2380 Geschichten

Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 2.465 Geschichten und montags, mittwochs und freitags kommt jeweils eine weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen

Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Montag, 20. Mai 2013

Ein liebevolles Herz und Dankbarkeit schenken die Kraft zum Leben




Quelle: Helmut Mühlbacher

„Das schlimmste Gefängnis ist ein verschlossenes Herz.“
Papst Johannes Paul II.

„Lieber ein liebenswertes warmes dankbares Herz in einem hässlichen Körper als ein hässliches kaltes undankbares Herz in einem liebenswerten Körper.“
Alexander Rykow
 
www.wikipedia.org

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Mary Bartels erzählen, die auf einer wahren Begebenheit beruht:
„Der alte Fischer“

„Unser Haus lag direkt gegenüber dem Eingang des John-Hopkins-Hospitals in Baltimore. Wir wohnten im Erdgeschoss und vermieteten die oberen Räume an ambulante Patienten der Klinik.

Eines Abends klopfte es an unsere Tür.
Ich öffnete und vor mir stand ein wirklich schlimm aussehender alter Mann.
„Er ist kaum größer als mein achtjähriger Sohn“, dachte ich, als ich auf den krummen, zusammengeschrumpften Körper herunterblickte.

Am schrecklichsten war, dass sein Gesicht wegen einer roten, wunden Schwellung ganz schief war. Aber seine Stimme war sehr angenehm, als er sagte: „Guten Abend. Ich wollte fragen, ob Sie ein Zimmer für eine einzige Nacht haben. Ich bin heute Morgen von der Ostküste zu einer Behandlung gekommen und bis zum Morgen geht kein Bus."
www.garten-schlueter.de
Er erzählte mir, dass er seit dem Mittag nach einem Zimmer gesucht habe, aber ohne Erfolg. „Wahrscheinlich liegt es an meinem Gesicht. Ich weiß, dass es schrecklich aussieht, aber mein Arzt sagt, mit ein paar mehr Behandlungen…“

Ich zögerte einen kurzen Augenblick, aber seine nächsten Worte überzeugten mich.
„Ich könnte in diesem Schaukelstuhl auf der Veranda schlafen. Mein Bus geht früh am Morgen.“

 
Ich sagte ihm, dass wir ein Bett für ihn finden würden und dass er solange auf der Veranda bleiben könne.
Ich ging ins Haus und machte das Abendessen fertig. Als wir so weit waren, fragte ich den alten Mann, ob er mitessen wolle. „Nein, danke. Ich habe etwas dabei.“ Er hielt eine Papiertüte hoch. 


Als ich das Geschirr abgewaschen hatte, ging ich auf die Veranda hinaus, um mich ein paar Minuten mit ihm zu unterhalten. Ich brauchte nicht lange, um zu begreifen, dass dieser alte Mann in seinem winzigen Körper ein übergroßes Herz hatte.

Er erzählte mir, dass er fischen gehe, um Geld zu verdienen und seine Tochter, ihre fünf Kinder und ihren Mann zu unterstützen, der wegen einer Rückenverletzung aus dem Vietnamkrieg dauerhaft behindert war.

Er erzählte das Ganze nicht in einem Klageton. In jedem Satz dankte er zuerst für etwas Gutes.
Er war dankbar, dass seine Krankheit, bei der es sich offenbar um eine aggressive Form von Hautkrebs handelte, nicht mit Schmerzen verbunden war. Er dankte Gott dafür, dass er ihm die Kraft gab, weiterzumachen.
Quelle: Astrid Müller

Als es Zeit war, ins Bett zu gehen, stellten wir im Kinderzimmer ein Feldbett für ihn auf. Als ich morgens aufstand, waren die Betttücher sauber gefaltet und der kleine alte Mann war draußen auf der Veranda.

Er wollte kein Frühstück, aber kurz bevor er zu seinem Bus aufbrauch, fragte er zögernd, als würde er um eine große Gunst bitten: „Könnte ich wohl das nächste Mal, wenn ich wieder zu einer Behandlung muss, wieder hier übernachten? Ich möchte Sie nicht stören, ich kann gut in einem Sessel schlafen.“

Er hielt einen Augenblick inne und fügte dann hinzu:
„Ihre Kinder geben mir ein heimeliges Gefühl. Erwachsene stört mein Gesicht, aber Kindern scheint es nicht auszumachen.“ Ich sagte ihm, er können sehr gern das nächste Mal wiederkommen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Bei seiner nächsten Reise kam er kurz nach sieben Uhr morgens an.
Als Geschenk brachte er uns einen großen Fisch mit und ein paar der größten Austern, die ich je gesehen hatte. Er erzählte, er habe sie morgens vor seiner Abfahrt gefischt, sie würden also frisch und gut sein. Ich wusste, dass sein Bus um vier Uhr früh losgefahren war, und fragte mich, um welche Uhrzeit er aufgestanden war.

Während all der Jahre, die er kam, um über Nacht bei uns zu bleiben, brachte er uns jedes Mal Fisch oder Austern oder Gemüse aus seinem Garten mit. Manchmal bekamen wir auch  Päckchen mit der Post, immer als Eilpäckchen, mit Fisch und Austern, eingepackt in ein Kistchen mir sauber gewaschenen Spinat- oder Grünkohlblättern.

Das Wissen, dass er drei Meilen zur Post gehen musste, um diese Dinge aufzugeben, und dass er sehr wenig Geld hatte, machte diese Geschenke doppelt wertvoll. Wenn ich diese kleinen Erinnerungspräsente bekam, dachte ich oft an den Kommentar, den unser Nachbar von nebenan von sich gegeben hatte, nachdem der alte Mann am ersten Morgen weggegangen war.

www.botanikus.de
„Haben Sie den fürchterlichen Gnom von gestern Abend behalten? Ich habe ihn weggeschickt! Sie können Untermieter verlieren, wenn Sie solche Leute aufnehmen.“

Mag sein, dass das tatsächlich ein oder zwei Mal tatsächlich der Fall war.
Aber dieser alte Mann half uns, unsere eigenen Krankheiten, unsere eigenen Schicksalsschläge, unsere eigenen Schwierigkeiten leichter zu ertragen. 

Meine ganze Familie wird immer dankbar sein, ihn gekannt zu haben. Von ihm haben wir gelernt, das Schlechte zu akzeptieren und damit zu leben und für das Gute zu danken.

Vor Kurzem habe ich eine Freundin besucht, die ein Gewächshaus besitzt.
Als sie mir ihre Blumen zeigte, kamen wir zu der schönsten von allen, einer goldenen, in voller Blüte stehenden Chrysantheme. Aber zu meiner großen Überraschung wuchs sie in einem alten, verbeulten Kübel.
www.monika-herkens.de
Im Stillen dachte ich, dass ich diese Pflanze, wenn sie mir gehören würde, in den schönsten Behälter setzen würde, den ich hätte. Aber meine Freundin änderte meine Meinung:
 
„Mir sind die Töpfe ausgegangen“, erklärte sie, „und weil ich weiß, wie schön diese Pflanze ist, dachte ich, es wäre ihr egal, wenn ich sie zuerst in diesem alten Pott unterbringe. Es ist ja nur für eine kurze Zeit, bis ich sie nach draußen in den Garten setzen kann.“

Der alte Mann, der über einige Jahre bei uns gelegentlich gewohnt hatte, war eine solche Pflanze. Er war eine wundervolle Pflanze in einem alten, verbeulten Pott.

Das aber übersehen die meisten Menschen:
Nicht der Pott ist das Entscheidende, sondern die wunderschöne Pflanze.“
 
Quelle: Raymonde Graber

Ihr Lieben,

mein Jugendfreund Hans-Christoph, von dem ich Euch schon viel erzählt habe, erinnert mich ein wenig an diesen alten Mann aus unserer Geschichte. Er war nicht hässlich und hatte auch keine Krankheit, die ihn entstellte, dennoch war die häufigste Bezeichnung, die ihm in der Schule und auch sonst an den Kopf geworfen wurde: „Du Krüppel“.

Er litt unter besonders schwerem Asthma. Sehr häufig bekam er kaum Luft, litt er unter Atemnot und war in seiner körperlichen Entwicklung weit zurück.
An sportlichen Aktivitäten, an Turnen und am Sport konnte er in der Schule nicht teilnehmen, so gerne er das auch getan hätte.

Oft war er körperlich so geschwächt, dass ich ihn in unserer Freizeit in einem großen Bollerwagen, den ich mit einer Decke ausgepolstert hatte, transportierte, indem ich diesen hinten an mein Fahrrad festband.
 
Ich, der ich selbst eher schwächlich war, war ihm an Kräften weit überlegen.
Und dennoch war er derjenige, der mir von seiner inneren Kraft abgab, der Licht in mein Leben brachte, der mir Zuwendung schenkte, der in mir die Liebe zu allem Guten weckte, der in mir die Freude an der Musik, an der Literatur und dem Leben überhaupt weckte.

Er war durch seine Krankheit geschwächt, aber dennoch schonte er sich nicht.
Gerade gestern habe ich wieder an seinem Grab gestanden.

 
Er war eine Kerze, die an beiden Enden brannte, die Licht schenken wollte, die Hoffnung und Zuversicht wecken wollte, die in mir das Gefühl entfachte:
„Du bist etwas wert!“

Ein kleiner fast 15-jähriger Junge, an den sich außerhalb seiner Familie nach fast 50 Jahren niemand mehr erinnern würde, ist so zu meinem größten Vorbild geworden. So lange ich atmen kann, werde ich seine Botschaft der Liebe und Ermutigung weitertragen.
 
Liebe schenkt Freude.
Liebe schenkt Zuversicht.
Liebe schenkt Hoffnung.
Liebe schenkt Zuwendung.
Liebe schenkt Versöhnung.
Liebe schenkt Freundschaft.
Liebe schenkt Ermutigung.
Liebe schenkt Leben.



Ihr Lieben,

ich wünsche Euch eine gute neue Woche und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen aus meiner gemütlichen Studierstube

Euer fröhlicher Werner
www.gesund-netzwerk.de



Freitag, 17. Mai 2013

Das Wunder der Ermutigung


Quelle: Helmut Mühlbacher


„Freundliche Worte können kurz sein und sind leicht zu sprechen, aber ihr Echo ist wahrhaft grenzenlos.“
Mutter Theresa


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von James M. und James C. Kennedy erzählen:

„Was Ermutigung vermag“

„Lilian war ein junges Mädchen französisch-kanadischer Abstammung, das in der bäuerlichen Umgebung von River Canard in Ontario/Kanada aufwuchs. Als sie sechzehn Jahre alt war, meinte ihr Vater, Lilien habe lange genug die Schule besucht.
Sie wurde gezwungen, die Schule zu verlassen, um aktiv zum Familieneinkommen beizutragen.
 
Es war das Jahr 1922 und mit Englisch als Zweitsprache, einer abgebrochenen Schulbildung und begrenzten Fähigkeiten sah die Zukunft für Lilian nicht gerade rosig aus.

Ihr Vater war sehr streng und unnachgiebig. Er akzeptierte niemals ein Nein als Antwort und ließ keine Entschuldigung gelten. Nun forderte er Lilian auf, eine Arbeit zu finden. Seine Tochter aber hatte nur sehr wenig Selbstvertrauen und ein geringes Selbstwertgefühl. Außerdem wusste sie nicht, was sie tun könnte.


Weil ihr Vater es so wollte, führ Lilian jeden Tag mit dem Bus in die großen Städte Windsor oder Detroit. Sie hatte jedoch nicht den Mut, auf Schilder mit der Aufschrift „Arbeitskraft gesucht“ zu reagieren und sich vorzustellen. Sie war noch nicht einmal in der Lage, an eine Tür zu klopfen. Jeden Tag fuhr die einfach in die Stadt, lief ziellos umher und kehrte nach Einbruch der Dämmerung nach Hause zurück. Ihr Vater fragte dann immer: „Hast Du heute endlich Glück gehabt?“

„Nein…heute hatte ich wieder kein Glück“, antwortete Lilian jedes Mal kleinlaut.
Als die Tage verstrichen, fuhr Lilian immer noch mit dem Bus und ihr Vater fragte sie weiterhin, was ihre Arbeitssuche mache. Die Fragen wurden immer fordernder und der Ton des Vater immer bedrohlicher und Lilian wusste, dass sie bald an eine Tür würde klopfen müssen.

Auf einer ihrer Fahrten sah sie ein Schild des Unternehmens Carhartt Overall Company in der Innenstadt von Detroit. „Hilfskräfte gesucht“, stand auf dem Schild und „Bitte im Sekretariat melden!“


Sie stieg die lange Treppe zu den Büros der Firma empor. Ganz vorsichtig klopfte Lilian an die allererste Tür. Margaret Costello, die Bürovorsteherin, empfing sie. In gebrochenem Englisch erzählte Lilian ihr, dass sie an einer Stelle im Sekretariat interessiert sei, wobei sie behauptete, sie sei schon neunzehn. Margaret spürte, dass irgendetwas nicht stimmte, entschloss sich aber, dem Mädchen eine Chance zu geben.

Sie führte Lilian durch das alte Geschäftsbüro der Firma. In langen Reihen saßen viele Menschen an unzähligen Schreib- und Rechenmaschinen und Lilian fühlte sich, als ob hundert Augenpaare sie anstarrten. Mit gesenktem Kopf und die Augen auf den Fußboden gerichtet, folgte das Bauernmädchen Margaret bis ans hintere Ende des düsteren Raumes. Margaret ließ Lilian an einer Schreibmaschine Platz nehmen und sagte: „So Lilian, nun zeig uns doch einmal, was Du alles kannst.“

Sie wies Lilian an, einen Brief zu tippen, und verschwand. Lilian schaute auf die Uhr. Es war zwanzig Minuten vor zwölf. Um zwölf Uhr würden alle zum Mittagessen gehen. Sie nahm sich vor, dann in der Menge unterzutauchen und wieder zu verschwinden. Aber sie wusste, dass sie zumindest versuchen sollte, den Brief zu schreiben. 


Beim ersten Versuch schaffte sie eine Zeile, die aus fünf Wörtern bestand, und sie machte dabei vier Fehler. Sie zog das Papier aus der Schreibmaschine und schmiss es weg. Die Uhr zeigte nun Viertel vor zwölf. „Um zwölf Uhr“, sagte sie zu sich selbst, „werde ich mit der Menge verschwinden und niemand wird mich hier wieder sehen.“
Beim zweiten Versuch schaffte Lilian einen ganzen Absatz, machte aber immer noch viele Fehler.
 
Erneut riss sie das Papier aus der Maschine, warf es weg und fing von vorn an. Diesmal schaffte sie den ganzen Brief, aber er war immer noch voller Fehler. Sie schaute auf die Uhr – noch fünf Minuten, und sie war wieder frei.

Genau in diesem Moment ging die Tür auf und Margaret kam herein. Sie ging direkt hinüber zu Lilian, legte eine Hand auf die Schreibmaschine und die andere auf Lilians Schulter. Sie las den Brief durch und hielt inne. Dann sagte sie: „Lilian, Du machst das sehr gut!“

Lilian war verblüfft. Sie schaute auf den Brief und dann auf Margaret. Nach diesen einfachen Worten der Ermutigung hatte sie nicht mehr den Wunsch, zu fliehen. Stattdessen fasste sie Vertrauen und dachte: „Nun, wenn sie meint, ich sei gut, dann muss es wohl stimmen. Ich denke, ich sollte bleiben.“

Lilian blieb in den Unternehmen…einundfünfzig Jahre lang!
Sie erlebte die Weltwirtschaftskrise und den Ersten Weltkrieg, elf Präsidenten und sechs Premierminister – und das alles nur, weil jemand die Einsicht hatte, einem schüchternen und unsicheren jungen Mädchen Selbstwertgefühl zu schenken, als es an die Tür klopfte.“
 
www.gerber-reisen.ch


Ihr Lieben,

als ich diese Geschichte las, musste ich zunächst einmal schmunzeln. In meiner Kindheit und Jugend gab es viele Menschen, vor allem Frauen, die in einem Unternehmen an einer Schreibmaschine arbeiteten. 

Das Computerzeitalter hat diesen Beruf ausstreben lassen. Heute kann eine Sekretärin mit einem guten Computer mehr schaffen als damals 25 Frauen, die fleißig Briefe und Ähnliches auf Schreibmaschinen tippten.

Unsere heutige Geschichte möchte uns zeigen, 
wie ungeheuer wichtig Ermutigung ist.
 
 
Ermutigung bedeutet, dass wir in dem anderen Menschen den Mut wecken, sich selbst etwas zuzutrauen. Denn nur dann, wenn wir uns selbst etwas zutrauen, dann können wir auch etwas bewirken, etwas schaffen, ein Ziel erreichen, eine Aufgabe zufriedenstellend erledigen.

Wenn wir also einen Menschen ermutigen, dann gewinnt er Freude an der vor ihm liegenden Aufgabe und er gewinnt Selbstvertrauen und Kraft und Zuversicht.
 
Wenn wir aber einen Menschen entmutigen, dann lähmen wir die Kräfte, die in dem anderem Menschen stecken und sein Mut, etwas zu vollbringen, nimmt ab oder schwindet ganz.


Aus bitterer eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig Ermutigung ist und wie lähmend Entmutigung wirken kann.
In meiner Jugend hörte ich auf dem Bremer Gymnasium, das ich besuchte, immer wieder:
Du bist zu dumm zum Lernen! Aus Dir wirst nie etwas Gescheites. Das Einzige, wozu Du taugst, ist, dass man Dir ab und zu den Hintern versohlt, bis es raucht!“

Hätte ich nicht gleichzeitig Menschen gehabt, die mich ermutigten, die mich liebten, die mir etwas zutrauten und mir halfen, dann wäre ich an den Entmutigungen zerbrochen und niemals zu dem fröhlichen Menschen geworden, der ich heute bin.

Uns begegnen jeden Tag Menschen, die auf unsere Ermutigung warten:
Unsere Partnerin, unser Partner, unsere Kinder und Enkelkinder, unsere Verwandten, Freunde und Bekannten und alle die anderen Menschen, mit denen wir es im Alltag zu tun haben.

Lasst uns ihnen das beste Geschenk machen, das es gibt: Ermutigung!
Ermutigung ist so einfach und kostet kaum etwas:
Nur einige freundliche Worte!
 
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch nun ein fröhliches, ein ruhiges und ein gesegnetes Pfingstfest und ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Astrid Müller

Mittwoch, 15. Mai 2013

Begegne anderen Menschen so, wie Du möchtest, dass man Dir begegnet!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Christoph Georges erzählen:

"Das Geschenk des Bettlers"

"Ich ging die Straße hinunter. Auf halbem Wege hielt mich ein bedürftiger, gebrechlicher Greis mich. Seine Augen waren entzündet und tränten, seine Lippen waren aschfahl, zerfetzte Lumpen bedeckten seinen Körper und verbargen kaum zahlreiche unsaubere Wunden...
www.az-online.de

Oh, wie schrecklich hatte die Not dieses unglückliche Geschöpf verunstaltet!
Er streckte mir seine gerötete, verschwollene, schmutzige Hand hin mit der stummen Bitte um eine kleine milde Gabe. Er stöhnte, er ächzte um Hilfe.

Ich begann, all meine Taschen zu durchsuchen, aber weder Geldbeutel, noch Uhr, nicht einmal das Taschentuch waren da. Ich hatte nichts mitgenommen.
Der Bettler aber wartete noch immer und seine ausgestreckte Hand bebte und zitterte vor Schwäche.

Verwirrt und verlegen ergriff ich mit kräftigem Druck diese schmutzige, zitternde Hand. "Zürne mir nicht, lieber Bruder“, sagte ich, “ich habe gar nichts bei mir, mein Bruder."

Der Bettler richtete seine entzündeten Augen auf mich und ein Lächeln kam auf seine fahlen Lippen und dann drückte auch er meine erkalteten Finger.
"Lass es gut sein, lieber Bruder", antwortete er leise, „auch dafür bin ich Dir dankbar.
Auch das ist eine Gabe, mein Bruder."

Da fühlte ich, dass auch ich von dem Bettler eine Gabe empfangen hatte."


Ihr Lieben,

in unserer heutigen Zeit sieht man es immer seltener, dass sich Menschen zur Begrüßung oder zum Abschied die Hand reichen. Als Hauptgrund wird die Gefahr genannt, sich dadurch, dass man einem anderen Menschen die Hand reicht, sich einen Infekt oder eine sonstige Krankheit einhandeln zu können.

Diese Begründung sagt sehr viel aus über den heutigen Umgang der Menschen miteinander.
Wenn ich einem anderen Menschen nicht die Hand reiche, weil ich Angst habe, mich mit irgendeiner Krankheit anstecken zu können, dann beziehe sich das Leben allein auf mich, nur ich bin dann wichtig.

Wenn ich aber einem anderen Menschen die Hand reiche, dann kann ich mich zwar anstecken, aber dafür stelle ich das DU in der Vordergrund. Ich signalisiere dem anderen Menschen mit meinem Händedruck: „Du bist mir wichtig!“ „Ich bringe Dir Respekt entgegen!“ „Ich behandele Dich wie meinesgleichen!“


Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand geweigert hat, meine Hand, die ich ihm entgegengestreckt habe, zu ergreifen. Aber ich habe schon sehr oft erlebt, dass sich Menschen gefreut haben, wenn ich sie mit Handschlag begrüßt habe.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, wenn ich durch die Stadt gehe, was gelegentlich vorkommt, den einen oder anderen Obdachlosen, der am Straßenrand sitzt, mit Handschlag zu begrüßen und mit ihm ein Gespräch zu führen.

Ein solches Gespräch kostet mich nur wenige Minuten, es löst aber meist große Freude aus, weil der Obdachlose sich darüber freut, dass er als Mensch geachtet und respektiert wird.
 
Manchmal, wenn es meine Zeit erlaubt, lade ich dann den einen oder anderen Obdachlosen zum Essen in einem Restaurant ein und dann plaudern wir 1 bis 2 Stunden über Gott und die Welt.
Nichts verbindet Menschen so wie ein gemeinsames Essen.
www.chefkoch.de

Wir sollten damit beginnen, in dem anderen Menschen ein liebenswertes Geschöpf zu sehen, der genauso viel wert ist wie wir selbst. Es gibt so viele Menschen in unserem Alltag, die sich darüber freuen, wenn wir ihnen mit Liebe und Zuwendung begegnen.

Ich wünsche Euch eine zweite Wochenhälfte mit zahlreichen fröhlichen Begegnungen und grüße Euch herzlich aus dem schönen Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen