

Die Schraube - Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft!


"Ich bin gerne eine alte Schraube, denn aus dem Rost meines Lebens erwuchsen mir wertvolle Erkenntnisse, Wahrheiten und Erinnerungen."

Alexander Rykow


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Eine große alte Schraube liegt in meiner Hand. Etwas abgebrochen und rostig liegt sie schwer auf der Handfläche. Mein Blick gleitet über sie und fast zärtlich streichelt mein Finger über die rostige Schraube. 


„Du musst mal eine imposante Schraube gewesen sein. Von Hand gemacht. Tüchtige Männer haben Dich aus Eisen hergestellt. Sie haben sicher geschwitzt und gehämmert, als sie Dich machten. Du wusstest, Du bist wichtig, Du darfst mal raus auf die Schiene des Fortschritts. Damals warst Du etwas ganz Besonderes.“ 


Das sage ich zur Schraube. Als Antwort wird sie etwas schwerer in meiner Hand, der Rost leuchtet mir entgegen. Meine Gedanken gehen über 115 Jahre zurück. Damals wurde wohl diese Schraube in ein funkelnagelneues Gleis eingeschraubt. Ihr Auftrag war wichtig. 


Sicher wurde die Bahnschiene mit Musik eingeweiht und die Erbauer redeten von Zukunft, Wohlstand und Fortschritt. Die Schraube tat sicher ihr Bestes und man kann es ihr nicht verdenken, dass sie sich gut vorkam. War sie doch größer und schwerer als jede normale Schraube. 


Wie stolz war sie dann, als der erste Zug über ihr durchratterte und sie dem Gewicht ohne Probleme standhalten konnte. Dafür war sie gemacht, dafür hatte sie geglüht im Feuer und dafür war ihr ein prächtiges robustes Gewinde eingeschnitten worden. 


So vergingen Sommer und Winter, viele Male und die Schraube tat treu ihren Dienst. Es gab sicher glückliche Eisenbahnfahrten, die über sie durchfuhren. Eine Hochzeit vielleicht oder Verliebte oder junge Menschen, die die Welt entdecken wollten. Sicher sah die Schraube aber auch Not und Elend, Terror, Krankheit und Tod. Wie oft wird sie im Krieg wohl geseufzt haben, wenn ein Zug durchkam der notvolle Ladung hatte. 

Quelle: Helmut Mühlbacher
Die Schraube wurde älter, die Bahnschiene war nicht mehr so wichtig, die Züge wurden seltener. Kann es sein, dass ich schon bald keinen Dienst mehr haben werde, fragte sich die Schraube? 

Fast wäre es so gekommen, aber es gab Menschen, die wollten die alte treue Bahnlinie nicht einfach so aufgeben. Wenn sie auch nicht mehr fortschrittlich ist, so soll sie doch wenigstens etwas fürs Gemüt werden und eine Dampfbahn soll weiterhin durch diese schöne Landschaft fahren. Die Schienen wurden neu überholt. Jede Schraube, jedes Schienenbrett wurde kontrolliert. Die Arbeiter kamen bei der unterdessen alten Schraube an. „Was bist Du doch für eine alte Schraube“, sagte ein Arbeiter. „Du bist zu unsicher, du könntest den Zug ins Unglück bringen, Dich muss ich auswechseln“. 


So tat er es dann auch. Er warf die alte Schraube achtlos aufs Gleis. Am Schluss wollte er die alten Teile zusammennehmen und dann ins Alteisen schmeißen. Als es soweit war und der Arbeiter am Einsammeln war, duckte sich die Schraube, so gut sie es eben nur konnte, hinter einem Grasbüschel. Sie hielt den Atem an, ließ ihr wunderschönes Rostrot so wenig wie möglich leuchten. Und tatsächlich, der Mann ging an ihr vorbei. 


Sie konnte liegen bleiben, war in guter Gesellschaft mit Schnecken und schönen Steinen, besonderen Blumen. Manchmal lag Schnee auf ihr, dann wieder brannte die Sonne herunter und es war sehr heiß. So vergingen viele Jahre. Hin und wieder dachte die alte Schraube etwas wehmütig zurück an die Zeit ihres Berufslebens. 


Wie war es doch schön gewesen, als schwarze starke und stolze Schraube einen so wichtigen Dienst zu haben. Aber im Laufe des langen Lebens merkte die Schraube dann doch, dass es nicht allein wichtig ist, dass man „Jemand“ ist, sondern dass es viel wichtiger ist, Anteil zu nehmen am Leben, die Schöpfung zu bestaunen und einfach zufrieden zu sein mit dem, was man hat und ist. 


So war die Schraube an jenem Sommerabend ganz zufrieden. Sie ließ ihren schönen Rost im Licht des Sonnenuntergangs leuchten, dass es eine Freude war. Sie lag auf der Schiene und sah schon von weitem zwei Menschen kommen. Sie streckte sich ein wenig um besser schauen zu können.
Ja, tatsächlich, da vorne auf dem Gleis kamen zwei daher. Sie balancierten abwechseln auf der Schiene, lachten dabei und schienen sehr fröhlich zu sein. Die beiden bestaunten Blumen, nahmen Steine auf und Schneckenhäuser. 
Quelle: Raymonde Graber
Interessant, dachte die Schraube, die beiden muss ich etwas beobachten. Lange ist es her, seit uns hier jemand so wichtig nahm, dass er Zeit hatte, uns anzuschauen, geschweige dann in die Hand zu nehmen. Sonst rennen und hetzen doch die Menschen nur. Unterdessen setzen sich die beiden Menschen weiter vorne auf einen Wildbeobachtungssitz. Es war genau so weit von der Schraube weg, dass diese alles gut sehen konnte, wenn sie sich nur etwas streckte. 

Sie konnte auch das Lachen hören und Wortfetzen kamen bis zu ihr rüber. Das war ja mal ein interessanter Abend den die Schraube da erlebte. Die beiden Menschen machten es sich gemütlich, sie saßen in der untergehenden Sonne und wussten nicht, dass sie von einer Schraube beobachtet werden. Zuerst waren sie leise, vielleicht kommt ja ein Reh. Nach einer Weile jedoch redeten sie lustig miteinander, tauften den Sitz worauf sie saßen „ihren Bahnhof“ und lachten frisch fröhlich. 


Eine ganze Weile bestaunte die Schraube das lustige fröhliche Treiben und sie freute sich mit. Sie spürte, da ist etwas Besonderes zwischen den beiden Menschen. Sie spürte da ist Vertrauen, echte tiefe Freundschaft und Wertschätzung und reine Freude, dass sie Zeit zusammen verbringen durften. Die Schraube hätte zu gerne mehr über diese Beiden erfahren. 



Nach geraumer Zeit lösten sich die beiden Menschenkinder und kamen fröhlich auf die Schraube zu. Von weitem konnte sie sehen, wie sich die beiden Geschenke machen. Sie bekam eine Blume, er ein Schneckenhaus. Was das wohl bedeuten soll? 


Die Schraube sah auch, dass die beiden ganz interessiert die Jahreszahlen auf den Schienen lasen, die Inschriften der Firmennamen und wie sie über die früheren Zeiten nachdachten, wie es da mal gewesen sein könnte. Die Schraube hätte das ja alles gewusst und hätte zu gerne von früher erzählt. 


Aber wie sollte sie das machen? So rückte sie so gut sie es eben konnte sich so zurecht, dass sie dem Mann auf dem Weg lag. Vielleicht hoffte sie, vielleicht dachte sie ganz zitternd vor Freude, würde er sie sehen und sie könnte von früher erzählen. Die Schritte, das Lachen, die Fröhlichkeit und die tiefe Verbundenheit kamen immer näher. 


Und als die Schraube den Schatten über sich spürte, denn der Mann warf, traute sie sich kaum zu atmen. Sie blinzelt leicht und sieht von oben eine sonnengebräunte Hand sich nach ihr ausstrecken. Die Hand war sanft und vertrauenswürdig. Es war keine rohe Hand wie die, wo sie damals auf den Schotter geschmissen hatte weil ihr Dienst beendet war. Nein, das war eine ganz andere Hand. 


Eine die sie jetzt aufhob, in der Hand wiegte und sie sanft umschloss, wie wenn sie etwas Besonderes wäre. Vor Aufregung wurde es der alten Schraube fast schwindlig. Was jetzt geschah, das konnte sie kaum fassen. Sie ruhte in der Männerhand und so ging es noch einige Meter weiter. Dann blieb der Mann stehen und die Frau auch. Die Hand streckte sich der Frau entgegen, langsam öffnete sich diese Hand und die Schraube hatte wieder Licht. Da lag sie nun auf der offenen Hand des Mannes in der untergehenden Sonne. 


„Hier Sternchen, das schenke ich Dir als Erinnerung an dieses wunderschöne Wochenende, als Erinnerung an diesen Spaziergang, als Erinnerung an Badeplausch, Mais- und Kornfeld, an unseren Bahnhof“. In den Augen der Frau leuchtet das Glück auf, wie wenn sie das wertvollste Geschenk bekommen hätte. Liebevoll nimmt sie die alte Schraube in ihre Hand, bestaunt sie und freut sich über sie. 


Die alte Schraube kann ihr Glück kaum fassen. Nach so vielen Jahren unbeachteten Daseins hat sie einen neuen Auftrag. Sie darf die Erinnerungen einer besonderen Freundschaft lebendig erhalten, Erinnerungen an besondere Momente im Leben, die nie mehr wiederkehren so wie sie waren. Die alte Schraube wird sorgsam in den Rucksack gepackt, damit sie ja nicht verloren gehe. Es ist dunkel dort drinnen und die alte Schraube merkt wie sie müde wird. 


Noch während ihr die Augen zufallen, denkt sie – wie ist das doch schön, ich bin nur eine alte Schraube, aber für diese beiden Menschen bin ich etwas ganz Besonderes. Dann schläft sie ein. Sie erwacht erst wieder, als sie sorgsam aus dem Rucksack genommen wird und auf einen Nachttisch gelegt wird. Das ist die erste Nacht seit ihrer Herstellung, dass sie drinnen ist. Neugierig schaut sie sich um. Die Reise geht am nächsten Tag weiter in ein anderes Land. Dort wohnt die Frau. Sorgsam nimmt sie die Schraube aus der Tasche, legt sie behutsam auf den Computer zu Steinen, Schneckenhäuschen und solchen Dingen. 


Besondere Geschenke, auf den ersten Blick wertlos für die Menschen. Nicht aber für die Frau. Für sie sind das Schätze besonderer Art und jedes hat seine Geschichte. Kein Tag vergeht, ohne dass die Frau die alte Schraube in die Hand nimmt, zart über ihren Rost streichelt und an diesen wunderschönen Tag zurückdenkt. 

Tagsüber, wenn es hier ruhig ist im Raum, dann schaut sich die Schraube in Ruhe um, knüpft Freundschaft mit dem Stein links und dem Schneckenhaus rechts und überhaupt mit allen hier. Gegenseitig erzählen sie sich die Geschichten einer besonderen Freundschaft und den Platz den sie darin einnehmen. Geschichten über Menschen, die hier in diesem kleinen und einfachen Haus ein und ausgehen. 


Kürzlich hörte die Schraube, als die Frau am Telefonieren war den Satz: 

„Es ist nur eine alte Schraube, aber für uns etwas ganz Besonderes.“ In dieser Nacht schlief die alte Schraube sehr glücklich ein. Und sie träumte davon, wie es dann ist, wenn der Mann in dieses Häuschen zu Besuch kommt, wenn er sie in diesem Zimmerchen besucht und sie liebevoll in die Hand nimmt und auch an jenen wunderschönen Tag zurückdenkt. 


Ja, Du bist nur eine alte Schraube, aber für uns etwas Besonderes!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

die Geschichte hat zwei tiefe Wahrheiten in sich:

Zum einen werden wir alle irgendwann zu alten rostigen Schrauben, aber das bedeutet noch lange nicht, dass wir auch wertlos werden. Ich kenne viele ältere Menschen, die sich wertlos fühlen, aber dafür gibt es keinen Grund. 


Jeder Einzelne von Euch ist etwas Besonderes!,
  so wie diese Schraube.

Aber manchmal werden wir im Leben zur Seite geschoben, lassen uns Menschen fallen oder schenken uns keine Beachtung mehr und dann fühlen wir und schuldig und wertlos.

Aber das stimmt nicht: Du bist noch genauso wertvoll wie bisher!

Aber wir müssen akzeptieren, dass sich das Leben verändert, dass unsere Aufgaben sich ändern. Und wenn es Menschen gibt, die mit uns nichts mehr zu tun haben wollen, weil wir nicht mehr so leistungsfähig sind, dann sollten wir uns nicht bejammern, sondern uns anderen Menschen zuwenden, die uns wertschätzen. 


Schaue Dich in Deiner Umgebung um, es gibt viele Menschen, denen Du viel bedeutest, Du musst sie nur wahrnehmen!

Die zweite Wahrheit der Geschichte ist diese:
Wir sollten Menschen nicht nur nach ihrer Leistungsfähigkeit beurteilen, nach ihrem Können und ihrer Position, sondern wir sollten die Menschen wertschätzen, wir sollten erkennen,
 dass der Mensch, der uns gegenüber sitzt, ebenso wertvoll ist wie wir selbst. 
Wir sollten die Menschen beurteilen nach dem, wie viel Liebe sie verschenken, wie viel Freude sie bereiten, wie viel Wertschätzung sie anderen Menschen zukommen lassen. Wenn wir das täten, dann sähe es um Vieles besser aus in dieser Welt.

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben, 
Ich wünsche Euch ein fröhliches unbekümmertes Wochenende und grüße Euch herzlich aus dem schönen Bremen
 
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 10. August 2016

Du bist derjenige, der helfen kann!


„Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.“
Karl Heinrich Waggerl

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Du bist derjenige, der helfen kann!“


„Eine Frau reiste durch die Welt, um die Schönheiten dieser Erde zu entdecken. Dabei wurde sie gewahr, wie viel notleidende, arme und kranke Menschen es doch überall gab. So sah sie z.B. ein kleines Mädchen, das mit seinen dünnen abgemagerten Ärmchen um ein Stück Brot bettelte. 

Die Frau war echt erschüttert und eilte in eine nahegelegene Kirche, um im Gebet zu Gott zu rufen.

Da die Frau sprach zu Gott: "Lieber Gott, wie kannst Du es nur zulassen, dass dieses Mädchen solche Not leiden muss? Warum tust Du denn nichts?"

Plötzlich erschrak die Frau, denn sie vernahm eine Stimme, obwohl außer ihr niemand in der Kirche war. Es war die Stimme Gottes, der gütig lächelte und zu ihr sagte: „Ich habe etwas getan!“ Ich habe Dich geschickt!“

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

die Frage, die mich schon als Kind und junger Mensch sehr beschäftigt hat und die mich auch als Erwachsener lange umgetrieben hat, ist die Frage: 
 
Warum greift Gott, wenn es ihn denn gibt, nicht ein, warum beendet er nicht die Not und das Elend auf dieser Welt? Wenn er allmächtig ist, dann hätte er doch die Macht dazu.

Wenn in meiner Straße, in der ich wohne, ein Mensch schwer krebskrank wäre, eine Frau vergewaltigt und ein Kind sexuell missbraucht würden, würde ich doch, wenn ich die Macht dazu hätte, einschreiten und die Krankheit heilen und die Vergewaltigung und den Missbrauch verhindern.

Eine letzte Antwort darauf, warum Gott nicht eingreift, habe ich auch nicht.
Ich weiß nur, dass Gott uns für die Zeit unseres Lebens die Verantwortung für uns selbst und diese Welt übertragen hat. Denn würde Gott ständig eingreifen, wären wir nicht anderes als Marionetten an langen Schnüren, die gar keinen eigenen Willen haben.

Das alles macht aber nur dann einen Sinn, wenn es, woran ich glaube, eines Tages einen Tag gibt, an dem aus Ungerechtigkeit wieder Gerechtigkeit wird, an dem alle Menschen für das, was sie getan haben, Verantwortung übernehmen müssen.
Aber das alles ist für mich nicht entscheidend:

 
Entscheidend ist für mich die Tatsache, dass es auf dieser Welt viel Leid und Elend gibt und dass unsere Hilfe gefordert ist, die Hilfe eines jeden Einzelnen von uns, damit diese Welt ein wenig heller und menschlich wärmer wird. Und dafür werde ich, so lange ich atmen kann, meinen kleinen Beitrag leisten. Ich hoffe, dass viele andere Menschen ebenso handeln und dass wir GEMEINSAM etwas bewegen und verändern in dieser Welt.

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch morgen einen fröhlichen, den anderen Menschen zugewandten Tag und ich grüße Euch alle voll Freude und Fröhlichkeit
Euer Werner aus Bremen

Quelle: Karin Heringshausen
                                                                    

Montag, 25. Juli 2016

Ferien müssen auch mal sein!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

da ich Euch in Zukunft wieder frische, neue und vor allem ermutigende und fröhliche Geschichten erzählen möchte, macht der ESELSKIND-Blog zum ersten Mal seit 5 Jahren (!) eine kleine Pause bis Dienstag, den 09.August 2016. Dann geht es wieder weiter. 

Ich hoffe, Ihr habt Verständnis dafür
In tiefer Freundschaft zu Euch verbunden grüße ich Euch herzlich

Euer fröhlicher Werner aus Bremen
Quelle: Helmut Mühlbacher

Mittwoch, 20. Juli 2016

Ich schenke Euch Tulpen aus Amsterdam!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,


ich möchte Euch heute eine Geschichte von Emily Pearl Kingsley erzählen:


„Willkommen in Holland“
www.autismus-kultur.de

„Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie planen einen fabelhaften Urlaub und freuen sich auf die Reise nach Italien. Sie kaufen sich einen Haufen Reiseführer und machen wundervolle Pläne. 

Sie freuen sich auf das Kolosseum, den Petersdom und den David von Michelangelo in Rom. Sie träumen von dem Markusplatz  und den Gondeln in Venedig. Vielleicht lernen Sie sogar ein paar nützliche Redewendungen auf Italienisch. Es ist alles sehr aufregend.
Markusplatz in Venedig
www.italien-aktuell.de

Nach Monaten freudiger Vorbereitungen ist der Tag schließlich da. Sie packen Ihre Koffer, und los geht’s. Ein paar Stunden später landet das Flugzeug. Die Flugbegleiterin kommt herein und sagt: Willkommen in
Holland.


Holland, sagen Sie. Was meinen Sie mit Holland?? Ich habe Italien gebucht. Ich sollte in Italien sein. Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, nach Italien zu reisen.


Aber es hat eine Änderung des Flugplans gegeben. Sie sind in Holland gelandet, und dort müssen Sie bleiben.


Das Entscheidende ist, dass man Sie nicht an einen schrecklichen, widerwärtigen, ekligen Ort voller Hunger und Krankheit verfrachtet hat. Es ist einfach nur ein anderer Ort.


Also müssen Sie losziehen und neue Reiseführer kaufen. Und Sie müssen eine völlig neue Sprache lernen. Und Sie werden ganz andere Menschen treffen, denen Sie sonst nie begegnet wären.


Es ist nur ein anderer Ort. Hier geht alles langsamer als in Italien, weniger aufregend. Aber wenn Sie dort erst einmal eine Weile gewesen und zu Atem gekommen sind, sehen Sie sich um… und Sie stellen fest, dass es in Holland Windmühlen gibt,… und in Holland gibt es Tulpen. In Holland gibt es sogar Rembrandts.
www.gerber-reisen.ch

Doch all ihre Bekannten waren in Italien oder wollen dort hin,… und sie alle prahlen damit, was für eine tolle Zeit sie da hatten. Und bis ans Ende Ihres Lebens werden Sie sagen: Ja, dahin hatte ich auch gehen wollen. So hatte ich es geplant.


Und dieser Schmerz wird niemals, wirklich niemals vorübergehen… denn der Verlust dieses Traumes ist ein sehr, sehr schwerwiegender Verlust.


Aber… wenn Sie Ihr Leben damit verbringen, der Tatsache nachzutrauern, dass Sie nicht nach Italien gekommen sind, werden Sie niemals frei sein, die ganz speziellen, wunderschönen Dinge zu genießen,… die es in Holland gibt.“
www.gerber-reisen.ch

Ihr Lieben,


als ich das erste Mal nach Rom kam, das war im Jahre 1968, da habe ich mich unsterblich in diese Stadt verliebt. Ich wohnte damals zusammen mit einigen anderen jungen Leuten in einem Pilgerheim in Trastevere, einem Stadtteil von Rom. Mir gefiel damals vor allem die unkomplizierte Lebensart der Italiener.
www.planet-wissen.de
Von daher kann ich es verstehen, wenn jemand unzufrieden ist, wenn er eine Reise nach Italien geplant und gebucht hat und dann plötzlich in Holland landet.


In unserem Leben kommt das häufiger vor, dass wir ein Ziel haben, dass wir einen Traum haben und dass wir weder das Ziel erreichen, noch den Traum verwirklichen können. 
 
Die geplante „Reise“ führt also nicht an ihr Ziel.

Als ich mein Studium vor vielen Jahren in Göttingen beendete, da wurde ich zu meiner großen Freude Dozent für Theologie an der Universität Göttingen. Die Arbeit mit den jungen Studentinnen und Studenten machte mir unendlich viel Freude. 
www.goettingen.de
Wir arbeiteten gemeinsam in Seminaren, wir dachten nächtelang über den Sinn des Lebens nach, wir suchten nach Wegen, diese Welt zum Guten zu verändern, wir feierten wundervolle Feste an Wochenenden auf dem Schloss Adelebsen bei Göttingen und verzehrten bei diesen Festen manchen halben Ochsen.


Leider war meine Anstellung als Dozent zeitlich befristet und so endete meine Zeit nach 8 Jahren an der Universität. Die „Reise“, die ich gerne fortgesetzt hätte, war zu Ende, eine neue „Reise“ begann.
 
Aber ich versank nicht in Enttäuschung und Resignation, sondern ich wandte mich einem neuen Ziel zu, das mich zu meinem heutigen Beruf als Lektor führte, den ich über alles liebe, und das mich zu diesem Blog und der wunderbaren Begegnung mit Euch führte!


Es kommt in unserem Leben häufiger vor, dass wir andere Wege einschlagen müssen, als wir das ursprünglich wollten. Aber wir sollten uns diesen neuen Wegen nicht verschließen, denn auch neue Wege können reizvoll sein.


Holland ist ein völlig anderes Land als Italien. Aber wer einmal zur Tulpenblüte in Amsterdam war, weiß, wie wunderschön Holland sein kann. Wer einmal Urlaub in Holland gemacht hat, weiß, wie reizvoll Radtouren durch die dortige unberührte Natur sein können.


Holland ist völlig anders als Italien, aber auf seine Weise ebenso schön.

Den Fehler, den wir Menschen leider häufig machen, ist, dass wir, wenn wir ein Ziel nicht erreichen können, wenn wir einen Traum nicht verwirklichen können, so traurig, so enttäuscht sind, dass wir nicht merken, dass auch andere Ziele, auch andere Träume reizvoll sein können.


Dass das so ist, hat viel mit unserer falschen Erwartungshaltung zu tun.
Ich las in diesen Tagen ein sehr gutes Wort von Bärbel Kiy:

„Früher erwartete ich alles und konnte mich über kaum etwas freuen.
Heute erwarte ich gar nichts und kann mich über alles freuen.“


Wenn wir ein Ziel haben, einen Traum haben, dann ist das etwas Wundervolles, aber wir sollten nicht zu viel erwarten. Eine zu hohe Erwartungshaltung bedeutet, dass ich mich nur mit dem besten Ergebnis zufriedengebe. 

Ich habe z.B. einen guten Freund, der im Sommer gerne Radtouren macht. Regelmäßig nimmt er sich aber zu große Tagesstrecken vor. Wenn er dann statt der geplanten 70 Kilometer pro Tag nur 50 Kilometer erreicht, dann ist er unzufrieden und bezeichnet die Radtour am Ende als misslungen.
www.hundeschule-ludwigshafen.de


Wichtig ist es, sich solche Ziele, wie z.B. solch eine Radtour, zu setzen. Aber - um bei der Radtour zu bleiben - dann sollte die eigene Erwartungshaltung heruntergeschraubt werden.


Wenn ich, um das Wort von Bärbel Kiy aufzunehmen, alles erwarte, dann tritt schnell der Fall ein, dass ich enttäuscht bin. Wenn ich aber wenig erwarte oder gar nichts, dann kann ich mich über jede Kleinigkeit freuen.


Dann kann ich mich auf einer solchen Radtour über die Blumen, die Vögel, die wundervollen Landschaften, durch die ich radele, freuen, weil sich die Erwartungshaltung nicht auf die Erreichung des Tagespensums richtet, sondern weil ich Zeit habe, die Schönheit der Natur zur Kenntnis zu nehmen.


Dann kann ich mich freuen über Begegnungen mit Menschen, die ich kennenlerne auf meiner Radtour, weil ich mir Zeit nehmen kann für ein Gespräch mit ihnen.


Dann kann ich das Essen in einem schön gelegenen Landgasthaus in aller Ruhe genießen und muss nicht eine Currywurst eiligst herunterschlingen, um schnell weiterradeln zu können.


Ihr seht, manchmal kann die Bereitschaft, weniger zu erwarten, zu einer viel höheren Lebensqualität führen. 

Ich habe das hier so ausführlich erzählt, weil ich ursprünglich meine eigenen Radtouren auch danach geplant habe, was ich an Kilometern pro Tag schaffen wollte. Erst nachdem ich meine Erwartungen heruntergeschraubt hatte, begriff ich, wie wunderbar Radtouren wirklich sein können.
 
Und manchmal bin ich auch der Einladung anderer Radfahrer gefolgt und habe meine geplante Route verlassen und bin ihrem Weg gefolgt und habe so Dinge und Menschen kennengelernt, die ich sonst niemals kennengelernt hätte.


Auch in unserem Leben sollten wir bereit sein, nicht immer nur nach unseren großen Zielen und Träumen zu streben. 
Wir sollten auch offen sein für die Blumen am Weg, für die Menschen, die uns begegnen, für andere Eindrücke und wir sollten immer daran denken: 
Italien ist wunderschön, aber Holland auch.



Ihr Lieben,
ich wünsche Euch jeden Tag eine gute Reise durch Euer Leben.
Ich wünsche Euch jeden Tag liebevolle Begegnungen.
Ich wünsche Euch jeden Tag einen Brunnen von Hoffnung und Zuversicht.
Ich wünsche Euch jeden Tag eine Zeit des Innehaltens und Genießens.
Euer fröhlicher Werner mit herzlichen Grüßen aus Bremen
Quelle: Karin Heringshausen

Samstag, 16. Juli 2016

Unser Leben braucht eine Ausrichtung, wir brauchen einen Leuchtturm, an dem wir uns orientieren können, und wir sollen ein Leuchtturm für Andere sein!!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Klemens Jockwig erzählen:

„Den lebensrettenden Weg finden“

„Zwischen der Insel Pellworm
und Süderoog liegt ein 14 Kilometer langer Weg durchs Wattenmeer. Dreimal wöchentlich geht der Postbote fünf Stunden, um einem Pächterehepaar, den einzigen Bewohnern der kleinen Insel, die Post zu bringen.

Für seinen Marsch durch das Watt braucht er vor allem einen Kompass, den Gezeitenkalender und den Wetterbericht, denn ein unerwarteter Sturm kann den Botengang lebensgefährlich werden lassen.

Am bedrohlichsten aber ist aufkommender Nebel.

Wenn die schwarzen Orientierungspfähle im dichten Nebel verschwinden, wenn die Angst hochkommt, dann kann nur noch der Kompass den richtigen Weg weisen.

Bei Nebelgefahr, so erinnert sich der Postbote, nahm sein Großvater immer ein Nebelhorn mit, ein zweites besaß die Großmutter. Sie stand am Pellwormer Ufer und gab dann Signale, um den Großvater so auch dem Heimweg sicher nach Hause zu lotsen.“

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

wenn man diese Geschichte liest, dann weiß man, warum ein rein wirtschaftlich denkendes Unternehmen niemals den gesamten Briefverkehr übernehmen kann und warum gesetzlich festgelegt ist, dass die Deutsche Post gezwungen ist, jeden Brief zuzustellen. 

Denn welches Unternehmen, das gewinnorientiert ist, würde wohl für 55 Cent Briefe an solche Orte bringen, wie in unserer Geschichte beschrieben.

Unsere kleine Geschichte zeigt uns ganz deutlich, 
wie wichtig es ist, im Leben eine Orientierung zu haben. 

Wenn wir in die Nebel unseres Lebens geraten, wenn Schwierigkeiten uns Sorgen bereiten, wenn Angst uns überflutet, wenn Sorgen uns die Luft zum Atmen nehmen, dann brauchen wir einen Ausrichtung, an der sich unser Lebensschiff ausrichten kann.

Für den einen kann das der Glaube an Gott sein, der ihm Halt gibt, für den anderen Menschen mag das eine geistige Einstellung sein.  Entscheidend ist, dass wir eine Orientierung haben, dass wir uns Hilfe und Ermutigung holen können.

Wichtig ist es auch, Menschen an seiner Seite zu haben, oder Menschen zu kennen, die uns in Notlagen oder schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Und auch wir sind gefragt, für andere Menschen Leuchtturm zu sein, 
damit sie sich orientieren können.

Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Orientierung.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Liebe.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Ermutigung.
Unsere Welt und die Menschen in ihr brauchen Hoffnung und Zuversicht.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf Dein mutmachendes Wort.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf Dein herzerfrischendes Lachen.
Unsere Welt und die Menschen in ihr warten auf das Geschenk Deines Lächelns.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Sonntagund grüße Euch alle ganz 
herzlich aus  Bremen
Euer fröhlicher Werner



Quelle: Karin Heringshausen